Südstadion in Zollstock

Fortuna-Arena im Jean-Löring-Sportpark, vormals Bezirkssportanlage Köln-Süd

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 55′ 3,49″ N: 6° 56′ 37,85″ O / 50,91764°N: 6,94385°O
Koordinate UTM 32.355.471,58 m: 5.642.679,15 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.566.415,97 m: 5.642.908,32 m
  • Panoramablick über den Innenberich des Südstadions in Köln-Zollstock (2008).

    Panoramablick über den Innenberich des Südstadions in Köln-Zollstock (2008).

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  • Blick von oben auf das Südstadion in Köln-Zollstock während einer Ballonfahrt über Köln (2013).

    Blick von oben auf das Südstadion in Köln-Zollstock während einer Ballonfahrt über Köln (2013).

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  • Eintrittskarte zu einem Fußballspiel des SC Fortuna Köln im Südstadion in Köln-Zollstock (Saison 1997/98).

    Eintrittskarte zu einem Fußballspiel des SC Fortuna Köln im Südstadion in Köln-Zollstock (Saison 1997/98).

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Das 1978 im Stadtteil Zollstock eröffnete Kölner Südstadion ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage innerhalb des Jean-Löring-Sportparks (zuvor Bezirkssportanlage Köln-Süd). Bekannt ist es vor allem als Heimspielstätte des SC Fortuna Köln.

Stadion und Bezirkssportanlage
Fortuna Köln, der „kleine“ Rivale des FC
Die Vereine des Südstadions
Hans „Jean“ Löring (1934-2005)
Internet, Literatur

Stadion und Bezirkssportanlage
Das am 15. Januar 1978 im Stadtteil Zollstock eröffnete Südstadion war als Teil einer Bezirkssportanlage für den Kölner Süden konzipiert und sollte vor allem den dortigen Fußballvereinen als Spielstätte dienen. Dass der in der Kölner Südstadt verwurzelte SC Fortuna Köln 1973 in die 1. Fußball-Bundesliga aufgestiegen war, hatte möglicherweise die Planungen für eine zweite bundesligataugliche Spielstätte neben dem Müngersdorfer Stadion – in dem traditionell der „große“ 1. FC Köln spielt – mit bedingt. Die Fortuna stieg jedoch gleich am Ende der Saison 1973/74 wieder in die neu gegründete 2. Bundesliga ab und verblieb dort für rekordträchtige 26 Jahre.

Das mit einem Kostenaufwand von 7,5 Millionen DM erbaute Stadion verfügt heute über eine Kapazität von 14.944 Plätzen, davon 1.918 überdachte Sitzplätze und die übrigen 13.026 unter freiem Himmel. Eigentümer ist die Stadt Köln, seit 1999 über die stadteigene Kölner Sportstätten GmbH.
Die gesamte Bezirkssportanlage Köln-Süd, zu der das Stadion gehört, umfasst weitere Sportflächen, darunter zwei Rasen- und zwei Tennen-Spielplätze („Aschenplätze“), ferner Sporthallen und Krafträume. Seit dem 2004 abgeschlossenen Umbau des Müngersdorfer Stadions zum Rhein-Energie-Stadion, einem reinen Fußballstadion ohne die Spielfläche umgebende Laufbahn usw., ist das Südstadion das größte Stadion Kölns mit einer Leichtathletikanlage.

