Naherholungsgebiet Fühlinger See

Fühlinger Heide

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Bereich der Startrampe der Ruder-Regattastrecke am Fühlinger See in Norden von Köln (2011).

    Der Bereich der Startrampe der Ruder-Regattastrecke am Fühlinger See in Norden von Köln (2011).

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  • Blick vom Flugzeug aus auf Köln-Fühlingen, das Naherholungsgebiet Fühlinger See, die Bundesstraße B 9 und Köln-Merkenich im Hintergrund (2018).

    Blick vom Flugzeug aus auf Köln-Fühlingen, das Naherholungsgebiet Fühlinger See, die Bundesstraße B 9 und Köln-Merkenich im Hintergrund (2018).

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  • Ein Teil der Fühlinger Seen im Norden von Köln mit Fußweg und Grünfläche (2007).

    Ein Teil der Fühlinger Seen im Norden von Köln mit Fußweg und Grünfläche (2007).

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  • Luftaufnahme des Naherholungsgebiets "Fühlinger See" im Norden von Köln aus östlicher Blickrichtung (2012).

    Luftaufnahme des Naherholungsgebiets "Fühlinger See" im Norden von Köln aus östlicher Blickrichtung (2012).

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Das Naherholungsgebiet Fühlinger See – häufig auch als „Fühlinger Heide“ bezeichnet – liegt im linksrheinischen Norden der Stadt Köln. Als Stadtteil 602 gehört Fühlingen zum Stadtbezirk 6 Chorweiler. Die sieben künstlich angelegten und miteinander verbundenen Seen bieten Gelegenheit für zahlreiche Wassersportaktivitäten und das Umfeld bietet zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Der Kölner Stadtteil Fühlingen
Der Stadtteil Fühlingen liegt im nördlichsten Kölner Stadtbezirk Chorweiler. Die Eingemeindung der ehemaligen Bürgermeisterei Worringen, zu der Fühlingen gehörte, nach Köln erfolgte 1922.
Ab 1951/52 wurde in der Fühlinger Heide eine Teststrecke für die Alweg-Einschienen-Schnellbahn erbaut, diese wurde aber bereits 1967 wieder abgerissen (vergleiche den Eintrag „Alwegbahn“). Mitte der 1960er Jahre gab es seitens der Stadt Köln Planungen zum Abriss des gesamten Orts Fühlingen. Das Ziel war die Errichtung einer „grünen Trennungsschneise“ zwischen der „Neuen Stadt“ Chorweiler mit überwiegend Wohnbebauung und einer seinerzeit geplanten Industrieschiene längs des Rheins. Nach heftigen Protesten der Anwohner wurde dieser Plan 1973 aufgegeben.

Die Schlacht von Worringen auf der Fühlinger Heide (5. Juni 1288)
Die bedeutende Schlacht von Worringen, das blutige Finale des seit 1283 andauernden Limburger Erbfolgestreits zwischen dem Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg (um 1260-1297), und dem Herzog von Brabant, Johann I. (um 1252-1294), trug sich im Bereich der Fühlinger Heide und des Worringer Bruchs nordwestlich des heutigen Fühlingen zu.
Der Ausgang dieser Schlacht mit mehreren hundert Toten veränderte das politisch-strategische Machtgefüge im Rheinland wesentlich: Zum einen wurde die Vormachtstellung des Kölner Erzstifts am Niederrhein gebrochen, zum anderen „bestimmte (die Schlacht) auch das politische Schicksal der Stadt Köln, die auf Seiten der Gegner des Erzbischofs gestanden hatte. Sie war seitdem eine Freie Stadt, 1475 formell Reichsstadt“ (www.rheinische-geschichte.lvr.de).

