Schießplatz Dünnwald

Übungsplatz Dünnwald

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Wallaufschüttung als Kugelfang neben dem Weg zugehörig zum ehemaligen Schießplatz Dünnwald, Zustand 2017

    Wallaufschüttung als Kugelfang neben dem Weg zugehörig zum ehemaligen Schießplatz Dünnwald, Zustand 2017

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  • Ehemaliger Eingangsbereich zum Schießplatz in Köln-Dünnwald mit Wallaufschüttung als Kugelfang, Zustand 2017

    Ehemaliger Eingangsbereich zum Schießplatz in Köln-Dünnwald mit Wallaufschüttung als Kugelfang, Zustand 2017

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  • Aufgeschüttete Innenwälle des ehemaligen Schießplatzes in Köln-Dünnwald (2017)

    Aufgeschüttete Innenwälle des ehemaligen Schießplatzes in Köln-Dünnwald (2017)

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  • Wallaufschüttung im Innenbereich des ehemaligen Schießplatzes Köln-Dünnwald, Zustand 2017

    Wallaufschüttung im Innenbereich des ehemaligen Schießplatzes Köln-Dünnwald, Zustand 2017

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  • Blick vom Innenbereich des ehemaligen Schießplatzes Köln-Dünnwald auf den Außenwall, Zustand 2017

    Blick vom Innenbereich des ehemaligen Schießplatzes Köln-Dünnwald auf den Außenwall, Zustand 2017

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Im bewaldeten Gelände zwischen dem Höhenfelder See und dem Wildpark verlaufen am Kalkweg in Dünnwald insgesamt fünf parallele Erdwälle. Hierbei handelt es sich um einen 1887 angelegten Schießübungsplatz, der innerhalb der Phase der Entmilitarisierung nach dem Ersten Weltkrieg ab 1918 zunächst aufgegeben worden war.

1936 wurde der Schießplatz wieder in Betrieb genommen und diente schließlich als Exekutionsstätte: zwischen dem 15. Oktober 1940 und dem 23. Dezember 1943 wurden 23 Männer dort hingerichtet, zwei Exekutionen erfolgten in einer nahe gelegene Kiesgrube im März und im April 1945. Es handelte sich um Wehrmachtsangehörige, die in der damaligen Terminologie als „Fahnenflüchtige“ oder „Wehrkraftzersetzer“ zum Tode verurteilt worden sind.

Die vorgeworfenen Delikte waren eher klein, so stellte der Soldat Jakob Brock während eines Heimaturlaubs von Februar bis März 1945 einen Verlängerungsantrag wegen seiner Heirat. Die Genehmigungen dafür waren in den Wirren der Endphase des Krieges nicht bei seinem Kommandeur angekommen und somit waren keine entsprechenden Papiere vorliegend. Am 7. April 1945 sprach ein Standgericht in Höhenhaus deshalb das Todesurteil aus, das sofort in der Kiesgrube beim Schießplatz vollstreckt worden ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schießplatz bis in die 1970er Jahre von belgischen Soldaten, der Bundeswehr und der Polizei genutzt. Der Eingang zum umzäunten Areal lag mit einem Pförtnerhäuschen am Kalkweg. An der Seite in Richtung des Waldbades befand sich eine Ziegelmauer mit Kugelfängen. Die Mauer, die Umzäunung und das Pförtnerhaus sind nicht mehr erhalten. Lediglich die Erdwälle sind noch erkennbare Überreste.

Innerhalb der regionalhistorischen Aufarbeitung der NS-Zeit durch Wolfgang Corzilius für den Dünnwalder Bürgerverein, der Berichterstattung durch Tobias Christ im Kölner Stadtanzeiger und der fachlichen Beurteilung durch Dr. Karola Fings vom NS-Dokumentationszentrum Köln konnte das Geschehen an diesem Ereignisort rekonstruiert werden.

(Klaus-Dieter Kleefeld, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Quelle
Christ, Tobias: Nichts erinnert an die Toten aus dem Wald. Auf dem preußischen Übungsplatz in Dünnwald erschossen Nationalsozialisten Fahnenflüchtige – Forscher arbeiten Geschichte auf. In: Kölner Stadtanzeiger, Ausgabe Donnerstag 14. Januar 2016, S. 25

Schießplatz Dünnwald

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kalkweg
Ort
Köln - Dünnwald
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1887
Koordinate WGS84
50° 59′ 30,18″ N, 7° 03′ 28,15″ O / 50.99172°, 7.05782°
Koordinate UTM
32U 363699.18 5650699.07
Koordinate Gauss/Krüger
2574312.31 5651257.98

Empfohlene Zitierweise

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„Schießplatz Dünnwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-263139 (Abgerufen: 22. Februar 2018)
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