Der historische Landweg verlief größtenteils nördlich des Danewerks, das in Hollingstedt sein westliches Ende findet. Südöstlich der heutigen Brücke lag der Hollingstedter Hafen. Er wurde im 12. Jahrhundert mit hölzernen Plattformen befestigt. Da auf der Höhe des Hollingstedter Hafens ein Ausläufer der Geest bis unmittelbar an die sonst von Marsch und Moor begleitete Treene heranreicht, bot sich hier eine günstige Gelegenheit, um mit dem Schiff anzulanden. Man erreichte vom Schiff aus direkt festen Grund.
Kaufleute luden ihre Handelswaren von den Schiffen auf Ochsenkarren um und transportierten sie entlang des Danewerks weiter. So gelangte auch vulkanischer Tuffstein aus der Eifel hierher. Die Hollingstedter St. Nikolaus-Kirche besteht zum Teil aus diesem Material. Sie ist im romanischen Baustil des 11. bis 13. Jahrhundert errichtet.
Das Hollinghuus neben der Schule im Ortszentrum informiert über die archäologischen Ausgrabungen, die zwischen 1995 und 1998 in Hollingstedt stattfanden. Dabei wurden zwei Schiffslandeplätze und große Mengen von unterschiedlichen, wikingerzeitlichen Funden aus dem Rheinland und aus Norwegen entdeckt und geborgen. Sie belegen den überregionalen Warenverkehr zwischen Nord- und Ostsee über die Schleswiger Landenge. Durch moderne Bebauung ist vom wikingerzeitlichen Hafen heute oberirdisch nichts mehr zu erkennen.
(Christian Weltecke, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, finanziert vom Förderverein des Amtes Haddeby in Zusammenarbeit mit dem Verein für Busdorfer Geschichte, 2017)
Quelle
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Denkmalarchiv, Gesamtbeschreibung von Haithabu-Danewerk nach H. H. Andersen.
Internet
www.haithabu-danewerk.de: Haithabu und Danewerk (Abgerufen: 31.05.2017)
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