Zeitweise plante die Stadt Köln, das stark renovierungsbedürftige Südstadion durch einen den Ansprüchen der Regionalliga entsprechenden Neubau für 5.000 bis 8.000 Zuschauer an gleicher Stelle zu ersetzen.
„Die Finanzlage der Stadt ließ jedoch einen baldigen Baubeginn nicht zu. Stattdessen wurden zur Saison 2008/2009 und zur Saison 2009/2010 Renovierungsarbeiten durchgeführt. So wurde die Tribüne 2008 mit Schalensitzen ausgestattet. Zudem wurde auf der Haupttribüne ein abgetrennter Gästebereich errichtet. 2009 folgte die Erneuerung der sanitären Anlagen sowie des Flutlichts.
Das Südstadion erfüllt nunmehr wieder alle Kriterien des DFB und ein Abriss oder Neubau ist vorerst nicht mehr beabsichtigt.“
(de.wikipedia.org, Südstadion)
Eine erneute Sanierung für rund 1,5 Millionen Euro erfolgte 2012 um das Stadion zweitligatauglich zu machen. Zur Saison 2015/2016 wurde für rund 800.000 Euro eine vom DFB für die Stadien der 1. bis 3. Bundesliga vorgeschriebene Rasenheizung installiert.

Im Jahr 2014 wurde die Bezirkssportanlage Köln-Süd offiziell nach dem langjährigen Fortuna-Präsidenten Hans „Jean“ Löring in Jean-Löring-Sportpark umbenannt.
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Fortuna Köln, der „kleine“ Rivale des FC
Auch über die Kölner Stadtgrenzen hinaus wurde das Südstadion vor allem als Spielstätte des Sport-Club Fortuna Köln e. V. bekannt. Die Fortuna entstand am 21. Februar 1948 durch die Fusion mehrerer Vereine, darunter der SV Victoria Köln 1911, der Bayenthaler Sportverein 1920 e.V. und der Sparkassen-Verein 1927 Köln, im Jahr 1976 noch ergänzt um den FC Alter Markt Köln.
Die Gründung der Kölner Fortuna nur eine Woche nach der des 1. FC Köln war einer der beiden größer angelegten Versuche in der Nachkriegszeit, durch Fusionen der bisherigen Kölner Stadtteilvereine einen Großverein zu etablieren, der auch um die Deutsche Meisterschaft mitspielen konnte. Treibende Kraft seitens des FC war insbesondere der Sportfunktionär und spätere Vereinspräsident Franz Kremer (1905-1967).
Seinem auf die römische Glücks- und Schicksalsgöttin bezogenen Vereinsnamen machte der SC Fortuna allerdings zumeist wenig Ehre: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Jahr 2000 führte der Weg des Vereins bis zur Fast-Pleite. In der Saison 2004/2005 musste man schließlich sogar den Spielbetrieb in der viertklassigen Oberliga aus finanziellen Gründen einstellen. Nach langer Durststrecke in den unteren Ligen spielt die allmählich konsolidierte Fortuna seit dem Wiederaufstieg zur Saison 2014/2015 wieder im Profibereich der 3. Fußball-Bundesliga.
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Die Vereine des Südstadions
Neben der Fortuna spiel(t)en im Südstadion noch die Vereine RSV Union 05, Kölner Ballspielverein 07 und SpVg. Arminia 09 (zu den Vereinen vgl. Fußballgeschichte in Köln).
Offenbar war das Miteinander der Kölner Kicker in diesen Jahren nicht immer einfach. Die Chronik der Arminia 09 berichtet von „wenig geänderten Kapazitäts- bzw. Platzschwierigkeiten“ auch nach dem Umzug auf die neue Anlage (spvg-arminia09.jimdo.com). Wie auch anderswo üblich, stand die gepflegte Naturrasen-Spielfläche des Stadions wohl vorrangig dem professionellem Zweitligisten SC Fortuna zur Verfügung und die kleineren Vereine mussten sich die benachbarten Aschenplätze teilen.

