Lahn-Marmor-Museum in Villmar

Lahn-Marmor-Museum, LMM

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Runkel , Villmar
Kreis(e): Limburg-Weilburg
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 23′ 45,49″ N: 8° 11′ 11,53″ O / 50,39597°N: 8,18654°O
Koordinate UTM 32.442.181,94 m: 5.582.974,14 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.442.233,60 m: 5.584.767,91 m
  • Lahn-Marmor-Museum Villmar (2017)

    Lahn-Marmor-Museum Villmar (2017)

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    Lahn Marmor Museum in Villmar (2018)

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  • Technische Geräte am Rande des Unica-Bruchs in Villmar (2018)

    Technische Geräte am Rande des Unica-Bruchs in Villmar (2018)

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    Lahn Marmor Museum in Villmar (2018)

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  • Polierte Marmorplatte im Lahn-Marmor-Museum in Villmar (2018)

    Polierte Marmorplatte im Lahn-Marmor-Museum in Villmar (2018)

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  • Abbau von Lahn-Marmor in einem Steinbruch (historische Aufnahme)

    Abbau von Lahn-Marmor in einem Steinbruch (historische Aufnahme)

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    Lahn Marmor Museum in Villmar (2018)

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  • Weihwasserbecken im Lahn Marmor Museum in Villmar (2018)

    Weihwasserbecken im Lahn Marmor Museum in Villmar (2018)

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    Lahn Marmor Museum in Villmar (2018)

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  • Technische Geräte am Rande des Unica-Bruchs in Villmar (2018)

    Technische Geräte am Rande des Unica-Bruchs in Villmar (2018)

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  • Villmarer Lahn-Marmor-Weg; Rundweg 1

    Villmarer Lahn-Marmor-Weg; Rundweg 1

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Der Ort Villmar an der Lahn und seine Umgebung sind das Zentrum des Lahnmarmors, eines wegen seiner reichen Farbigkeit hochgeschätzten polierfähigen Kalksteins. Der Bereich des Unica-Bruches ist ein Geopunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Das Museum ist eines von zehn Informationszentren des Geoparks.

Entstanden ist der Lahnmarmor vor rund 380 Millionen Jahren. Weite Teile Deutschlands waren zu dieser Zeit von einem Meer bedeckt. Durch Vulkantätigkeit im devonischen Meer wurden Schalsteinsattel ausgebildet, die bis knapp unter die Wasseroberfläche reichten. Darauf entstanden Riffe, die sich hauptsächlich durch Stromatoporen aufbauten, eine zwischen Schwämmen und Korallen angesiedelte, mittlerweile ausgestorbene Art von Meereslebewesen. Aber auch Korallen, Muscheln und Schnecken beteiligten sich am Aufbau der Riffe. Diese Tiere benötigten eine durchschnittliche Wassertemperatur von 24° Celsius. Da der heutige Kontinent Europa zu dieser Zeit durch die Verschiebung der Kontinentalplatten auf Äquatorhöhe lag, waren diese Voraussetzungen gegeben. Im Laufe der Erdgeschichte wurden die entstandenen Riffe durch Druck bei der Gebirgsbildung mit Überdeckungen von bis zu 1.000 Metern verfestigt.

Der Lahnmarmor fand vielfache Verwendung an prominenter Stelle, so z. B. in den berühmten Epitaphien des Mainzer Doms und auch in den Domen von Berlin, Köln, Würzburg und Trier, beim einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen in der Abtei St. Matthias in Trier, zu der Villmar gehörte. Lahnmarmor wurde auch verwendet im barocken Marmorbad des Weilburger Schlosses, an den Altären der Mannheimer Jesuitenkirche, in der Klosterkirche Amorbach, in den Schlössern von Biebrich, Brühl, Benrath, Schwetzingen und Würzburg, im Wiesbadener Kurhaus, in der Eremitage in St. Petersburg, im Bahnhof Haydarpasha in Istanbul (Endstation der berühmten Bagdadbahn), in der Eingangshalle des Empire-State-Building in New York und im Palast des Maharadjas von Tagore in Indien.

Das 2016 eröffnete Lahn-Marmor-Museum besteht aus vier Bestandteilen:
  • Museumsgebäude mit Dauerausstellung und wechselnden Sonderausstellungen
  • Nationales Geotop „Unica-Bruch“ - 380 Meter vom Museumsgebäude entfernt
  • Lahn-Marmor-Weg (Marmorweg) - ein Weg in zwei Runden durch den Ort und die Gemarkungen von Villmar
  • Lahn-Marmor-Route (Marmorroute) - ein Fahrradweg entlang der Lahn durch das ehemalige Abbaugebiet des Lahnmarmors von Wetzlar nach Baldiunstein


Das Museum ist als Geoinformationszentrum im Verbund des GeoParks Westerwald-Lahn-Taunus tätig. Das inhaltliche Themenspektrum des Museums umfasst drei Themenblöcke:

Geowissenschaften/Geologie
Anhand von Gesteinsproben, gesägten Platten, Fossilien und geologischen Filmen ist ein Vergleich des „Gestern“ mit dem „Heute“ möglich und verdeutlicht die faszinierenden, geowissenschaftlichen Facetten des Lahnmarmors. Die Erdgeschichte vor 380 Millionen Jahren „Als Hessen am Äquator lag“ wird dargestellt.

Technik-, Wirtschafts-, und Sozialgeschichte
Hier kommen Technikfans auf ihre Kosten, denn für den Abbau, die Verarbeitung und den Transport kommen zahlreiche Aspekte der Bewältigung schwerster körperlicher Arbeiten zur Sprache. Welche Gewinnungs- und Verarbeitungstechnologien waren in welcher Zeit üblich bzw. notwendig, welche Transportmittel standen zur Verfügung? Eine Besonderheit ist das Modell eines Steinbruches, das von einem Vereinsmitglied des Fördervereins hergestellt wurde und anschaulich alle Geräte und Arbeitsschritte in übersichtlicher Tischgröße zusammenfasst. Die drei Aspekte Abbau, Verarbeitung und Transport werden eindrucksvoll mit Werkzeugen, historischen Fotos und Quellen erläutert werden, so dass die harte Arbeit der Steinbrecher, der Marmorierer und Steinmetze anschaulich vermittelt wird. In einer speziellen Dauerausstellung wird auch über den heutigen Kalksteinabbau in der Lahnregion informiert. Dieser Abbau erfolgt seit über 150 Jahren durch die „Schaefer Kalk GmbH & Co KG“ in Hahnstätten. Anhand von anschaulichen Beispielen wird ebenso die heutige Nutzung erklärt.

Kunstgeschichte und Architektur
Der architektonisch-kunstgeschichtliche Teil der Ausstellung ist ein zentraler Aspekt. Hier wird anhand von Bilddokumenten und Texten die weltweite Verbreitung des Lahnmarmors demonstriert. Kleinere kunsthandwerkliche Objekte (Vasen, Schalen, Schreibtischgarnituren) zeigen dem Besucher die gesamte Bandbreite der Verwendung.

(Rudolf Conrads, Lahn-Marmor-Museum Villmar, 2019)

Lahn-Marmor-Museum in Villmar

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Oberau 4
Ort
65606 Villmar
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 2014 bis 2016

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„Lahn-Marmor-Museum in Villmar”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-291599 (Abgerufen: 14. Juli 2020)
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