Adendorfer Ländchen (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 268)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung, Archäologie
Gemeinde(n): Grafschaft, Meckenheim (Nordrhein-Westfalen), Wachtberg
Kreis(e): Ahrweiler, Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
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Das Adendorfer Ländchen ist hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Kulturlandschaftsbereich nördlich der Wasserscheide zwischen Ahr und Swist / Rhein, auf der hier die mittelalterliche Heerstraße von Aachen über Sinzig nach Frankfurt verläuft; seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Freiherren von der Leyen und seit dem 17. Jahrhundert reichsunmittelbare Herrschaft; vielfältig strukturiert durch die Burganlagen Münchhausen, Adendorf, Trutzenburg und Sommersberg sowie mittelalterliche Grabenanlagen Schäferhof, Zingsheimer Hof und Sommersberger Hof (Bodendenkmäler), die Kirchdörfer Adendorf, Arzdorf, Fritzdorf, den Weiler Klein-Villip sowie durch das System aus Siedlungen, Wegen und landwirtschaftlicher Landnutzung (heute überwiegend Obstbau), Basaltsteinbrüche östlich von Arzdorf, Töpfereibetriebe von Adendorf.

Burg Adendorf: eine der am besten erhaltenen Wasserburganlagen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis mit Bauteilen vom 14. bis 19. Jahrhundert, kastellartige (Kastell als Burg oder befestigter Ort) Renaissance-Anlage: Herrenhaus von 1659, Vorburg des 17./18. Jahrhunderts hufeisenförmig zum Hochschloss geöffnet; wasserumgrenzter Park mit altem Baumbestand sowie Gärten erhalten (große Obstwiese im östlichen Parkbereich); Linden- und Kastanienallee von der Chaussee; Wasserburganlagen mit Wasserzufuhr über Quellen und Ableitung über den Arzdorfer Bach; Sichtbezüge aus der freien Landschaft, insbesondere von Südwesten, Süden, Südosten (Aachen-Frankfurter Heerstraße) und von Osten; Sichtachse zur Tomburg. Westlich angrenzend mittelalterliche Grabenanlage und Gutshof Schäferhof.

Burg Münchhausen: an der ehemaligen Aachen-Frankfurter Heerstraße in der Nachfolge der 893 nachgewiesenen Prümer Grundherrschaft entstandene Wasserburg mit vier voneinander abgesetzten Bauteilen des 12. bis 20. Jahrhunderts (Torturm um 1200, runder Bergfried des 12. Jahrhunderts, Palas 12./13. Jahrhundert), Grabensystem; umgeben von Ackerflächen, Obstweiden und altem Baumbestand; nordöstlich von Burg Münchhausen im Wald historische Tonentnahmestellen des 18. Jahrhunderts erhalten.

Sommersberger Hof, eine ehemalige Burganlage mit doppeltem Grabensystem (verlandet), Reste des Haupthauses, Vorburg zum Gutshof ausgebaut, Lindenreihe. – Am Arzdorfer Bach Grimmersdorfer Hof mit Hofbaum, westlich Hohlweg des Kirchwegs nach Merl. – Forsthaus Adendorf am südlichen Rand des Kottenforsts.

Fritzdorfer Windmühle: landschaftsbestimmend auf der Wasserscheide gelegene Turmwindmühle von 1842 in Bruchstein, alte Birnbaumallee von Fritzdorf heraufführend. Blicke zur Tomburg und zum Siebengebirge.

Wegesystem mit zahlreichen Wegekreuzen und Heiligenhäuschen an Einmündungen und Kreuzungen; Chaussee des 19. Jahrhunderts von Meckenheim zum Rhein bei Mehlem mit historischem Meilenstein östlich von Adendorf.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern der Elemente und Strukturen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Stadt- und Ortskernen sowie des industriekulturellen Erbes
  • Bewahren und Sichern der Elemente, Strukturen und Sichträume von Adelssitzen und Hofanlagen
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Bewahren und Sichern archäologischer und paläontologischer Bodendenkmäler in ihrem Kontext

Aus: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, Köln 2016.

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln (abgerufen am 01.10.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2016)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 210-211, Köln.

Adendorfer Ländchen (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 268)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2016
Koordinate WGS84
50° 36′ 27,73″ N, 7° 04′ 56,54″ O / 50.6077°, 7.08237°
Koordinate UTM
32U 364314.14 5607956.55
Koordinate Gauss/Krüger
2576661.68 5608565.54

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„Adendorfer Ländchen (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 268)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252229 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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