Archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Naturschutz, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Borgwedel, Busdorf, Dannewerk, Eckernförde, Ellingstedt, Fahrdorf, Fleckeby, Hollingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg), Jagel, Schaalby, Schleswig, Selk, Windeby
Kreis(e): Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Übersichtskarte der archäologischen Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk in der Schleswiger Landenge zwischen Nord- und Ostsee

    Übersichtskarte der archäologischen Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk in der Schleswiger Landenge zwischen Nord- und Ostsee

    Copyright-Hinweis:
    Rappaport, Konrad / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Konrad Rappaport
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die wichtigsten Abschnitte, Orte und topographischen Elemente der Grenzlandschaft von Haithabu und Danwerk im Überblick.

    Die wichtigsten Abschnitte, Orte und topographischen Elemente der Grenzlandschaft von Haithabu und Danwerk im Überblick.

    Copyright-Hinweis:
    Rappaport, Konrad / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Konrad Rappaport
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Luftbildaufnahme von Haithabu mit umgebendem Halbkreiswall (2009)

    Luftbildaufnahme von Haithabu mit umgebendem Halbkreiswall (2009)

    Copyright-Hinweis:
    Fehre, Conny / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Conny Fehre
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Ruine der Waldemarsmauer aus dem 12. und 13. Jahrhundert (2017)

    Die Ruine der Waldemarsmauer aus dem 12. und 13. Jahrhundert (2017)

    Copyright-Hinweis:
    Lang, Michael / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Michael Lang
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Hauptwall des Danewerks im Querschnitt (2009) – deutlich zu erkennen sind Wallkörper (rechts) und vorgelagerter Graben (links)

    Der Hauptwall des Danewerks im Querschnitt (2009) – deutlich zu erkennen sind Wallkörper (rechts) und vorgelagerter Graben (links)

    Copyright-Hinweis:
    Hartmann, Wolfgang / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Wolfgang Hartmann
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick vom Krummwall des Danewerks nach Osten (2009). Dieser Abschnitt des Walls steht sowohl unter Denkmalschutz als auch unter Naturschutz.

    Blick vom Krummwall des Danewerks nach Osten (2009). Dieser Abschnitt des Walls steht sowohl unter Denkmalschutz als auch unter Naturschutz.

    Copyright-Hinweis:
    Heidenreich, Rainer / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Rainer Heidenreich
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick über das zentrale Siedlungsareal von Haithabu während der Ausgrabungen 1937

    Blick über das zentrale Siedlungsareal von Haithabu während der Ausgrabungen 1937

    Copyright-Hinweis:
    Archäologisches Landesmuseum, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Schleswig
    Fotograf/Urheber:
    Archäologisches Landesmuseum, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Karte der historischen Lage von Haithabu und Danewerk: Treffpunkt und Grenzraum der Friesen, Dänen, Sachsen und Slaven sowie kürzeste und sicherste Verbindung zwischen Nord- und Ostsee

    Karte der historischen Lage von Haithabu und Danewerk: Treffpunkt und Grenzraum der Friesen, Dänen, Sachsen und Slaven sowie kürzeste und sicherste Verbindung zwischen Nord- und Ostsee

    Copyright-Hinweis:
    Rappaport, Konrad / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Konrad Rappaport
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die Grenzbefestigung des Danewerks und das Handelszentrum Haithabu bilden zusammen das Zentrum der archäologischen Grenzregion zwischen Treene, Eider und Schlei. Der passierbare Landweg zwischen Nord- und Ostsee wurde durch die Flüsse und die Schlei auf nur wenige Kilometer verengt. Die Schleswiger Landenge der sich weit in das Landesinnere einschneidenden Schlei begünstigte, dass Haithabu und Danewerk – vor allem in der Wikingerzeit (750-1050 nach Christus) – ein bedeutender Knotenpunkt für Handel und kriegerische Konflikte zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa war.

Bedeutung des archäologischen Erbes
Die Grenzlandschaft
Danewerk
Haithabu

Bedeutung des archäologischen Erbes
Die archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und dem Danewerk gehört zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen in Schleswig-Holstein. An ihnen können Themen wie Handel, Konflikte, Innovationen und gesellschaftliche Entwicklungen skandinavischer Kulturen des frühen Mittelalters und der Wikingerzeit (750-1050 nach Christus) in Nordeuropa erforscht und vermittelt werden. Hier trafen Dänen, Friesen, Sachsen, Franken und Slawen aufeinander.

Die Vielfalt und die Qualität der archäologischen Zeugnisse von Haithabu und Danewerk weisen auf die einzigartige Rolle dieser Landschaft als Mitte eines Grenzraums zwischen dem christlichen Kontinentaleuropa und den skandinavischen Gesellschaften hin. Eine große Anzahl an Importen, darunter die reichhaltigen Funde in Haithabu, illustrieren die historische Vernetzung der Grenzlandschaft. Die Funde, einschließlich großer Mengen an organischem Material, bieten einen hervorragenden Einblick in die bedeutenden politischen Machtausübungen der dänischen Könige, den Ausbau von Handelsnetzwerken sowie kulturübergreifenden Austausch von Gesellschaften über mehrere Jahrhunderte in der Wikingerzeit.

