Synagoge Zündorf

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 52′ 7,8″ N: 7° 02′ 40,96″ O 50,86883°N: 7,04471°O
Koordinate UTM 32.362.417,06 m: 5.637.060,19 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.573.585,53 m: 5.637.575,11 m
  • Rückwärtige Ansicht der früheren Synagoge Zündorf mit der 2020/21 wieder hergestellten Fenstergliederung samt den ursprünglichen Rundbogenfenstern (2022).

    Rückwärtige Ansicht der früheren Synagoge Zündorf mit der 2020/21 wieder hergestellten Fenstergliederung samt den ursprünglichen Rundbogenfenstern (2022).

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    Franz-Josef Knöchel
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  • Historische Anzeige mit der Einladung zu den Einweihungsfeierlichkeiten der Synagoge "zu Niederzündorf" vom 18. bis 20. August 1882.

    Historische Anzeige mit der Einladung zu den Einweihungsfeierlichkeiten der Synagoge "zu Niederzündorf" vom 18. bis 20. August 1882.

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  • Synagoge Zündorf: Bei Renovierungsarbeiten 2020/21 wieder hergestellte, zuvor vermauerte Rundbogen und Rundbogenfenster im oberen Geschoss an der Nordseite (2022).

    Synagoge Zündorf: Bei Renovierungsarbeiten 2020/21 wieder hergestellte, zuvor vermauerte Rundbogen und Rundbogenfenster im oberen Geschoss an der Nordseite (2022).

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  • Synagoge Zündorf: Bei Renovierungsarbeiten 2020/21 wieder hergestellte, zuvor vermauerte Rundbogen und Rundbogenfenster im oberen Geschoss an der Nordseite (2022).

    Synagoge Zündorf: Bei Renovierungsarbeiten 2020/21 wieder hergestellte, zuvor vermauerte Rundbogen und Rundbogenfenster im oberen Geschoss an der Nordseite (2022).

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  • Rückwärtige Ansicht der früheren Synagoge Zündorf mit einem 2020/21 wieder erkennbar gemachten ursprünglichen Rundbogen an der Nordseite (2022).

    Rückwärtige Ansicht der früheren Synagoge Zündorf mit einem 2020/21 wieder erkennbar gemachten ursprünglichen Rundbogen an der Nordseite (2022).

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  • Synagoge in Köln-Zündorf: Im Zuge einer Schnitzeljagd am 24.09.2022 wurde die Geschichte des Hauses und der jüdischen Gemeinde jugendlichen Schülern vermittelt. Im Bild eine der dazu erstellten Informationstafeln (2022).

    Synagoge in Köln-Zündorf: Im Zuge einer Schnitzeljagd am 24.09.2022 wurde die Geschichte des Hauses und der jüdischen Gemeinde jugendlichen Schülern vermittelt. Im Bild eine der dazu erstellten Informationstafeln (2022).

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  • Ansicht des oberen Geschosses der früheren Synagoge Zündorf, hier die Südseite (2022).

    Ansicht des oberen Geschosses der früheren Synagoge Zündorf, hier die Südseite (2022).

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  • Das Gebäude der Synagoge Zündorf mit dem kleineren, später ergänzten Vorbau; Ansicht von heutigen Hauptstraße in Köln-Zündorf (2022).

    Das Gebäude der Synagoge Zündorf mit dem kleineren, später ergänzten Vorbau; Ansicht von heutigen Hauptstraße in Köln-Zündorf (2022).

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  • Das obere Stockwerk der früheren Synagoge an der Hauptstraße in Köln-Zündorf (2022).

    Das obere Stockwerk der früheren Synagoge an der Hauptstraße in Köln-Zündorf (2022).

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  • Ehemalige Synagoge Porz-Zündorf (2011)

    Ehemalige Synagoge Porz-Zündorf (2011)

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  • Das Gebäude der ehemaligen Synagoge Zündorf in der heutigen Köln-Zündorfer Hauptstraße (2011)

    Das Gebäude der ehemaligen Synagoge Zündorf in der heutigen Köln-Zündorfer Hauptstraße (2011)

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Das heutige Wohngebäude in der Köln-Zündorfer Hauptstraße ist die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde Zündorf. Die 1882 eingeweihte Synagoge musste im Februar 1938 verkauft werden und wurde später zu einem Wohnhaus umgebaut.

