Hohe Domkirche Sankt Peter zu Trier (UNESCO Weltkulturerbe Trier)

Kathedralkomplex Trierer Dom

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Oberer Teil der Westfassade des Trierer Domes, der aus der vormaligen Konstantinischen Doppelkathedrale hervor gegangen ist (2010)

    Oberer Teil der Westfassade des Trierer Domes, der aus der vormaligen Konstantinischen Doppelkathedrale hervor gegangen ist (2010)

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  • Der südwestliche Hauptturm und ein Teil der oberen Westfassade des Trierer Domes (2012).

    Der südwestliche Hauptturm und ein Teil der oberen Westfassade des Trierer Domes (2012).

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  • Abendliche Ansicht des Trierer Doms, vom Domfreihof aus gesehen (2014). Vor der Apsis des Westchors ist rechts der "Trierer Domstein" zu sehen.

    Abendliche Ansicht des Trierer Doms, vom Domfreihof aus gesehen (2014). Vor der Apsis des Westchors ist rechts der "Trierer Domstein" zu sehen.

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  • Abendliche Detailansicht des südwestlichen Hauptturms mit der Turmuhr des Trierer Doms (2014).

    Abendliche Detailansicht des südwestlichen Hauptturms mit der Turmuhr des Trierer Doms (2014).

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  • Die Trierer Dommäuse, ein Werk des Bildhauers und Medailleurs Jochem Pechau (1929-1989) am rechten Treppenaufgang zum Westchor des Trierer Doms (2014).

    Die Trierer Dommäuse, ein Werk des Bildhauers und Medailleurs Jochem Pechau (1929-1989) am rechten Treppenaufgang zum Westchor des Trierer Doms (2014).

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  • Ausschnitt der Stadtrekonstruktion "Trier um 1120" (Ausschnitt aus der Plakatbeilage in Lukas Clemens, Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion, Trier 1998).

    Ausschnitt der Stadtrekonstruktion "Trier um 1120" (Ausschnitt aus der Plakatbeilage in Lukas Clemens, Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion, Trier 1998).

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    Rheinisches Landesmuseum Trier (www.gdke.rlp.de) / Clemens, Lukas (Entwurf) / Herber, Nic (Ausführung)
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    Nic Herber (Ausführung); Lukas Clemens (Entwurf)
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  • Blick auf den Trierer Dom, Ansicht vom römischen Stadttor 'Porta Nigra' (2003).

    Blick auf den Trierer Dom, Ansicht vom römischen Stadttor 'Porta Nigra' (2003).

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  • Der Trierer Dom im abendlichen Schneetreiben, rechts im Hintergrund die Liebfrauenkirche (2004)

    Der Trierer Dom im abendlichen Schneetreiben, rechts im Hintergrund die Liebfrauenkirche (2004)

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Die heutige Universitätsstadt Trier ist die einzige Stadt, die nachweislich seit dem dritten Jahrhundert ununterbrochen Bischofssitz war und ist und somit auch seitdem eine Bischofskirche besitzt. Sie ist die Stadt mit dem „ältesten Dom nördlich der Alpen“ (Ronig 1980, S. 7). Die heutige altehrwürdige Kathedrale unterlag jedoch im Laufe der Jahrhunderte einem stetigen Wandel und veränderte somit stets ihr Antlitz und vermochte es verschiedene Stilepochen zu vereinen.

Der Wiederaufbau der konstantinischen Doppelkathedrale in ottonischer Zeit
Ein verheerendes Ereignis war der Normanneneinfall in Trier im Jahre 882, bei dem die frühchristliche Bischofskirche (vgl. den eigenen Objekteintrag) sehr stark beschädigt wurde. Der schleppende und nie zur Vollendung gelangte Wiederaufbau wurde erst im zehnten Jahrhundert in ottonischer Zeit in Angriff genommen. Dabei wurde die Nordkirche nahezu auf das heutige Maß im Westen verkürzt, der Chorraum umgestaltet, das Taufhaus einplaniert, „die beiden nördlichen Innenstützen des Quadratbaus (und) wahrscheinlich auch die südöstliche Rundstütze durch Kreuzpfeiler“ ummantelt (Ronig 1980, S. 33). An der Nordwand angrenzend wurde eine kleine Grabkapelle für Erzbischof Egbert von Holland (950-993, Erzbischof von Trier 977-993) errichtet, die bis 1792 bestand. Die Südkirche wurde nach Kempf lediglich in stark reduzierter Form wieder errichtet, indem es zur Anlage einer einschiffigen Halle mit östlich anschließendem Querhaus kam (Kempf 1980).

