Wohnhaus von Willi Ostermann am Neumarkt 33 in Altstadt-Süd

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 7,91″ N: 6° 56′ 49,87″ O / 50,93553°N: 6,94719°O
Koordinate UTM 32.355.761,76 m: 5.644.662,30 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.566.625,33 m: 5.644.902,02 m
  • Gedenktafel der Willi-Ostermann-Gesellschaft für den Kölner Volkssänger und Karnevalisten Willi Ostermann (1876-1936) an dessen früherem Wohnhaus am Kölner Neumarkt Nr. 33 (2019).

    Gedenktafel der Willi-Ostermann-Gesellschaft für den Kölner Volkssänger und Karnevalisten Willi Ostermann (1876-1936) an dessen früherem Wohnhaus am Kölner Neumarkt Nr. 33 (2019).

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  • Das Geschäfts- und Wohnhaus am Kölner Neumarkt Nr. 33 (2019), früherer Wohnsitz des Kölner Karnevalisten Willi Ostermann (1876-1936).

    Das Geschäfts- und Wohnhaus am Kölner Neumarkt Nr. 33 (2019), früherer Wohnsitz des Kölner Karnevalisten Willi Ostermann (1876-1936).

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  • Der Grabstein des Kölner Volkssängers und Karnevalisten Willi Ostermann (1876-1936) und seiner Frau Käthe, geborene Palm (1884-1959) auf den Kölner Melaten-Friedhof.

    Der Grabstein des Kölner Volkssängers und Karnevalisten Willi Ostermann (1876-1936) und seiner Frau Käthe, geborene Palm (1884-1959) auf den Kölner Melaten-Friedhof.

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  • Das 1949 im Nachtigallental des Siebengebirges errichtete Denkmal für Willi Ostermann (2020).

    Das 1949 im Nachtigallental des Siebengebirges errichtete Denkmal für Willi Ostermann (2020).

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Ein direkter Nachbar des geschichtsträchtigen Bing-Hauses (heute städtisches Gesundheitsamt, zuvor Geschäftshaus der Firma Gebrüder Bing & Söhne) war am Neumarkt Nr. 33 kein geringerer als der populäre Kölner Volkssänger und Karnevalist Willi Ostermann (1876-1936). Das erkennbar in den 1970/80er Jahren renovierte Haus wird heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Im Erdgeschoss befindet sich derzeit ein Bekleidungsgeschäft.

Ausweislich Greven’s Adreßbuch von 1915 (II. Teil, S. 444) lebte Ostermann zuvor in Köln-Sülz: Ostermann, Willy, Liederdichter, Sülz, Zülpicher Str. 290.

Der Neumarkt erlebte anlässlich der Silberhochzeit des populären Mundartsängers und seiner Frau Käthe, geborene Palm (1884-1959) am 13. Januar 1936 einen selten gesehenen Menschenauflauf. Zehntausende Kölner standen vor der Tür, um Willi und seiner Käthe zu gratulieren.
Und auch Ostermanns Beisetzung am 10. August 1936 – er verstarb bereits wenige Monate später am 6. August im Lindenthaler Krankenhaus nach ei­ner Ma­gen­ope­ra­ti­on – geriet zu einem städtischen Großereignis:
„Nachdem der Leichnam des Verstorbenen zunächst in seiner Wohnung am Neumarkt 33 aufgebahrt worden war, wurde er in einem von schätzungsweise 35.000 Menschen gesäumten Trauerzug auf den Friedhof Melaten überführt“, wo Ostermann in einem Ehrengrab seine letzte Ruhestätte fand (www.rheinische-geschichte.lvr.de).
„Dä Wäch vum Nümaat bes Malote wor schwatz vun Minsche“ (www.kölner-karneval.de).

Kurz vor seinem Tod dichtete er sein letztes und durch seinen Refrain „Ich möch zo Foß nach Kölle jon“ vielleicht auch bekanntetestes Lied. Unter dem Titel „Heimweh nach Köln“ zur Karnevalssession 1936/1937 veröffentlicht, wurde es während des Zweiten Weltkriegs „zum Inbegriff der emotionalen Verbundenheit der Kölner mit ihrer schwer gezeichneten Heimat­stadt“ (www.rheinische-geschichte.lvr.de).
In einem der Nachrufe am offenen Grab Willi Ostermanns trug sein Freund, der während der NS-Zeit angepasst-konforme Karnelvalsfunktionär Thomas Liessem (1900-1973), zum ersten Mal den Refrain des letzten Ostermann-Liedes vor.

Zu Willi Ostermanns Ehren wurde bereits am 16. Februar 1939 der ab 1936 vom Bildhauer Willy Klein geschaffene Ostermannbrunnen eingeweiht, der 1974 von dem Kölner Künstler Jürgen Hans Grümmer (1935-2008, auch Hansjürgen) überarbeitet wurde. Standort ist der ebenfalls nach dem kölschen Original benannte Ostermannplatz im Martinsviertel. 1949 wurde in Königswinter im Nachtigallental des Siebengebirges ein Denkmal für Willi Ostermann errichtet.
An seinem früheren Wohnhaus am Neumarkt 33 erinnert heute eine Gedenktafel der Willi-Ostermann-Gesellschaft an ihn. Ihre ein Porträt Ostermanns rahmende Inschrift lautet:

NEUMARKT 33
In diesem Hause lebte der / unvergessene rheinische / Liederdichter und Volkssänger
Willi Ostermann / * 1.10.1876 + 6.8.1936
Er schuf mehr als hundert / kölnische und rheinische Lieder / die in aller Welt bekannt sind
Willi Ostermann-Gesellschaft

(Uli Kievernagel, Köln, 2019 / Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2019/2020)

Internet
www.koeln-lotse.de: „Ein Gebäude mit bewegter Geschichte: Das Bing-Haus am Neumarkt“ (Uli, der Köln-Lotse vom 23.11.2019, abgerufen 25.11.2019)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Willi Ostermann, Volkssänger und Karnevalist (Autor: Björn Thomann, abgerufen 25.11.2019)
www.kölner-karneval.de: Willi Ostermann (abgerufen 18.03.2020)
www.kölner-karneval.de: 1939 – Einweihung des Ostermann-Brunnens (abgerufen 28.11.2019)
www.willi-ostermann.de: Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e.V. (abgerufen 26.11.2019)
www.lyrix.at: Liedtext von Willi Ostermann „Heimweh nach Köln“ (abgerufen 26.11.2019)

Literatur

Greven's Kölner Adreßbuch-Verlag (Hrsg.) (1915)
Greven's Adreßbuch 1915 für Köln und Umgegend, 61. Jahrgang. Köln. Online verfügbar: Greven's Adressbuch Köln 1915
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 172, Köln.

Wohnhaus von Willi Ostermann am Neumarkt 33 in Altstadt-Süd

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Neumarkt 33
Ort
50667 Köln - Altstadt-Süd
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Übernahme aus externer Fachdatenbank, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1936

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Wohnhaus von Willi Ostermann am Neumarkt 33 in Altstadt-Süd”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-302332 (Abgerufen: 1. Dezember 2020)
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