Stadtteil Essen-Steele

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Heute modern überbauter Standort des ehemaligen Jüdischen Friedhofs "Am Knottenberg" in Essen-Steele (2011).

    Heute modern überbauter Standort des ehemaligen Jüdischen Friedhofs "Am Knottenberg" in Essen-Steele (2011).

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    Knöchel, Franz-Josef
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  • Sankt Laurentius in Essen-Steele

    Sankt Laurentius in Essen-Steele

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    Annette Heusch-Altenstein
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  • Abschnitt der Stadtmauer in Essen-Steele (2011)

    Abschnitt der Stadtmauer in Essen-Steele (2011)

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  • Grendplatz in Essen-Steele, ehemaliger Endpunkt der Bergischen Kleinbahn (2011)

    Grendplatz in Essen-Steele, ehemaliger Endpunkt der Bergischen Kleinbahn (2011)

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Der Essener Stadtteil Steele hat seinen eigenständigen Charakter einigermaßen bewahren können. Insbesondere in dem Gebiet um Kaiser-Otto-Platz, Hansastraße und Grendstraße lässt die urbane Atmosphäre erkennen, dass Steele über einen Zeitraum von 350 Jahren Stadtrechte besaß, bis 1929 die Eingemeindung nach Essen erfolgte.

Ein Hoftag, den Otto I. 938 in Steele abhielt, lässt auf die Existenz eines der vielen Reichshöfe am Hellweg schließen. Urkunden des 13. und des 14. Jahrhunderts nennen Steele im Besitz des Essener Damenstifts. Der Marktort, der sich östlich des heutigen Kirchhügels entwickelte, wird 1454 als Freiheit bezeichnet und nahm damit rechtlich eine Mittelstellung zwischen Dorf und Stadt ein. Mit der Verleihung von Marktrechten, einem Bürgermeister und dem Bau einer Stadtmauer schritt die Entwicklung zur Stadt im 16. Jahrhundert fort. Die Essener Fürstäbtissinnen nahmen im 18. Jahrhundert auf Steeler Gebiet in Schloss „Auf der Lucht“ zeitweise ihren Wohnsitz. 1770 ließ Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach ein großes Waisenhaus hier errichten.

Mit dem Ausbau der Ruhrschifffahrt ab 1776 begann die Entwicklung zu einem industriell durch Kohlenbergbau und Glasherstellung geprägten Ort. Den Wohlstand Steeles im 19. Jahrhundert zeigen die Großbauten des Historismus, die neugotische Laurentiuskirche, das St. Laurentiushospital sowie das Carl-Humann-Gymnasium am Laurentiusweg. Letzteres ist nach einem Steeler Sohn, dem Ingenieur, Architekt und Klassischen Archäologen Carl Humann (1839-1896) benannt, der 1896 die Pergamonschätze mit dem heute im Berliner Pergamonmuseum befindlichen Monumentaltar entdeckte.
Die Laurentiuskirche steht auf dem Hügel, auf dem der Ort des Hoftages von 938 vermutet wird. Seit dem 11. Jahrhundert ist hier ein Sakralbau belegt, an dessen Stelle 1870-78 der heutige Kirchbau nach Plänen August Rinokiakes errichtet wurde. In den Formen einer frühen Gotik kombinierte er ein Langhaus mit einem zentralisierenden Ostbau, dessen Dachreiter als Hinweis auf die Anwesenheit Ottos I. die Kaiserkrone zeigt.

(Jan Spiegelberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. / Karl-Heinz Buchholz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2010)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger in Rheinland und Westfalen, Band 9: In 9 Etappen von Dortmund über Essen und Düsseldorf nach Aachen, mit einer Variante über Mülheim an der Ruhr und Duisburg. S. 70-71, Köln.

Stadtteil Essen-Steele

Schlagwörter
Ort
45276 Essen - Steele
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 938
Koordinate WGS84
51° 26′ 51,79″ N, 7° 04′ 29,1″ O / 51.44772°, 7.07475°
Koordinate UTM
32U 366215.83 5701372.91
Koordinate Gauss/Krüger
2574758.56 5702004.39

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„Stadtteil Essen-Steele”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-261842 (Abgerufen: 19. August 2018)
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