Zu nennen sind ferner:
  • 1. FC Köln (Amateure), das Team spielte um 2005/2006 wegen Renovierung der eigenen Heimspielstätte Franz-Kremer-Stadion im vereinseigenen RheinEnergieSportpark in Köln-Sülz im Südstadion,
  • PSI Yurdumspor Köln (PSI steht für „Partnerstadt Istanbul“), der 1974 von türkischen Migranten gegründete Fußballverein trat hier an, als er in der Saison 2005/2006 in der Oberliga Nordrhein spielte, bevor er 2006 aufgelöst wurde,
  • Bayer 04 Leverkusen (zweite Mannschaft), in den beiden Saisons 2008/2009 und 2009/2010 wegen Umbau des heimischen Ulrich-Haberland-Stadions zur heutigen BayArena, und
  • 1. FC Köln (Frauen), die zur Saison 2018/2019 in die 2. Bundesliga abgestiegene erste Frauenfußball-Mannschaft des „EffZeh“ nutzt die Anlage seit der Saison 2015/2016. Die Frauenfußball-Abteilung entstand am 1. Juli 2009 durch den Übertritt des FFC Brauweiler Pulheim (seit 2000, gegründet 1974 als SV Grün-Weiß Brauweiler Frauen) zum 1. FC Köln. Vorherige Spielstätten waren das Franz-Kremer-Stadion und der Rasenplatz 7 im RheinEnergieSportpark.

Die Kölner American-Football-Teams Cologne Crocodiles (All-American Football Club Cologne e. V., gegründet 1980) und Cologne Falcons (gegründet 1994) tragen ihre Spiele in der German Football League ebenfalls im Südstadion aus.
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Hans „Jean“ Löring (1934-2005)
(Der nachfolgende Absatz richtet sich vornehmlich an Nicht-Kölner bzw. Nicht-Fußballfans – für alle anderen würden Zeilen über „dä Schäng“ wohl bedeuten, die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen...)

Der Namensgeber des Sportparks wurde als langjähriger Mäzen und Präsident von Fortuna Köln zu einer unvergessenen kölschen Ikone – in der jüngeren Stadtgeschichte steht Jean Löring gleichauf mit Persönlichkeiten wie dem Erzbischof Josef Kardinal Frings, dem Volksschauspieler Willy Millowitsch, der Schauspielerin und Sängerin Trude Herr oder dem Karnevalskomponisten Willi Ostermann.

Hans Löring wurde am 16. August 1934 in Köln geboren. Neben seiner Ausbildung bis zum Elektrikermeister spielte er als Verteidiger Fußball, zeitweise sogar unter Profibedingungen ab 1955 bei SC Preußen Dellbrück und dessen Nachfolgeverein SC Viktoria 04 Köln (ab 1957) sowie von 1961 bis 1962 bei Alemannia Aachen in der seinerzeit höchsten deutschen Spielklasse der Oberliga.
Nach seiner aktiven Fußballkarriere, die er wegen eines Hüftgelenksschadens beenden musste, errichtete Löring um seine Hans Löring ELRO Elektro- und Rohrleitungsbau GmbH ein erfolg- und ertragreiches Firmenimperium. Dies ermöglichte dem Fußballverrückten schließlich die Präsidentschaft beim damaligen Verbandsligisten SC Fortuna Köln, wo er von 1966 bis 2001 amtierte. Löring steckte über die Jahre hin geschätzte 15-40 Millionen DM in „sein Vereinche“ und führte währenddessen meist auch einige Spieler auf den Lohnlisten seiner Unternehmen.
Der Erfolg blieb nicht aus: Unter Ägide des Schäng (kölsch für das auf Hans zurückgehende französische Jean) schaffte die Fortuna schließlich am 13. Mai 1973 den Aufstieg in die Eliteklasse der 1. Fußball-Bundesliga. Es sollte jedoch die einzige Saison im Fußballoberhaus bleiben, nach nur einem Jahr stieg die Fortuna einzig wegen der schlechteren Tordifferenz wieder ab.

