Denkmal zur Erinnerung an zerstörte Kölner Synagogen auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 58′ 16,27″ N: 6° 52′ 17,76″ O 50,97119°N: 6,8716°O
Koordinate UTM 32.350.565,69 m: 5.648.777,17 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.561.265,27 m: 5.648.802,87 m
  • Fronansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd mit den 1930 eingeweihten Friedhofsbauten im Hintergrund (2026).

    Fronansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd mit den 1930 eingeweihten Friedhofsbauten im Hintergrund (2026).

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  • Seitenansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Unter dem Denkmal sind Ritualgegenstände begraben, die 1978 auf dem Friedhof entdeckt wurden. Offenbar waren sie nach dem Novemberpogrom 1938 vergraben worden wie es nach jüdischem Ritus üblich ist.

    Seitenansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Unter dem Denkmal sind Ritualgegenstände begraben, die 1978 auf dem Friedhof entdeckt wurden. Offenbar waren sie nach dem Novemberpogrom 1938 vergraben worden wie es nach jüdischem Ritus üblich ist.

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  • Nahaufnahme des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Die Bronzeplastik auf dem Sockel setzt sich aus sechs Davidsternen, einer Menorah, einem Mauerrest und Torahrollen zusammen. Auf dem Sockel unterhalb der Torahrollen liegen vereinzelte Kieselsteine.

    Nahaufnahme des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Die Bronzeplastik auf dem Sockel setzt sich aus sechs Davidsternen, einer Menorah, einem Mauerrest und Torahrollen zusammen. Auf dem Sockel unterhalb der Torahrollen liegen vereinzelte Kieselsteine.

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  • Frontansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Die auf dem Sockel mit Inschrift ruhende Bronzeplastik wurde 1978 aufgestellt. 2010 wurde das Original entwendet und 2020 durch eine Replik aus Fiberglas ersetzt.

    Frontansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Die auf dem Sockel mit Inschrift ruhende Bronzeplastik wurde 1978 aufgestellt. 2010 wurde das Original entwendet und 2020 durch eine Replik aus Fiberglas ersetzt.

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  • Fronansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Im Hintergrund sind die 1930 eingeweihten Friedhofsgebäude zu sehen.

    Fronansicht des Denkmals zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 zerstörten Kölner Synagogen auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Im Hintergrund sind die 1930 eingeweihten Friedhofsgebäude zu sehen.

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  • Das Denkmal für die 11.000 Kölner Opfer der Shoah sowie das gegenüberliegende Denkmal für die im Novemberpogrom zerstörten Kölner Synagogen an der zentralen Sichtachse auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026).

    Das Denkmal für die 11.000 Kölner Opfer der Shoah sowie das gegenüberliegende Denkmal für die im Novemberpogrom zerstörten Kölner Synagogen an der zentralen Sichtachse auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026).

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Der Neue jüdische Friedhof wurde 1918 eingeweiht und ist seitdem der Begräbnisplatz der Synagogen-Gemeinde Köln. Zwischen dem imposanten Eingangsgebäude mit Trauerhalle und dem Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten verläuft mittig im Gelände eine breite Sichtachse. In ihrem hinteren Drittel befinden sich mehrere Denkmäler, unter anderem das Denkmal zur Erinnerung an die Zerstörung der Kölner Synagogen.

Gestaltung, Aufstellung und Diebstahl
Die ursprüngliche Bronzeplastik von Franz Josef Lipensky (1932-2023) wog 750 Kilogramm und bestand aus einem Sockel, auf dem ein Mauerfragment, eine zerstörte Thorarolle, eine Menorah sowie sechs Davidsterne für die sechs Millionen Opfer der Shoah ruhen.
Der Sockel trägt die folgende Inschrift in hebräischer und deutscher Sprache:
„Zur Erinnerung und Mahnung
In der Pogromnacht 9.11.1938 (Reichskristallnacht) wurden die jüdischen Gotteshäuser niedergebrannt und zerstört. Reste von teilweise geretteten Torarollen und heiligen Kultgegenständen wurden im Jahre 1939 auf diesem Friedhof vergraben. Im Jahre 1978 wurden die Überreste wiedergefunden und hier bestattet.“


Kultgegenstände und heilige Schriften werden nach jüdischem Ritus üblicherweise in Särgen bestattet, wenn sie unbrauchbar werden. Die 1978 aufgefundenen Gegenstände waren 1939 offenbar eilig vergraben worden, um sie vor der Zerstörung zu bewahren.

Das Denkmal wurde am 5. November 1978 der Öffentlichkeit übergeben. In der Nacht vom 14. auf den 15. November 2010 wurde die Plastik - vermutlich aufgrund des Wertes der verwendeten Bronze - gestohlen und konnte nicht wieder ausfindig gemacht werden. Im Juni 2020 wurde sie durch eine Replik aus Fiberglas ersetzt, die Franz Josef Lipensky gemeinsam mit dem Bildhauer Klemens Hechenrieder angefertigt hatte.
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Die Novemberpogrome in Köln
Als Novemberpogrome (früher auch beschönigend „Reichskristallnacht“ oder „Kristallnacht“) oder Reichspogromnacht werden gewaltsame Ausschreitungen gegen jüdische Menschen überall im damaligen Deutschen Reich bezeichnet. Sie ereigneten sich zwischen dem 7. und dem 13. November 1938, hauptsächlich in der Nacht vom 9. auf den 10. November.
Dabei wurden Synagogen, Bethäuser und andere jüdische Einrichtungen sowie die Wohnungen und wenigen verbliebenen Geschäfte jüdischer Personen überfallen, geplündert und in Brand gesteckt. Jüdische Friedhöfe wurden geschändet. Zwischen 1.000 und 2.000 jüdische Menschen wurden ermordet. Mindestens 30.000 jüdische Personen wurden nach dem 10. November verhaftet und in frühe Konzentrationslager deportiert, wo viele von ihnen an den Haftbedingungen starben oder ermordet wurden.
Die Gewalttaten sollten spontan wirken, waren aber vom NS-Regime geplant und gelenkt. Im Anschluss wurden die systematische Verfolgung und Unterdrückung jüdischer Menschen intensiviert.

In Köln wurden während der Novemberpogrome zahlreiche jüdische Einrichtungen sowie Privatwohnungen geplündert und/oder zerstört. Alle sechs Synagogen in Köln wurden geplündert und verwüstet, teilweise auch in Brand gesteckt. Diese waren:


Abgesehen von der Synagoge in der Roonstraße waren alle jüdischen Gotteshäuser spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg so stark zerstört, dass sie nicht wiederaufgebaut werden konnten. Die neue Synagoge in der Roonstraße wurde am 20. September 1959 wiedereröffnet und ist heute das Gotteshaus der Synagogen-Gemeinde Köln.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)
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Literatur

Becker-Jákli, Barbara / NS-Dokumentationszentrum Köln (Hrsg.) (2012)
Das Jüdische Köln. Geschichte und Gegenwart. Ein Stadtführer. Köln.
Heid, Ludger (Hrsg.) (1992)
Wegweiser durch das jüdische Rheinland. (Eine Publikation des Salomon-Ludwig-Steinheim-Instituts für Deutsch-Jüdische Geschichte.) Berlin.

Denkmal zur Erinnerung an zerstörte Kölner Synagogen auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Venloer Straße 1152
Ort
50829 Köln - Vogelsang / Nordrhein-Westfalen
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1978, Ende 2010

Empfohlene Zitierweise

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„Denkmal zur Erinnerung an zerstörte Kölner Synagogen auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360042 (Abgerufen: 9. April 2026)
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