Romanische Umbaumaßnahmen
Unter Poppo von Babenberg (um 986-1047, Erzbischof von Trier 1016-1047) wurde mit weiteren umfangreichen romanischen Umbaumaßnahmen begonnen, die dazu beitrugen, das heute vorhandene Aussehen der Westfassade mit der Apsis und den Türmen zu gestalten. Die dreischiffige ottonische Vorkirche aus dem zehnten Jahrhundert wurde abgerissen und ein verkürztes Langhaus errichtet. Darüber hinaus wurde die noch fehlende südwestliche Rundstütze als Kreuzpfeiler hergerichtet. So wurde ein Chor geschaffen, dessen im Osten angrenzende Apsis, dem Hochaltar einen repräsentativeren Anblick gab. Diese teilweise stabilisierenden Bautätigkeiten waren auch dringend geboten, da zuvor die Gefahr eines Einsturzes gegeben war.

Gotische und barocke Einflüsse
Im späteren Verlauf wurden Anpassungen und Umgestaltungen vorgenommen, die die eigentliche Bausubstanz und den Grundriss unberührt ließen, sondern eher statisch die Nordkirche absicherten und eine „vollkommene Verschmelzung der im Laufe von neun Jahrhunderten zusammengewachsenen Bauteile zu einem einheitlichen Kirchenraum“ abschlossen (Ronig 1980, S. 51). Die statischen Absicherungen und Anpassungen erfolgten durch die Einwölbung des Domes und dadurch kam es zur Veränderung des Dachstuhles. Somit wurden ansatzweise gotische Elemente im 13. Jahrhundert integriert und dem damaligen Zeitgeist angepasst. Der elementarere gotische Bau war jedoch die heutige Liebfrauenkirche.

Die Nordkirche veränderte sich im späteren Verlauf in ihrer äußeren Erscheinung noch einmal, da der südwestliche Turm am Anfang des 16. Jahrhunderts um ein Stockwerk erhöht wurde, um die bürgerliche Stadtkirche Sankt Gangolf zu überragen. Ein Brand im Jahre 1717 führte dazu, dass das Äußere und Innere des Domes im barocken Stil neu gestaltet wurde. Wodurch sich der Innenraum- und die Lichtverhältnissen im Inneren veränderten. Außerdem wurde Anfang des 18. Jahrhunderts die Heilig-Rock Kapelle als östlicher Abschluss errichtet, um den Pilgern die Herrenreliquie angemessen präsentieren zu können.
Dies steht in direktem Zusammenhang mit der ersten Vorführung des Heiligen Rockes 1512 unter Kaiser Maximilian und den danach einsetzenden kriegerischen Auseinandersetzungen im 16. Jahrhundert, wodurch danach der Entschluss gefasst wurde, weitere Pilgerströme nach Trier zu lenken, die die wirtschaftliche Genesung vorantrieben und somit den Wiederaufbau unterstützten.

Während der Französischen Revolution wurde der Dom vorübergehend zweckentfremdet wie viele andere Kirchen und Klöster auch. Dabei kam es zum Beispiel zur zwischenzeitigen Unterbringung von Pferden im Dom. Am Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte eine weitere umfassende Domrestaurierung, die bis 1911 in mehreren Phasen ausgeführt wurde. Der letzte Eingriff wurde im 20. Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen, um einerseits Kriegsschäden zu beseitigen und andererseits, um den Dom dauerhaft für die Zukunft zu stabilisieren.

Der Trierer Dom ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes „Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“ sowie ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

(Christoph Jürgens, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Der Trierer Dom war KuLaDig-Objekt des Monats im September 2017.

Internet
www.dominformation.de: Der Trierer Dom St. Petrus (abgerufen 25.08.2017)
zentrum-der-antike.de: Dom (abgerufen 25.08.2017)

Literatur

Kempf, Theodor K. (1980)
Erläuterungen zum Grundriß der frühchristlichen Doppelkirchenanlage mit den Bauperioden bis zum 13. Jahrhundert. In: Ronig, Franz J.: Der Trierer Dom (Jahrbuch des RVDL 1978/79), S. 112-116. Neuss.
Ronig, Franz J. (Red.) (1980)
Der Trierer Dom. (Jahrbuch des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 1978/79.) S. 7, Neuss.
Schmid, Wolfgang (1998)
Poppo von Babenberg (†1047): Erzbischof von Trier, Förderer des hl. Simeon, Schutzpatron der Habsburger. Trier.

Hohe Domkirche Sankt Peter zu Trier (UNESCO Weltkulturerbe Trier)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Domfreihof / Liebfrauenstraße
Ort
54290 Trier
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 882
Koordinate WGS84
49° 45′ 22,33″ N, 6° 38′ 36,89″ O / 49.7562°, 6.64358°
Koordinate UTM
32U 330277.78 5514189.41
Koordinate Gauss/Krüger
2546419.17 5513490.9

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„Hohe Domkirche Sankt Peter zu Trier (UNESCO Weltkulturerbe Trier)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-94151-20140613-3 (Abgerufen: 20. November 2017)
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