Spuren der Keramikproduktion in Frechen

Keramikgeschichte Frechen

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
  • Weihnachtsbeleuchtung in der Frechener Innenstadt Bartmannkrugmotiv (2024)

    Weihnachtsbeleuchtung in der Frechener Innenstadt Bartmannkrugmotiv (2024)

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    Nicole Schmitz / Landschaftsverband Rheinland / CC BY 4.0
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    Nicole Schmitz
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Diese Objektgruppe enthält Objekte mit Bezug zur Keramikgeschichte der Stadt Frechen. Die hier aufgeführten Kulturlandschaftselemente wurden im Zuge des Projektes „Kulturlandschaftliche Erfassung und Vermittlung des kulturhistorischen Erbes der Frechener Keramikproduktion“ recherchiert und erstellt. Das Projekt wurde mit 60.000 € von der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland unterstützt.

Die Geschichte der Keramikproduktion ist Wirtschafts-, Sozial- und Siedlungsgeschichte zugleich. Über Jahrhunderte war Frechen von Töpfereien und Steinzeugwerken geprägt. Die weithin sichtbaren Fabrikschlote gehörten ebenso zum Stadtbild wie die Töpferwerkstätten, in denen Generationen von Menschen ihren Lebensunterhalt verdienten. Von diesen einst weltweit bedeutenden Stätten der Keramikproduktion sind heute allerdings nur noch wenige sichtbare Spuren erhalten. Töpfereien und Fabriken wurden abgerissen und wichen moderner Infrastruktur, Straßen, Parkhäusern, Einkaufszentren sowie Gewerbe- und Wohngebieten. Selbst erhaltene Zeugnisse verraten ihre frühere Funktion häufig nicht auf den ersten Blick, obwohl sie manch spannende Geschichte zu erzählen haben.

Mit der Schließung des letzten Steinzeugwerks 2018 endete in Frechen eine Handwerks- und Industriegeschichte, die in ihrer Dauer, ihrer räumlichen Konzentration und ihrer internationalen Bedeutung außergewöhnlich ist. Die verbliebenen Fabrikgebäude, Siedlungen, Verkehrs- und Versorgungsstrukturen sowie die erhaltene Baukeramik (Ooms´sche Keramik und KerAion-Platten) sind deshalb weit mehr als Relikte einer vergangenen Ära. Sie dokumentieren die Entwicklung eines international bedeutsamen traditionellen Töpferdorfes zu einem ebenso international bedeutenden Zentrums der keramischen Industrie.

Die Frechener Steinzeugindustrie steht dabei beispielhaft für eine einzigartige Verbindung von verfügbarem Rohstoff, über Jahrhunderte gewachsenem handwerklichem Wissen (Töpferei), unternehmerischer Initiative, technischer Innovation und internationaler Vernetzung. Ihre Produkte entwässerten Städte, bekämpften hygienische Probleme, erschlossen landwirtschaftliche Flächen und gelangten in zahlreiche Länder der Welt. Ihre technischen Innovationen veränderten die industrielle internationale Steinzeugproduktion nachhaltig. Über Generationen prägten ihre Produktionsstätten Frechen wirtschaftlich, sozial und räumlich. Das Beispiel der Frechener Keramikproduktion stellt geradezu lehrbuchhaft die Prozesse der Industrialisierung und Deindustrialisierung dar.

Aus diesen Gründen besitzen die erhaltenen Spuren dieser nun abgeschlossenen Ära einen hohen Zeugnis- und Identifikationswert. Der Bartmannkrug und das Steinzeugrohr stehen heute nicht nur für zwei unterschiedliche Epochen der Frechener Keramikgeschichte. Sie stehen für eine Stadt, deren Identität über Jahrhunderte untrennbar mit Ton, Töpferei und Keramik verbunden war.

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)

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Nicole Schmitz (2026), „Spuren der Keramikproduktion in Frechen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-355652 (Abgerufen: 16. Oktober 2026)
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