Die Versuche von Verein und Präsident, wieder ganz nach oben zu kommen, gehören heute als – teils amüsante, teils tragische – Episoden zur allgemeinen Fußballgeschichte (zusammengestellt v.a. nach Berndorff u. Friedrich 2008, Schaar 2015 u. Schmidt 2019):

  • Lörings finanzielle Zuwendungen an den Verein erlaubten es der Fortuna immer wieder internationale Stars und frühere Nationalspieler zu verpflichten, wenn auch meist erst im so genannten „Herbst ihrer Karriere“. In der Ära Löring liefen für die Fortuna unter anderem auf: 1969-1976 der 10-fache deutsche Nationalspieler Wolfgang Fahrian (*1941), 1971-1979 der 11-fache irische Nationalspieler Noel Campbell (*1949), 1988-1990 der 42-fache englische Nationalspieler Anthony Stewart „Tony“ Woodcock (*1955), 1995-1996 der 37-fache deutsche Nationalspieler Wolfgang Rolff (*1959), 1997-1998 der 8-fache Nationalspieler für die DDR und Deutschland Heiko Scholz (*1966) und 1997-1998 der als „Euro-Eddy“ bekannte Edgar Schmitt (*1963).
  • Vertragsverhandlungen mit Wunschspielern fanden meist in Lörings Eifelvilla in Nideggen-Rath statt, dem einst von der Dürener Industriellenfamilie Hoesch errichteten Haus Kickley, wo zeitweise auch Lörings Gepard namens „Fortuna“ im eigenen Gehege lebte. Spieler berichteten, dass der Schäng bei Kaffee und Kuchen gerne zu einer abschließenden Partie Fußballtennis auf der hauseigenen Anlage einlud: „Sollten wir gewinnen, durften wir unser Gehalt selbst bestimmen.“ Geschlagen wurde Löring, der praktischerweise auch immer gleich den Schiedsrichter gab, dabei nur ein einziges Mal von Noel Campbell (der danach auch entsprechend gut verdient haben soll).
  • In der Vorbesprechung eines Spiels in der Saison 1974/1975 bot Löring seinen Kickern an „Jungs, wenn ihr morgen gewinnt, bekommt jeder von euch 800 Mark auf die Hand. Aber wenn ihr verliert, muss jeder 400 Mark zahlen.“ Die Spieler schlugen ein, verloren das Spiel 2:5 und durften berappen.
  • Natürlich hatte Jean Löring auch ein gewichtiges Wort bei der Besetzung der Trainerbank mitzureden. Notfalls übernahm er selbst und saß für zumindest drei Spiele sogar als Interimscoach auf der Bank der Fortuna.
  • Als Tabellendritter der zweiten Liga erreichte die Kölner Fortuna nach der Saison 1985/1986 die Relegationsspiele gegen den 16. der ersten Bundesliga Borussia Dortmund. Die Heimpartie konnten die Kölner 2:0 für sich entscheiden und das Rückspiel verlor man durch ein für Dortmund entscheidendes Tor in der letzten Minute mit 1:3. Das wegen der seinerzeit noch nicht geltenden Auswärtstor-Regel notwendige Entscheidungspiel gingen die Domstädter hoch motiviert an – und verloren sang- und klanglos mit 0:8. Ein Ergebnis, bei dem auch der für die Kölner nur vermeintlich neutrale Spielort Düsseldorf keine Ausflüchte mehr zuließ.