Die jüdische Gemeinde in Zündorf seit dem frühen 19. Jahrhundert
Die Synagoge in Zündorf
Nachtrag 2022
Quellen, Internet, Literatur

Die jüdische Gemeinde in Zündorf seit dem frühen 19. Jahrhundert
Schon um 1700 sind jüdische Einwohner bezeugt. Seit 1865 gehörte die Spezialgemeinde Zündorf mit den Juden der Bürgermeistereien Heumar, Wahn und Rösrath zur Synagogengemeinde des Kreises Mülheim am Rhein. 1929 Anschluss an Köln.
Gemeindegröße um 1815: o. A., um 1880: 68 (1885: Wahn), 1932: -, 2006: -.
Bethaus / Synagoge: Ein erster Betraum wurde 1713 eingerichtet, 1882 konnte ein Synagogenneubau eingeweiht werden. Die Synagoge musste im Februar 1938 verkauft werden und wurde später zu einem Wohnhaus umgebaut. (aus: Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Reuter 2007)
Die letzten jüdischen Bürger aus Zündorf wurden 1942 über „Deutz-Tief“ in die Vernichtungslager deportiert (Groten u.a. 2006, S. 612).
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Die Synagoge in Zündorf
Das heute noch vorhandene Gebäude der ehemaligen Synagoge in Zündorf wurde 1880 bis 1882 errichtet und besteht aus Ziegelsteinen. Nach Westen befinden sich drei Fenster (1,50 x 2,50 Meter), ausgestattet mit zwei Kreisbogenfenstern. Das Grundstück hatten Lazarus Meyer und Simon Salomon der Spezial-Synagogengemeinde 1883 verkauft bzw. geschenkt. 1882 wurde die Synagoge fertig gestellt, die Weihefeier fand am 18. August 1882 statt. Die Sondersynagogengemeinde des Landkreises Mülheim hatte 1927 in Zündorf 75 Mitglieder.
Am 9. Februar 1938 erfolgte die Veräußerung der Synagoge und der anschliessende Umbau zu einem Einfamilienhaus. Ein Keller, der ostwärts im Hof lag, erhielt 1939 eine Betondecke, möglicherweise handelte es es sich hierbei um die Mikwe. Das heute verputzte Gebäude, etwas von der Straße zurückversetzt, läßt die ehemalige Funktion nicht mehr erkennen.
Zum 9. November 2011 wurde in einer Feierstunde eine Bronze-Plakette an dem heutigen Wohnhaus angebracht, die an dessen Geschichte als Synagoge in den Jahren 1882-1938 erinnert. Die eine Abbildung der Synagoge rahmende Inschrift lautet:

1882 wurde die Zündorfer Synagoge errichtet.
Das Gebäude wurde 1938 verkauft.

Geplant ist ferner, auf dem jüdischen Friedhof in Zündorf eine Gedenkstele zu errichten, auf der die Namen der ermordeten Zündorfer Juden verewigt sind (Kölner Stadt-Anzeiger 2011).

(Klaus-Dieter Kleefeld, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)
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Nachtrag 2022
Der Heimatforscher Hans Burgwinkel berichtet in der Dokumentation zur Synagoge Zündorf, dass sich wohl schon vor 1700 Juden in Unterzündorf angesiedelt haben dürften: „So wurde am 2. Juli 1708 ein Jude namens Isachar aus Zündorf auf dem alten jüdischen Friedhof in Deutz beerdigt.“ (hier und nachfolgend nach poller-heimatmuseum.de)
Ferner wird ein Andreas Salomon ab 1713 in Zündorf genannt und Juden erscheinen seit Beginn des 18. Jahrhunderts als Haus- und Grundbesitzer, als Geldgeber bei Immobiliengeschäften wie auch als arme „Betteljuden“: „Um 1810 machten Juden in Zündorf folgende Berufsangaben: Handelsjude, Handelsmann, Händler, Kaufhändler, Kaufmann, Kleinhändlerin, Lotterieeinnehmer, Lumpensammler, Metzger, Rentner, Roßarzt, Roßhändler, Schacherer, Schneider, Schullehrer, Seiler, Viehhändler.“
Nachdem die rechtsrheinischen Juden bislang zur Synagogengemeinde Mülheim gehörten, wurde 1853 wurde die „Spezial-Synagogengemeinde Zündorf“ innerhalb der Jüdischen Gemeinde Mülheim geschaffen.
Die unmittelbar nach der NS-Zeit 1945 wieder begründete jüdische Synagogen-Gemeinde Köln führt im Zündofer Nachbarstadtteil seit 2004 das Begegnungszentrum Porz, das 2005 als interkulturelles Zentrum der Stadt Köln anerkannt wurde. Vorrangiges Ziel dieser Einrichtung ist es, Migranten bei deren Integration zu unterstützen. Dies geschieht durch Beratung und Unterstützung, etwa bezüglich Bildung und Ausbildung, sowie durch kulturelle Angebote und solchen zur Freizeitgestaltung (www.sgk.de).