Aufgrund der außergewöhnlichen kulturhistorischen Bedeutung wurde 2017 beantragt, Haithabu und Danewerk auf die UNESCO-Welterbeliste aufzunehmen.
nach oben

Die Grenzlandschaft
Danewerk und Haithabu sind in ihrer Entstehung stark durch die historische Topografie der Schleswiger Landenge bedingt. Diese ist noch heute für den aufgeschlossenen Betrachter in der Landschaft ablesbar.

Die Schlei als Meeresarm der Ostsee sowie Flussläufe und ausgedehnte Sumpflandschaften im Westen engten die Nord-Süd-Route (den Ochsenweg) als wichtige historische Verkehrsachse auf der jütischen Halbinsel auf natürliche Weise ein und boten zugleich als Landbrücke mit nur 18 km Länge den damals kürzesten und sichersten Weg zwischen der Ostsee, über den Hafen von Haithabu am inneren Ende der Schlei, und der Nordsee, über den Hafen von Hollingstedt an der Treene.
nach oben

Danewerk
Das Danewerk sicherte als Grenzbefestigung im Früh- und Hochmittelalter die Südgrenze des dänischen Reiches zu seinen kontinentaleuropäischen Nachbarn und kontrollierte den Ochsenweg und die Landbrücke zwischen den Wassersystemen der Nord- und Ostsee. Nach derzeitigen Forschungen wurde die früheste Bauphase bereits vor dem 6. Jahrhundert datiert. Im 8. Jahrundert wurde das Danewerk als Befestigungsanlage massiv ausgebaut und erstreckte sich über eine Strecke von 33 km. Das Befestigungssystem umfasste neben gebauten Strukturen wie Erdwällen, Holzpalisaden, Gräben, Steinmauern, Bermen (Absätze am Wall) und einem Sperrwerk im Wasser auch natürliche Hindernisse wie Gewässer und Niederungen, wie die Treene, Rheider Au, das Haddebyer und Windebyer Noor oder die Schlei.

Von der ursprünglichen Gesamtlänge von 33 km sind heute noch rund 27 km der gebauten Befestigungsstrukturen erhalten und wahrnehmbar. Das Danewerk ist durch verschiedene Ausbau- und Befestigungsphasen charakterisiert und spiegelt zugleich Wechsel und kontinuierlichen Gebrauch von Bautechniken und -materialien im Laufe der Jahrhunderte wider. Das Danewerk wird heutzutage nach dem Archäologen Andersen in folgende Abschnitte eingeteilt: Krummwall, Hauptwall, Nordwall, Verbindungswall, Kograben, Seesperrwerk und Osterwall.
nach oben

Haithabu
Im Zentrum der Grenzlandschaft stand Haithabu. In der Wikingerzeit war Haithabu eines der bedeutendsten Handelszentren im Ostseeraum und eine der ersten Städte in Nordeuropa. Sein Hafen mit großen Landebrücken diente als Umschlagplatz zwischen Nord- und Ostsee. Hier wurden Waren aus Nord- und Kontinentaleuropa sowie Vorderasien angeboten, gehandelt und verschifft. Es siedelten sich Handwerker wie Schmiede, Perlenmacher und Metallgießer an, die an diesem Ort ihre Produkte am besten absetzen konnten. Zeitweise lebten in Haithabu bis zu 2.000 Menschen. In dieser Blütezeit (10. Jahrhundert nach Christus) wurde Haithabu durch einen mächtigen Halbkreiswall vor Angriffen geschützt und mit dem Verbindungswall baulich an das Befestigungssystem des Danewerks angeschlossen.

(Christian Weltecke, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, finanziert vom Förderverein des Amtes Haddeby in Zusammenarbeit mit dem Verein für Busdorfer Geschichte, 2017)
nach oben

Quelle
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Denkmalarchiv, Gesamtbeschreibung von Haithabu-Danewerk nach Andersen, H.H.

Internet
alsh.de: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein - Welterbeantrag Haithabu und Danewerk (abgerufen 31.05.2017)
haithabu-danewerk.de: Haithabu und Danewerk (abgerufen 18.09.2017)
schloss-gottorf.de: Wikinger Museum Haithabu (abgerufen 18.09.2017)
danevirkemuseum.de: Danevirke Museum (abgerufen 18.09.2017)

Literatur

Andersen, H. H. (1998)
Danevirke og Kovirke. Arkæologiske undersøgelser 1861-1993. Danewerk und Kograben. Archäologische Untersuchungen 1861-1993. Århus.
Andersen, H. Hellmuth (1995)
Das Danewerk im Früh- und Hochmittelalter. Flensburg.
Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) Stuttgart.
Maixner, Birgit (2010)
Haithabu. Fernhandelszentrum zwischen den Welten ; Begleitband zur Ausstellung im Wikinger Museum Haithabu. Schleswig.

Archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Archäologie, Naturschutz, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 450 bis 500
Koordinate WGS84
54° 29′ 29,28″ N, 9° 34′ 0,41″ O / 54.49147°, 9.56678°
Koordinate UTM
32U 536713.01 6038352.47
Koordinate Gauss/Krüger
3536795.96 6040328.59

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271183 (Abgerufen: 24. April 2018)
Seitenanfang