  • Immer wieder gerne kolportiert – und dies nicht zuletzt auch von Jean Löring selbst – wird eine Geschichte, die sich 1986 bei einem Spiel gegen den SV Darmstadt 98 zutrug. Das Flutlicht im maroden Südstadion fiel aus und der drohende Spielabbruch hätte für die gastgebende Fortuna eine Niederlage bedeutet. Um dies zu verhindern, habe der Vereinspräsident höchstpersönlich die geborstenen Stromkabel in der Schaltzentrale „mit bloßen Händen“ zusammengehalten. Später stellte sich heraus, dass das den unglaublichen Opfermut für seinen Verein beweisende Foto von Löring und einem BILD-Fotografen gestellt worden war.
  • Infolge der Wende von 1989/90 gerieten zahlreiche DDR-Vereine in finanzielle Schwierigkeiten, während gleichzeitig erstmals Spielertransfers in Richtung Westen erlaubt waren. Die Folge war ein regelrechter „Ausverkauf des Ostfußballs“, bei dem natürlich auch Jean Löring für seine Fortuna zuschlug – und zwar im Dreierpack! Für zusammen günstige 513.000 DM Ablöse wechselten im Sommer 1990 gleich drei Vereinslegenden von Dynamo Dresden an den Rhein: der 35-fache DDR-Nationalspieler Hans-Uwe Pilz (*1958), der 14-fache DDR-Nationalspieler Andreas Trautmann (*1959) und der 40-fache DDR-Nationalspieler Matthias „Atze“ Döschner (*1958). Als die beiden erstgenannten bereits Anfang 1991 nach gerade einmal 13 bzw. 10 Einsätzen für die Fortuna zurück zu Dynamo Dresden wechselten, kassierte Löring für die beiden Spieler deutlich mehr Ablöse als er nur wenige Monate zuvor für drei Spieler ausgegeben hatte.
  • Als großer Coup des Schäng galt es, als 1997 der frühere Weltstar und Europameister Bernd Schuster (*1959) für sein erstes Traineramt bei der Fortuna unterschrieb. Der „blonde Engel“ sollte für 80.000 DM monatlich „Leben in den Verein bringen“. Der erwünschte Erstliga-Aufstieg blieb jedoch aus und Schuster hatte wohl auch keine rechte Lust darauf, regelmäßig im Vereinslokal „Bacchus“ in der Kölner Vorgebirgstraße zu den kölsch-seeligen „Verzällcher“ des Präsidenten zu erscheinen. Was tat Löring? Er entließ Schuster und überredete Harald „Toni“ Schumacher (*1954), früherer Nationaltorwart und eine der Vereinsikonen des „feindlichen“ 1. FC, im Sommer 1998 dessen Nachfolge anzutreten.
  • Das Ende von „Tonis“ erstem Engagement als Cheftrainer nach einem knappen halben Jahr ist heute ebenso legendär wie die nachfolgende Begründung des Vereinspatriarchen: Zur Halbzeit des Heimspiels gegen den SV Waldhof Mannheim am 15. Dezember 1999 lag die Kölner Fortuna 0:2 zurück und Löring feuerte Schumacher kurzerhand während der Halbzeitpause – zitiert werden die Worte „Hau app in de Eifel. Du määß minge Verein kapott. Du häss he nix mie zu sare, du Wichser.“ Später erklärte Jean Löring den verblüfften Journalisten diese bislang einmalige Aktion im Profifußball „Ich als Verein musste doch reagieren.“ Angeblich habe Löring auch in diesem Spiel als Interimstrainer übernommen (so einzig www.koelnersportstaetten.de). Fest steht, dass das Spiel 1:5 endete.