Das Naherholungsgebiet Fühlinger See
Das häufig auch als „Fühlinger Heide“ bezeichnete Naherholungsgebiet Fühlinger See – korrekt wäre eigentlich „Fühlinger Seen“ – besteht aus sieben künstlich angelegten und miteinander verbundenen Seen mit insgesamt rund 100 Hektar Wasserfläche.
Die ersten Gewässerflächen entstanden ab etwa 1912 als Baggerseen in der Nachfolge eines umfassenden Kiesabbaus in der Fühlinger Heide für den Bau der Bahnstrecken Köln-Aachen und Köln-Krefeld. „Die Gruben füllten sich aufgrund des nahe gelegenen Rheins und des unterirdischen alten Rheinarms schnell mit Grundwasser. Bereits in den 1930er Jahren, noch bei aktivem Baggerbetrieb, kamen Badegäste in den Kölner Norden“ (de.wikipedia.org, Fühlinger See).
Das Gebiet von Fühlingen wurde in den 1960er Jahren verstärkt durch die Stadtplanung beansprucht: Im Rahmen der Gestaltung des „neuen“ Kölner Stadtteils Chorweiler, dessen Zentrum in den 1970er Jahren als typisches Beispiel der Städte- und Wohnungsbaupolitik dieser Epoche entstand, wurden Erholungsanlagen im Bereich des Fühlinger Sees für Sport-, Angel- und Badezwecke geplant. Durch die Rekultivierung der alten Kiesgruben entstand ab 1967 allmählich das Naherholungsgebiet Fühlinger See.
Durch die Grundwasserspeisung der Seen und die Nähe zum Rhein – die Entfernung beträgt nur etwa zwei Kilometer – schwankt der vom Pegel des Rheinwassers abhängige Wasserspiegel mit Differenzen von bis zu zwei Metern für ein Gewässer ohne Zu- und Abfluss beträchtlich.

Die gesamte Anlage gliedert sich über die Nutzungsformen der einzelnen Seen. Diese sind insbesondere für Wassersportaktivitäten gestaltet und teils über Durchfahrten miteinander verbunden.
Zentral angelegt ist die Ruder- und Kanu-Regattastrecke mit einer Gesamtlänge von 2300 Metern und sechs Wettkampf- und Trainingsbahnen von jeweils 2000 Metern Länge. Neben zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben fanden hier 1998 die Ruder-Weltmeisterschaften statt.
Daneben werden Teile der Gewässeranlage auch als eintrittspflichtiges Freibad genutzt: „An heißen Sommerwochenenden befinden sich bis zu 80.000 Menschen am und im Wasser des Sees, was für die Wasserqualität problematisch werden kann. Im Sommer 1996 mussten die Gewässer zeitweilig gesperrt werden, da die Schadstoffkonzentration vorgegebene Grenzwerte überstieg“ (de.wikipedia.org, Fühlinger See).
Aber nicht nur die Wasserbelastung durch das Baden, auch das „wilde Grillen“ auf den vielen Wiesen rund um den Fühlinger See wird durch den dadurch entstehenden Müll und die Brandgefahr zunehmend kontrovers diskutiert.

Das durch die Bundesstraße B 9 (Neusser Landstraße), die Bundesautobahn A 1 und Teile des ehemaligen Orts Feldkassel (heute Gewerbegebiet, Kölner Fordwerke) begrenzte Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet mit 84 Hektar Umfang wird von einem 19 Kilometer langen Netz von Gehwegen durchzogen, diese sind zum Teil als Reitwege ausgewiesen und laden auch zum Radfahren, Joggen und Inlineskaten ein.
Das Erholungs- und Sportangebot wird durch Beachvolleyballfelder, einen Hochseilgarten und andere Kleinanlagen sowie ein gastronomisches Angebot ergänzt. Der Fühlinger See dient ferner als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte – u.a. regelmäßig das Reggae-Festival „Summerjam“ –, Modelflugtage und andere Sportveranstaltungen wie etwa Triathlon-Rennen.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012)

Internet
de.wikipedia.org: Fühlinger See (abgerufen 24.10.2012)
de.wikipedia.org: Köln-Fühlingen (abgerufen 24.10.2012)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Epochen, Die Rheinlande im Spätmittelalter (1288-1521) (abgerufen 25.10.2012)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Ereignisse, 1288 bis 1521 (abgerufen 25.10.2012)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 616-617, Stuttgart.

Naherholungsgebiet Fühlinger See

Schlagwörter
Ort
Köln - Fühlingen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1912 bis 1975
Koordinate WGS84
51° 01′ 29,06″ N, 6° 55′ 18,82″ O / 51.02474°, 6.92189°
Koordinate UTM
32U 354264.3 5654630.85
Koordinate Gauss/Krüger
2564723.23 5654803.25

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„Naherholungsgebiet Fühlinger See”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-55865-20121025-2 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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