Nachrichten zu einem ersten Zündorfer Bethaus, das 1784 bei dem Jahrhunderthochwasser des „Großen Eisgangs“ zerstört worden sei, gelten als unsicher.
Das Doppelgrundstück für den Neubau einer Zündorfer Synagoge stellten die jüdischen Handelsleute Lazarus Meyer und Simon Salomon zur Verfügung, erst 1883 wurde es förmlich an die Judengemeinde übertragen.
Im Jahr 1938 wurde das Gotteshaus an einen Zündorfer Privatmann „verkauft“ - dies geschah offenbar, um der NS-Zwangsmaßnahme einer Enteignung im Sinne der „Arisierung“ zuvorzukommen: Als Preis wurden Ende 1937 gerade einmal 800 Mark zwischen der in der Roonstraße ansässigen Kölner Synagogengemeinde und dem Kaufinteressenten verhandelt... Bereits 1938 hatte der Kaufmann Salomon versucht, einen Widerspruch zum Umbau der Wohnraumfenster einzulegen. Dieser wurde mit einer Stellungnahme des Bauamts der Stadt Porz vom 8. März abgelehnt, „da sich die vorgenannten Juden gänzlich außerhalb der Volksgemeinschaft stellen und sie durch den Umbau der Synagoge in keiner Weise geschädigt werden“.
Die Umstände des „Verkaufs“ und der nachfolgenden Aufteilung des Grundstücks wurden erst lange nach der NS-Zeit um 1960 gerichtlich geklärt.
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Nach einem Besitzerwechsel wurde das als Wohnhaus genutzte, nur 8,9 x 6,7 Meter Grundfläche einnehmende Gebäude von 2020 bis Ende 2021 umfassend renoviert und umgestaltet. Dabei wurde behutsam vorgegangen, so dass die Architektur der vormaligen Synagoge erkennbar blieb bzw. teils auch erst wieder aufzeigbar wurde. Bei den Arbeiten wurde u.a. die ursprüngliche Fenstergliederung wieder hergestellt und zuvor vermauerte Rundbogenfenster im oberen Geschoss freigelegt (vgl. Abb.).
Vermutet wird, dass sich im Inneren der kleinen Synagoge einst eine Frauenempore befunden hatte; die ursprüngliche Lage des Thoraschreines ist aufgrund fehlender Spuren unklar.
Der südöstlich angrenzende kleine Vorbau mit einer Grundfläche von etwa 4 x 8 Meter wurde offenbar erst später zwischen 1882 und 1938 ergänzt. Im dortigen Keller befindet sich ein seitlicher Zugang zu einem Brunnen, der jedoch offenbar keine Mikwe war. Für die Existenz eines solchen religiös-rituellen Tauchbads liegen auch keine sonstigen Hinweise vor und der Schacht wäre dafür wohl auch zu schmal gewesen.
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In Zusammenarbeit mit der Webseite und Ausstellung Poller Heimatmuseum wurde der ortsgeschichtliche Kontext der Synagoge zu ihrem dörflichen Umfeld im Bereich der Marktstraße dokumentiert, darunter auch zu dem benachbarten Haus des jüdischen Metzgers Salomon (vgl. umfassend unter poller-heimatmuseum.de).

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2022)

Quellen
  • Porz, „Vergessenes und Verborgenes sichtbar machen“, in: Kölner Stadt-Anzeiger vom 10. November 2011.
  • Freundliche Hinweise des Eigentümers Raimund Hamacher, der Mieterin Doris Offermann und von Hans Burgwinkel, Poller Heimatmuseum (24.09.2022).

Internet
poller-heimatmuseum.de: Synagoge Zündorf (abgerufen 26.09.2022)
www.future-history.eu: Ansicht der Synagoge Zündorf 1939 (abgerufen 20.01.2020)
de.wikipedia.org: Synagoge Zündorf (abgerufen 24.01.2013)
www.zentralratderjuden.de: Synagogen-Gemeinde Köln K.d.ö.R. (abgerufen 27.09.2022)
www.sgk.de: Synagogen-Gemeinde Köln, Begegnungszentrum Porz, Theodor-Heuss-Straße 43-45 (abgerufen 27.09.2022)
synagogen.info: Porz-Zündorf (abgerufen 24.01.2013, Inhalt nicht mehr verfügbar 07.04.2021)
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Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. Stuttgart.
Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 261, 291 u. 309, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.
Rieger, Reinhard / Heimatverein Porz (Hrsg.) (1970)
Die Zündorfer Judengemeinde. In: Unser Porz. Beiträge zur Geschichte von Amt und Stadt Porz 12 (hrsg. in Verbindung mit dem Stadtarchiv Porz), S. 1-50. Porz.

Synagoge Zündorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hauptstraße 159
Ort
51443 Köln - Zündorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1882

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„Synagoge Zündorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-19182-20111019-2 (Abgerufen: 5. Februar 2023)
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