Schloss Augustusburg (UNESCO Welterbestätte)

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Fachsicht(en): Architekturgeschichte, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Brühl (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 49′ 42,06″ N: 6° 54′ 26,58″ O / 50,82835°N: 6,90738°O
Koordinate UTM 32.352.627,35 m: 5.632.823,74 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.563.973,97 m: 5.632.943,70 m
  • Schloss Augustusburg, Brühl (2011)

    Schloss Augustusburg, Brühl (2011)

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  • Schloss Augustusburg in Brühl, rückseitige Ansicht des Hauptgebäudes von der Schloßstraße aus (2015)

    Schloss Augustusburg in Brühl, rückseitige Ansicht des Hauptgebäudes von der Schloßstraße aus (2015)

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  • Schloss Augustusburg, Brühl (2011)

    Schloss Augustusburg, Brühl (2011)

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  • Brühl, Schlossansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

    Brühl, Schlossansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

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  • Brühl, Schlossansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

    Brühl, Schlossansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

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  • Brühl, Ortsansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

    Brühl, Ortsansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

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    Brühl, Schlossansicht, Zeichnung von Renier Roidkin

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  • Parkansicht von Schloss Augustusburg in Brühl, Rhein-Erft Kreis

    Parkansicht von Schloss Augustusburg in Brühl, Rhein-Erft Kreis

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Schloss Augustusburg entstand ab 1725 vorerst unter Einbeziehung der Ruine einer 1689 zerstörten Wasserburg, avancierte aber schnell zum Vorzeigebau des Spätbarock.

Die heutige Lage des Schlosses
Vom Bahnhof Brühl führt der Weg in gerader Linie in den Ehrenhof von Schloss Augustusburg. Dass die Bahn einen Teil des Schlossparks abschneidet und der 1844 eröffnete Bahnhof über den von Wesseling kommenden Weg zum Schloss errichtet wurde, ist kein Zufall. Die Absicht der damaligen Bonn-Cölner-Eisenbahn-Gesellschaft war, Schloss und Schlosspark unmittelbar an Köln anzubinden. Die Kölner sollten so Gelegenheit haben, schnell Brühl zu erreichen. Da Köln als Festungsstadt damals noch in den mittelalterlichen Mauerring eingezwängt war, wollte König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861), dass Brühl für Köln das werde, was der Tiergarten für Berlin war. Natürlich erhoffte sich die Eisenbahn-Gesellschaft aus dem Passagiergeschäft Einnahmen und führte sogar eine 4. Klasse ein, damit auch weniger Bemittelte die Eisenbahn benutzen konnten.

Die Baugeschichte
Schloss Augustusburg entstand unter Kurfürst Clemens August (1700-1761, regierte ab 1723) ab dem Jahre 1725 unter Einbeziehung der Ruine einer 1689 zerstörten Wasserburg.
Architekt war zunächst der Westfale Johann Conrad Schlaun (1695-1773), der unter Beachtung der Kosten ein „Kurfürstliches Jagdhaus“ errichten sollte. Die noch brauchbaren Teile der Burgruine wurden einbezogen, der umlaufende Wassergraben der Burg blieb erhalten. Der mittelalterliche Rundturm an der Nordwestecke, dessen Abbruch teuer geworden wäre, erhielt ein Pendant an der Südwestecke. Vor dem nach Osten gerichteten Ehrenhof sollte ein Gartenparterre entstehen, durch das die Zufahrt führte. Aber als der Rohbau stand, wurde Schlaun 1728 entlassen und durch François de Cuvilliés (1695-1768) ersetzt. Dieser änderte die Disposition des Schlosses grundlegend hin zu einem Residenzschloss. 1735 ließ Cuvilliés den Graben zuschütten und die Türme abbrechen. Kosten spielten jetzt offenbar keine Rolle mehr. Im Inneren verlegte er die Appartements in den Südflügel und verschob das Treppenhaus nach Norden. Die Planung für das Treppenhaus übernahm Balthasar Neumann (1687-1553). Statt des von Schlaun vorgesehenen Gartens im Osten entstand nach Plänen von Dominique Girard (1680-1738) ein der Südseite vorgelegtes Parterre, wie es noch heute erlebbar ist.

Die drei Flügel des Schlossgebäudes, dreigeschossig und mit Mansardwalmdächern versehen, blieben jedoch in der von Schlaun angelegten Größe erhalten. Im Detail zeigt gerade die Ansicht des Ehrenhofs noch deutliche Spuren des Entwurfs von Schlaun. Hier sind vor allem die abgerundeten Ecken zu nennen – ein Motiv, das Schlaun während seiner Zeit in Rom 1722 kennengelernt hatte. Ebenfalls römisch sind die Aufsätze auf den Stirnseiten der Seitenflügel, die in den Aufsätzen von Berninis Arkaden um den Petersplatz ihr Vorbild haben. Geändert hat Cuvilliés die Fenster, deren Brüstungen er wegbrechen und durch Gitter ersetzen ließ. Außerdem verzichtete er auf die Balustraden, die Schlaun am verbindenden Westflügel auf dem Giebel des Mittelrisalits vorgesehen hatte.
Den eindrucksvollen Blick auf die Ehrenhofseite von Schloss Augustusburg haben noch heute alle, die mit der Bahn in Brühl ankommen.

Hinweise / UNESCO-Welterbe
Das Objekt „Schloss Augustusburg (UNESCO Welterbestätte)“ ist wesentliches Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Brühl, Kurfürstliche Schlösser (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 161) und ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Brühl, laufende Nr. 1).
Schloss Augustusburg wurde 1984 zusammen mit Schloss Falkenlust und dem Schlosspark in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.

(Ulrich Stevens, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., 2018)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2018)
Rheinland-Kalender 2019. Landschaft, Denkmal, Natur. Köln.

Schloss Augustusburg (UNESCO Welterbestätte)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schlossstraße
Ort
50321 Brühl
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Architekturgeschichte, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1720

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Empfohlene Zitierweise
„Schloss Augustusburg (UNESCO Welterbestätte)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290493 (Abgerufen: 18. November 2019)
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