Eifgenbachtal und Seitentäler

Naturschutzgebiet GL-058

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Burscheid, Hückeswagen, Odenthal, Wermelskirchen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Eifgenbach im Einzugsgebiet der Dhünn, Rheinisch-Bergischer Kreis (2007).

    Der Eifgenbach im Einzugsgebiet der Dhünn, Rheinisch-Bergischer Kreis (2007).

    Copyright-Hinweis:
    Wegener, Wolfgang
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Eifgenbach bei Wermelskirchen (2013).

    Der Eifgenbach bei Wermelskirchen (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Flinspach, Karlheinz / LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Eifgenbachtal südöstlich von Burscheid im Dezember 2016.

    Das Eifgenbachtal südöstlich von Burscheid im Dezember 2016.

    Copyright-Hinweis:
    Stephanie Scheffler / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Stephanie Scheffler
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Das Eifgenbachtal ist eines der reizvollsten und ökologisch wertvollsten Bachtäler des Bergischen Landes. Bewaldete Hänge, von tief eingekerbten Seitentälern gegliedert, flankieren seine bis zu 100 m breite Aue. Der von Erlen und Weiden gesäumte drei bis zehn Meter breite Mittelgebirgsbach schlängelt sich mäandrierend durch Wiesen und Weiden, stellenweise auch Auenwald und Röhricht, bevor er nördlich von Altenberg in die Dhünn mündet. Entlang des Bachlaufes finden sich Relikte ehemaliger Mühlen und Hämmer, wie der Bergermühle, der Markusmühle oder des Bökerhammers, die von der früheren Nutzung der Wasserkraft des Eifgenbachs zeugen. Gut erhaltene Mühlen wie die Neuemühle und die Rausmühle sind heute zu Gaststätten umfunktioniert und laden zur Einkehr ein.

An den steilen, z. T. felsigen oder flachgründigen Hängen wachsen überwiegend „anspruchslose“ Laubwälder, so der auf dem sauren Grauwackegestein im Bergischen Land sehr häufig vorkommende Hainsimsen-Buchenwald. Den spärlich bedeckten Waldboden nehmen überwiegend Gräser ein, wie die zierliche Drahtschmiele und die namensgebende Hainsimse. Häufig steht dieser Wald im Wechsel mit dem meist lichteren Buchen-Eichenwald, der neben Buchen und Eichen (Stiel- und Traubeneiche) auch verstärkt Birke, Eberesche, Faulbaum und Stechpalme enthält. In der Krautschicht kommen die Blaubeere, das Schattenblümchen, der Wiesenwachtelweizen, der Salbeigamander und der Rippenfarn, an wechselfeuchten Stellen das Pfeifengras vor.

Am Unterhang, auf etwas tiefgründigerem und feuchterem Boden, schließt sich ein schmaler Waldstreifen aus Eichen-Hainbuchenwald an. Im Frühjahr bedecken Buschwindröschen, Scharbockskraut und Sauerklee den Waldboden, später erscheinen vereinzelt die Vielblütige Weißwurz, die weiß blühende
Ährige Teufelskralle und zahlreiche Farne. Entlang des Weges, an sickerfeuchten Stellen, erscheint das ab Juli/August goldgelb blühende Kräutchen „Rührmichnichtan“, dessen Früchte mittels eines eingebauten Katapultes bei Berührung den Samen meterweit herausschleudern und so für seine Ausbreitung
sorgen. Den Mittelgebirgscharakter des Eifgenbaches kennzeichnet auf weiten Strecken die felsige Bachsohle. Mit etwas Glück ist hier die Wasseramsel zu beobachten, erkennbar an ihrer weißen Kehle und dem typischen Knicksen auf den von Wasser umspülten Felsblöcken und Steinen im Bachbett. An
seichten vegetationsreichen, sonnigen Uferstellen hält sich mit Vorliebe die metallisch schillernde Blauflügel-Prachtlibelle auf, die ein Hinweis auf gute Wasserqualität ist.

Auf weiten Strecken ist der Bach naturnah ausgebildet. Beeinträchtigt wird das Bachtal u. a. durch intensive Pferdebeweidung mit Trittschäden, durch Fischteichanlagen, Fichtenriegel und Freizeitaktivitäten. Das Bachtal mit seinen Seitentälern wurde 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Als Schutzziel des Naturschutzgebiets wurde folgendes formuliert:
„Schutz, Pflege und Entwicklung eines größeren, noch in weiten Teilen naturnahen Bachtalsystems mit regionaler Biotopvernetzungsfunktion, das tief in die Bergische Hochfläche eingeschnitten ist, mit gut ausgebildeten Auenwäldern in der Talsohle, älteren Eichen- und Buchenmischwäldern an den Seitentälern. Erhaltung eines landschaftlich besonders reizvollen großflächigen, z. B. durch felsige Partien vielgestaltigen Bachtales und Erhaltung von Lebensraum für gebietsspezifisch gefährdete Pflanzen- und Tierarten, insbesondere der Quellfluren, Bäche, Auenwälder, Nass- und Feuchtgrünländer und Hochstaudenfluren.“ (nsg.naturschutzinformationen.nrw.de)

Mehrere Wanderwege führen durchs Eifgenbachtal. In Naturschutzgebieten gelten neben weiteren Regeln das Wegegebot sowie die Anleinpflicht für Hunde.

(Stephanie Scheffler, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Internet
www.live.wermelskirchen.de: Wanderwege im Eifgenbachtal (abgerufen 06.02.2017)
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: LANUV, Naturschutzgebiet Eifgenbachtal und Seitentäler (abgerufen 06.02.2017)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft (Hrsg.) (2014)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 1: In 8 Etappen von Wuppertal über Köln nach Aachen/Belgien (5. Auflage). Köln.

Eifgenbachtal und Seitentäler

Schlagwörter
Ort
Burscheid, Hückeswagen, Odenthal, Wermelskirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 2004
Koordinate WGS84
51° 04′ 17,49″ N, 7° 08′ 30,78″ O / 51.07152°, 7.14188°
Koordinate UTM
32U 369821.98 5659421.09
Koordinate Gauss/Krüger
2580076.4 5660224.28

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Eifgenbachtal und Seitentäler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-264307 (Abgerufen: 17. August 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang