Osterwall des Danewerks

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Eckernförde, Fleckeby, Windeby
Kreis(e): Rendsburg-Eckernförde
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Digitales Geländemodell (DGM) des Osterwalls des Danewerks

    Digitales Geländemodell (DGM) des Osterwalls des Danewerks

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  • Der Osterwall des Danewerks im Spätsommer (2016)

    Der Osterwall des Danewerks im Spätsommer (2016)

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  • Luftbildaufnahme vom Osterwall am Windebyer Noor (2005)

    Luftbildaufnahme vom Osterwall am Windebyer Noor (2005)

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  • Schematische Darstellung der archäologisch identifizierten Konstruktionsphasen des Danewerks. Der Osterwall besteht aus zwei unterschiedlichen Konstruktionsarten.

    Schematische Darstellung der archäologisch identifizierten Konstruktionsphasen des Danewerks. Der Osterwall besteht aus zwei unterschiedlichen Konstruktionsarten.

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  • Ausgehend vom Hauptwall wurde das Danewerk im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgedehnt und umgebaut.

    Ausgehend vom Hauptwall wurde das Danewerk im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgedehnt und umgebaut.

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Der Osterwall ist der östlichste Teil des Danewerks. Er sperrt den Zugang nach Schwansen zwischen der sumpfigen Flussniederung der Osterbek und dem Windebyer Noor. Der Osterwall schützte die Halbinsel Schwansen südlich der Schlei. Dort lagen mehrere wikingerzeitliche Siedlungen. Wie an anderen Abschnitten des Danewerks werden auch am Osterwall die natürlichen Hindernisse, wie Sumpf und Gewässer, verteidigungsstrategisch in das Wallsystem eingebunden. Damals war der westliche Teil, wie auch der Hauptwall, Nordwall und der Kograben, mit einer hölzernen Palisade gesichert.

Geschichtlicher Hintergrund
Das Danewerk wurde am stärksten in der Mitte des 8. Jahrhunderts nach Christus (737/740) ausgebaut, als gerade das Fränkische Reich Kriegszüge gegen die Sachsen südlich der Elbe führte und die slawischen Stämme den südöstlichen Teil der jütischen Halbinsel zu besetzen begannen. Beide Entwicklungen könnten von den dänischen Eliten als mögliche Bedrohung Dänemarks betrachtet worden sein.
In dieser Zeit wird der Hauptwall verstärkt und entlang der Landenge an möglichen Passagen durch den 7,5 km langen Krummwall im Westen, den 1,5 km langen Nordwall im Osten, das Seesperrwerk in der Schlei sowie wahrscheinlich zur gleichen Zeit durch den 4 km langen Osterwall im Osten verlängert. So entsteht die größte Wall- und Befestigungsstruktur in Nordeuropa bis zu dieser Zeit. Damit kann der massive Ausbau des Danewerks als ein deutliches und frühes archäologisches Zeugnis der territorialen Machtausdehnung des dänischen Königreichs gedeutet werden.

Am Zugang zur dänisch besiedelten Landschaft Schwansen südlich der Schlei legte man den Osterwall an, dessen beide Abschnitte unterschiedlich aufgebaut sind. Der westliche Teil bestand aus einem Erdwall mit Frontpalisade. Der östliche Abschnitt war als ein einfacher Erdwall nur mit einer Grasnarbe bedeckt sowie vorgelagertem Graben angelegt. Die Datierung und die Zuordnung des Osterwalls zum westlichen Danewerk erfolgen nur über seine Konstruktionsweise und sind damit keinesfalls sicher. In seiner Bauweise ähnelt er dem Nordwall des Danewerks aus dem 8. Jahrhundert.

Sichtbarkeit, Erhaltungszustand und Nutzung
Der Osterwall erstreckt sich über knapp 3 km zwischen drei Feuchtgebieten: dem zur Schlei führenden Tal des Baches Osterbek, der Niederung von Kochendorf und dem Windebyer Noor als ehemalige Ostseebucht. Im Westen beginnt der Wall schwach ausgeprägt in einem Waldstück am Rande der Bachniederung und führt dann geradlinig als heckenartiger Wallrest über Ackerland, um im leicht welligen Gelände am westlichen Ortsrand von Kochendorf zu enden. Die Niederung der Osterbek reicht in einer Verlängerung bis in die Ortslage Kochendorf. Daher ist unklar, ob der Wall innerhalb des heutigen Ortes jemals geschlossen war oder von der Niederung unterbrochen wurde. Vom östlichen Ortsrand an verläuft der Wall etwa 700 m bis zum Windebyer Noor über Ackerland und Weiden.

Teile des Osterwalls sind inzwischen geschleift oder zumindest stark beeinträchtigt. Das bedeutet, dass der Wallkörper teilweise nur unter einem Knick erhalten ist. Der vorgelagerte Graben ist im Rahmen von Ausgrabungen nachgewiesen, aber nicht mehr im Gelände zu erkennen. In Kochendorf ist der Wall, wenn er hier jemals vorhanden war, vollständig geschleift.
Die stärksten Einflussfaktoren auf den Erhaltungszustand und die Sichtbarkeit sind hier Siedlungstätigkeit und Infrastrukturausbau (Straße, Bahn) sowie die Landwirtschaft.

Der Osterwall selbst bietet keine touristische Inszenierung, jedoch laden die Kulturlandschaft des Windebyer Noors mit ihren zahlreichen archäologischen Stätten, Kulturdenkmälern und landschaftlichen Werten zu einer Rad- oder Wandertour ein. Informationstafeln vor Ort liefern Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten.

(Christian Weltecke, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, finanziert vom Förderverein des Amtes Haddeby in Zusammenarbeit mit dem Verein für Busdorfer Geschichte, 2017)

Quelle
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Denkmalarchiv, Gesamtbeschreibung von Haithabu-Danewerk nach Andersen, H.H.

Internet
www.alsh.de: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein - Welterbeantrag Haithabu und Danewerk (Abgerufen: 31.05.2017)
www.haithabu-danewerk.de: Haithabu und Danewerk (Abgerufen: 14.09.2017)

Literatur

Andersen, H. H. (1998)
Danevirke og Kovirke. Arkæologiske undersøgelser 1861-1993. Danewerk und Kograben. Archäologische Untersuchungen 1861-1993. Århus.
Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) Stuttgart.
Jessen, Willers (1937)
Der Osterwall in seiner heutigen Beschaffenheit. In: Offa , Bd. 2/1937, S. 105-110 + 1 Kt. : Ill, Neumünster.

Osterwall des Danewerks

Schlagwörter
Ort
24340 Windeby - Kochendorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn 735 bis 800
Koordinate WGS84
54° 28′ 35,37″ N, 9° 46′ 30,03″ O / 54.47649°, 9.77501°
Koordinate UTM
32U 550219.11 6036814.78
Koordinate Gauss/Krüger
3550307.48 6038790.57

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Empfohlene Zitierweise
„Osterwall des Danewerks”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271246 (Abgerufen: 21. August 2018)
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