Stadtteil Köln-Dünnwald

Stadtteil 907 im Kölner Stadtbezirk 9 Mülheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach, Köln
Kreis(e): Köln, Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus, ehemalige Kirche des Augustiner-Chorherren- und -Chorfrauenstifts (später Prämonstratenserinnenkloster) in Köln-Dünnwald (2010).

    Die katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus, ehemalige Kirche des Augustiner-Chorherren- und -Chorfrauenstifts (später Prämonstratenserinnenkloster) in Köln-Dünnwald (2010).

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  • Der Mutzbach im Dünnwalder Wald (2012)

    Der Mutzbach im Dünnwalder Wald (2012)

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Der auf das gleichnamige Kloster zurückgehende Ort Dünnwald ist seit seiner Eingemeindung am 1. April 1914 Stadtteil von Köln (heute Stadtteil 907 im Stadtbezirk 9 Köln-Mülheim). Auf einer Fläche von 10,85 km² leben heute knapp 12.000 Menschen (11.790 zum 31.12.2016 laut de.wikipedia.org, 11.685 zum 31.12.2009 laut stadt-koeln.de).
Im Westen von Dünnwald liegen die Kölner Stadtteile Flittard und Stammheim, im Süden Höhenhaus und Dellbrück. Im Osten grenzt die Stadt Bergisch Gladbach an Dünnwald und im Norden die Stadt Leverkusen.
Teile von Dünnwald liegen in den Naturschutzgebieten „Am Hornpottweg“ und „Am grünen Kuhweg“. Diese Naturräume werden vom Wildtierpark Dünnwald ergänzt.

Herkunft des Ortsnamens
Der etymologische Ursprung der Bezeichnung Dünnwald lässt sich nicht einwandfrei klären. So ist eine Herleitung anhand des Flusses Dhünn, der bei Leverkusen in die Wupper mündet, ebenso möglich wie die Herleitung des Namens anhand der Verortung nahe einer Rheindüne. Zweifelsohne stellt der Namensbestandteil „-wald“ einen Hinweis auf den heute noch in Fragmenten erhaltenen Dünnwalder Wald dar.

Historischer Überblick
Die Ortsgründung wird mit dem 1117 erbauten Kloster St. Nikolaus in Verbindung gebracht, das im Jahr 1122 vom Kölner Erzbischof mit den Pfarrei Rechten ausgestattet wurde. Dieses Prämonstratenserinnenstift war ein Ableger des Eifeler Klosters Steinfeld. Das Vogteirecht für das Kloster kann ab dem Jahre 1190 den Grafen von Berg nachgewiesen werden. Seit dem hohen Mittelalter gehörte Dünnwald zum Amt Porz / Bensberg der Grafschaft (ab 1380 Herzogtum) Berg (Holdt 2008).
Die erste urkundliche Erwähnung Dünnwalds entstammt einem Schriftstück aus dem Jahr 1230, in dem das Rittergeschlecht Haan sowie deren Rittersitz Haus Haan benannt werden. 1487 wird ein Landzoll der Herzöge von Berg in Dünnwald genannt (Pfeiffer 2000).

Während des Truchsessischen Krieges (1583-1588) wurde Dünnwald von Soldaten der kämpfenden Parteien am 13. August 1583 geplündert und gebrandschatzt. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde das Rittergut Haus Haan 1628 zerstört. 1635 fiel Dünnwald Hessischen Landsknechten zum Opfer.
Auch die Koalitionskriege wirkten sich auf das Leben der Bevölkerung von Dünnwald aus: Von 1795 bis 1801 lag Dünnwald im Besatzungsgebiet der Franzosen, die ebenfalls von 1808 bis 1815 das Gebiet als Teil des Großherzogtums Berg verwalteten. In nach-napoleonischer Zeit kam Dünnwald 1816 zur Mairie (Bürgermeisterei) Merheim im Landkreis Mülheim am Rhein (dieser bestand noch bis 1932). Zum 1. April 1914 wurde Dünnwald und dessen damaliger Gemeindeteil Höhenhaus als Teil der Bürgermeisterei Merheim nach Köln eingemeindet (stadt-koeln.de und de.wikipedia.org).

In Manfort bei Dünnwald – heute ein Stadtteil von Leverkusen – bildete sich bereits im 19. Jahrhundert ein Industriezweig heraus, der sich auf die Produktion von Sprengstoff spezialisierte. 1870, bereits ein Jahr nach der Gründung der Sprengstoff-Fabrik Kaiser & Edelmann, später vom Unternehmen Alfred Nobel u. Co. übernommen, ereignete sich eine Explosion, bei der 15 Arbeiter starben. Ab dem Jahr 1878 wurde bei Dünnwald auch eine Fabrik errichtet, die Farbpigmente für das berühmte Berliner Blau (auch Preußisch Blau genannt) sowie Salmiak und Soda herstellte. Noch heute zeugt die Siedlung Kunstfeld bei Dünnwald von dieser Zeit.

(Florian Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)

Internet
www.stadt-koeln.de: Dünnwald (abgerufen 28.02.2018)
www.bergische-heideterrasse.net: Dünnwalder Wald (abgerufen 27.02.2018)
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiete in Köln (abgerufen 28.02.2018)
de.wikipedia.org: Großherzogtum Berg (abgerufen 27.02.2018)
de.wikipedia.org: Köln-Dünnwald (abgerufen 27.02.2018)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 604f., Stuttgart.
Holdt, Ulrike (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Berg. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.16.) S. 22, Bonn.
Pfeiffer, Friedrich (2000)
Transitzölle 1000-1500. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VII.10.) S. 47, Köln.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 123, Köln.

Stadtteil Köln-Dünnwald

Schlagwörter
Ort
51069 Köln - Dünnwald
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1117
Koordinate WGS84
51° 00′ 4,66″ N, 7° 02′ 32,82″ O / 51.00129°, 7.04245°
Koordinate UTM
32U 362648.94 5651792.62
Koordinate Gauss/Krüger
2573218.19 5652308.12

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Stadtteil Köln-Dünnwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-276757 (Abgerufen: 20. August 2018)
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