Als sowohl der Verein wie auch Lörings Firmen im Jahr 2001 längst in verheerenden finanziellen Schwierigkeiten steckten, musste der seit einem Herzinfarkt 1997 gesundheitlich geschwächte Jean Löring das Präsidentamt bei der Fortuna aufgeben. Alleine die Steuerschulden sollen sich auf insgesamt 5,7 Millionen DM belaufen haben. Der als „letzter Patriarch“ des deutschen Fußballs geltende Hans „Jean“ Löring starb weitestgehend mittellos am 6. März 2005 in Köln. Sein Grab befindet sich auf dem Südfriedhof in Zollstock.

In seiner aktiven Zeit gelang es Löring und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, bei „seiner“ Fortuna die größte Jugendabteilung des DFB aufzubauen. Heute hat es sich der Verein zum Ziel gemacht, diese „größte private Sozialstation für Köln“ zu erhalten und auszubauen (verein.fortuna-koeln.de). Mit der offiziellen Umbenennung der Bezirkssportanlage Köln-Süd in Jean-Löring-Sportpark ehrte die Stadt nicht alleine den langjährigen Fortuna-Präsidenten, sondern vor allem auch den in Köln sozial und gesellschaftlich engagierten Bürger. Die Begründung der von der Kölner Sportverwaltung und den Ratsvertretern in der Sportstätten GmbH am 5. Mai 2014 einstimmig beschlossenen Vorlage zur Umbenennung lautete:
„In der genannten Sportanlage hat der Verein SC Fortuna Köln seine Heimat. Der Verein baute unter der Präsidentschaft von Jean Löhring eine beachtliche Jugendabteilung auf, die zeitweilig die bundesweit größte war. Hier waren und sind insbesondere zahlreiche Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus schwachen sozialen Verhältnissen aktiv. Damit leistete Löhring einen wichtigen Beitrag zur Integration im Kölner Süden, der bis heute fortwirkt. Bis heute ist sein Name untrennbar mit dem Verein verbunden und geachtet. Als Namensgeber der Sportanlage ist er daher geradezu prädestiniert.“ (ratsinformation.stadt-koeln.de)

Der frühere österreichische Nationalspieler Hans Krankl (*1953), Fortuna-Trainer in der Saison 1999/2000, würdigte den Menschen Jean Löring wie folgt:
„Bevor ich nach Köln ging, hat man mich vor ihm gewarnt, aber er war einer der nettesten Menschen, die ich im Fußballgeschäft kennen gelernt habe: Ein wirklicher Patriarch, aber im positiven Sinne. Der war für alle da, sogar für die Kinder der Spieler. Er war wie ein Großvater, sehr großmütig.“ (verein.fortuna-koeln.de)

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2019)
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Internet
www.koelnersportstaetten.de: Südstadion (abgerufen 24.01.2019)
de.wikipedia.org: Südstadion (abgerufen 24.01.2019)
de.wikipedia.org: SC Fortuna Köln (abgerufen 24.01.2019)
de.wikipedia.org: Jean Löring (abgerufen 24.01.2019)
verein.fortuna-koeln.de: Historie (abgerufen 24.01.2019)
cologne-falcons.de: Cologne Falcons (abgerufen 24.01.2019)
cologne-crocodiles.de: Cologne Crocodiles (abgerufen 24.01.2019)
fc.de: 1. FC Köln, Frauen (abgerufen 24.01.2019)
de.wikipedia.org: 1. FC Köln, Frauenfußball (abgerufen 24.01.2019)
ratsinformation.stadt-koeln.de: Umbenennung der Sportanlage Süd (abgerufen 29.01.2019)
de.wikipedia.org: Kölner BV 07 (abgerufen 24.01.2019)
de.wikipedia.org: RheinEnergieSportpark (abgerufen 24.01.2019)
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Literatur

Berndorff, Lothar; Friedrich, Tobias (2008)
1000 Gründe Fußball zu lieben. Legenden, Emotionen, unvergessene Momente. Hamburg.
Langen, Gabi (2007)
Sport- und Freizeitpolitik in Köln 1945-1975 (zugleich Dissertation Deutsche Sporthochschule Köln 2006). (Studien zur Sportgeschichte 7.) Sankt Augustin.
Langer, Matthias; Rösgen, Heribert / Willmann, Frank (Hrsg.) (2018)
S.C. Fortuna Köln: Fußballfibel. (Bibliothek des Deutschen Fußballs 19.) Berlin.
Pollheim, Axel / SC Fortuna Köln (Hrsg.) (1997)
Lück wie ich un du. 50 Jahre SC Fortuna Köln. 2. erweiterte Auflage. Köln.
Schaar, Thorsten (2015)
Sie nannten ihn Schäng. In: 11 Freunde Spezial, Zweite Liga, S. 50-53. o. O.
Schmidt, Jakob / 11 Freunde (Hrsg.) (2019)
Südstadion (Stadionbeilage). In: 11 Freunde, Nr. 207 vom Februar 2019, o. O.
Skrentny, Werner (2001)
Das große Buch der deutschen Fussballstadien. Göttingen.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 158, Köln.

Südstadion in Zollstock

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Vorgebirgstraße 76
Ort
50969 Köln - Zollstock
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1978

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„Südstadion in Zollstock”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290232 (Abgerufen: 21. August 2019)
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