Treppenhaus des Schlosses Augustusburg in Brühl

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Brühl (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 49′ 41,96″ N: 6° 54′ 27,91″ O 50,82832°N: 6,90775°O
Koordinate UTM 32.352.653,34 m: 5.632.819,98 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.564.000,09 m: 5.632.941,00 m
  • Innenansicht von Schloss Augustusburg in Brühl (2015)

    Innenansicht von Schloss Augustusburg in Brühl (2015)

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  • Balustrade im Treppenhaus von Schloss Augustusburg in Brühl (2015)

    Balustrade im Treppenhaus von Schloss Augustusburg in Brühl (2015)

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  • Deckenmalerei im Gewölbe des Treppenhauses von Schloss Augustusburg in Brühl (2015)

    Deckenmalerei im Gewölbe des Treppenhauses von Schloss Augustusburg in Brühl (2015)

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  • Blick in das ausgemalte Deckengewölbe des Treppenhauses in Schloss Augustusburg bei Brühl (2010)

    Blick in das ausgemalte Deckengewölbe des Treppenhauses in Schloss Augustusburg bei Brühl (2010)

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„Die wirkungsvollste, glücklichste, prächtigste und schönste Leistung des Rokoko in ganz Deuschland“ - so rühmte 1897 der erste rheinische Provinzialkonservator und große Kunsthistoriker Paul Clemen (1866-1947) das Herzstück des Brühler Schlosses, zu einer Zeit, als der Glanz der lange verachteten Epochen des Barock und Rokoko gerade erst wiederentdeckt worden war. Schloss Augustusburg ließ sich ab 1725 der Kölner Kurfürst Clemens August (1700-1761) aus dem Hause Wittelsbach errichten, um damit aller Welt seine persönliche Herrscherwürde vor Augen zu führen. Hierfür engagierte er Architekten und Künstler von erstem Rang: Johann Conrad Schlaun, François de Cuvilliés, Balthasar Neumann, Giuseppe Artario, Carlo Pietro Morsegno, Joseph Anton Brilli, Carl Carlone und viele andere.

Das Treppenhaus
Das Treppenhaus, der grandiose Auftakt der Hauptraumfolge des Schlosses für das Empfangs- und Regierungszeremoniell, entstand im Wesentlichen zwischen 1740 und 1750, wurde jedoch erst nach dem Tod des Kurfürsten 1761 von seinem Nachfolger vollendet.
An der Planung war maßgeblich der bedeutende Architekt und Baumeister Balthasar Neumann (1687-1753) beteiligt; von ihm stammt nachweislich der Plan für die Konstruktion der Treppenläufe. Die Ausstattung mit virtuosen Ornamentstuckaturen auf farbigem Stuckmarmor war das Werk Artarios und Morsegnos. Der lombardische Maler Carlo Carlone (1686-1775), einer der begehrtesten Freskomaler seiner Zeit, vollendete das Ganze mit einem Deckengemälde, das den Raum illusionistisch in die mit Allegorien zum Ruhm des Bauherrn bevölkerte Himmelsregion öffnet. Clemens August selbst, auf den sich facettenreich das ganze Bildprogramm des Treppenhauses bezieht, erscheint als vergoldete Stuckbüste von Brilli in einer Triumpharchitektur über dem Treppenabsatz. Schmiedeeiserne filigrane Gitter von Johann Georg Sandtener an den Treppenläufen, an den Seitengängen, vor der Triumpharchitektur, vor den oberen Fenstern des Treppensaals und um die Deckenöffnung zeichnen die Hauptbewegungslinien des Treppenhauses nach.

Der Aufstieg über die Treppe ist eine erlebnisreiche Farb- und Lichtinszenierung. Im Erdgeschoss dominieren Blau, Ockergelb und eine Rotskala, im Treppensaal helles Grün und Gelb. Mit zunehmender Raumhöhe verdichtet sich Weißstuck und kontrastiert mit der Farbigkeit des Deckenfreskos von Carlo Carlone, auf die wiederum die Farbigkeit des Stuckmarmors abgestimmt ist. Der Blick des Betrachters hebt sich aus dem Dunkel des Erdgeschosses hinauf in die lichte Weite des Treppenraumes und schließlich zum Himmelsausblick des Deckengemäldes.

Zur Zeit der Bundesrepublik Deutschland war das Treppenhaus weit über einhundert Mal der unüberbietbar festliche Rahmen für die Begrüßung der Gäste bei Staatsempfängen durch den Bundespräsidenten. Fernsehübertragungen bei diesen Gelegenheiten machten das Treppenhaus weltweit bekannt.
Es trug entscheidend dazu bei, dass die UNESCO 1984 Schloss Augustusburg zusammen mit seinen Garten- und Parkanlage sowie Schloss Falkenlust in die Liste des Weltkulturerbes aufnahm.

(Wilfried Hansmann, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2015)

Literatur

Hansmann, Wilfried (1991)
Augustusburg Palace at Brühl. (Rheinische Kunststätten, Heft 23a.) Köln.
Hansmann, Wilfried (1990)
Schloß Augustusburg zu Brühl. (Rheinische Kunststätten, Heft 23.) Köln.
Hansmann, Wilfried (1982)
Le Château Augustusburg à Brühl. (Rheinische Kunststätten, Heft 23b.) Köln.
Hansmann, Wilfried; Knopp, Gisbert (1976)
Die Schlösser des Kurfürsten Clemens August. München.
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2014)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2015. Köln.

Treppenhaus des Schlosses Augustusburg in Brühl

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schlossstraße 6
Ort
50321 Brühl
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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„Treppenhaus des Schlosses Augustusburg in Brühl”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-257286 (Abgerufen: 29. Mai 2024)
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