Kograben des Danewerks

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Dannewerk, Jagel, Selk
Kreis(e): Schleswig-Flensburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Digitales Geländemodell (DGM) des Kograbens. Südlich grenzt der Fliegerhorst Schleswig/Jagel an.

    Digitales Geländemodell (DGM) des Kograbens. Südlich grenzt der Fliegerhorst Schleswig/Jagel an.

    Copyright-Hinweis:
    GeoBasis DE/LVermGeo SH (www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de)
    Fotograf/Urheber:
    GeoBasis DE/LVermGeo SH
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Aufnahme des schnurgeraden Kograbens (Danewerk, 2017)

    Aufnahme des schnurgeraden Kograbens (Danewerk, 2017)

    Copyright-Hinweis:
    Hermannsen, Linda / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Linda Hermannsen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf den Kograben des Danewerks Richtung Süden (2017)

    Blick auf den Kograben des Danewerks Richtung Süden (2017)

    Copyright-Hinweis:
    Hermannsen, Linda / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Linda Hermannsen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Kograben des Danewerks ist denkmalgeschützt und zu weiten Teilen auch Naturschutzgebiet (2005).

    Der Kograben des Danewerks ist denkmalgeschützt und zu weiten Teilen auch Naturschutzgebiet (2005).

    Copyright-Hinweis:
    Hermannsen, Linda / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Linda Hermannsen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Schematische Darstellung der archäologisch identifizierten Konstruktionsphasen des Danewerks. Vom Kograben ist nur die Bauphase mit dem charakteristischen V-Graben bekannt.

    Schematische Darstellung der archäologisch identifizierten Konstruktionsphasen des Danewerks. Vom Kograben ist nur die Bauphase mit dem charakteristischen V-Graben bekannt.

    Copyright-Hinweis:
    Rappaport, Konrad / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Konrad Rappaport
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ausgehend vom Hauptwall wurde das Danewerk im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgedehnt und umgebaut.

    Ausgehend vom Hauptwall wurde das Danewerk im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgedehnt und umgebaut.

    Copyright-Hinweis:
    Rappaport, Konrad / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)
    Fotograf/Urheber:
    Konrad Rappaport
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Der Kograben gehört zur Grenzbefestigung des Danewerks. Er wurde südlich der bestehenden Abschnitte des Danewerks angelegt. Somit rückte Haithabu als wichtige Handelsstadt von der vorderen Verteidigungslinie weiter ins geschützte Hinterland. Der schnurgerade verlaufende Kograben verläuft zwischen zwei natürlichen Hindernissen: dem Selker Noor nahe dem Handelszentrum Haithabu und der Flussniederung der Rheider Au. Höchstwahrscheinlich errichtete ihn Harald Blauzahn gegen Ende des 10. Jahrhundert nach Christus, um auf die gerade überwundene ostfränkische Herrschaft im dänischen Grenzgebiet zu reagieren.

Geschichtlicher Hintergrund
Mit dem Bau des Verbindungswalls um 970 wird Haithabu zum ersten Mal an die Grenzbefestigung des Danewerks angeschlossen. Die Strategie der dänischen Könige im dänisch-fränkischen Grenzraum ändert sich damit. Dies wird umso deutlicher mit der Errichtung des Kograbens um etwa ein Jahrzehnt später.
Sehr wahrscheinlich bald nach der Befreiung von der ostfränkischen Herrschaft um 983 kam es mit der Errichtung des Kograbens, der deutlich südlich der bisherigen Wallzüge von Hauptwall, Nordwall, Verbindungswall und Halbkreiswall angelegt wurde, zu einer wesentlichen Neukonzeption des Danewerks. Durch diesen Bau wurde zum einen die Verteidigungslinie verkürzt, zum anderen lag Haithabu nun nicht mehr im ungeschützten Vorland, sondern hinter der befestigten Grenze des dänischen Königreiches. Neben dem Aspekt des Schutzes kann auch eine rechtliche Abgrenzung des Territoriums von Haithabu eine Rolle gespielt haben.

Der Kograben ist aus einem Erdwall mit Palisadenfront, Berme (Absatz) und Spitzgraben aufgebaut. Die geradlinige und einheitliche Ausführung ist eine technische Meisterleistung und erinnert an die neuartige, streng geometrische Bauform der gleichzeitig errichteten Trelleborgen auf Seeland, die auf den dänischen König Harald Blauzahn zurückgeführt werden. Aufgrund der baulichen und zeitlichen Analogien ist der Bau des Kograbens daher wahrscheinlich ebenfalls durch Harald Blauzahn oder seinen Nachfolger Sven Gabelbart († 1014) veranlasst worden.

Sichtbarkeit, Erhaltungszustand und Nutzung
Der fast 6,5 km lange, schnurgerade Kograben bildet die kürzeste Verbindung zwischen der heute verlandeten Flussniederung der Rheider Au und dem Selker Noor. Beide Gewässer stellten als natürliche Hindernisse einen wichtigen Teil der Verteidigungslinie des Danewerks dar. Damit blockiert er die Schleswiger Landenge an ihrer schmalsten Stelle.
Die ursprüngliche Palisadenfront des Kograbens ist heute nicht mehr vorhanden, stattdessen nur noch Erdwall, Berme und davor gelegenem Spitzgraben. Wallkörper und Graben sind noch fast unversehrt zwischen der Landstraße (Rheider Weg) im Westen und dem Ochsenweg im Osten erhalten.

Weite Teile des Kograbens sind jedoch inzwischen geschleift oder zumindest stark beeinträchtigt. Die stärksten Einflussfaktoren sind hier der Kiesabbau in Selk, der Infrastrukturausbau (Autobahn), der Ausbau des Militärflughafens sowie die Landwirtschaft. Beim Bau der Autobahn A 7 konnte archäologisch eine Toranlage festgestellt werden. Es wird vermutet, dass sich an der Schnittstelle zwischen Kograben und Ochsenweg ein weiteres Tor befand.

(Christian Weltecke, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, finanziert vom Förderverein des Amtes Haddeby in Zusammenarbeit mit dem Verein für Busdorfer Geschichte, 2017)

Quelle
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Denkmalarchiv, Gesamtbeschreibung von Haithabu-Danewerk nach Andersen, H.H.

Internet
www.alsh.de: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein - Welterbeantrag Haithabu und Danewerk (Abgerufen: 31.05.2017)
www.haithabu-danewerk.de: Haithabu und Danewerk (Abgerufen: 17.09.2017)

Literatur

Andersen, H. H. (1998)
Danevirke og Kovirke. Arkæologiske undersøgelser 1861-1993. Danewerk und Kograben. Archäologische Untersuchungen 1861-1993. Århus.
Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) Stuttgart.
Raddatz, Klaus (1944)
Die Untersuchung des Kograbens in der Gemarkung Dannewerk. In: Offa : Berichte und Mitteilungen zur Urgeschichte, Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie, S. 118-122. o. O.

Kograben des Danewerks

Schlagwörter
Ort
24884 Selk - Oberselk
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn 980 bis 1000
Koordinate WGS84
54° 28′ 9,13″ N, 9° 31′ 32,05″ O / 54.4692°, 9.52557°
Koordinate UTM
32U 534062.06 6035854.48
Koordinate Gauss/Krüger
3534144.01 6037829.55

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Kograben des Danewerks”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271244 (Abgerufen: 22. Februar 2018)
Seitenanfang