Wasserwerk und Rückpumpwerk Spillenburg in Steele

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 26′ 20,73″ N: 7° 03′ 39,64″ O / 51,43909°N: 7,06101°O
Koordinate UTM 32.365.235,91 m: 5.700.438,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.573.817,48 m: 5.701.030,62 m
Durch den Bergbau und die beginnende Industrialisierung trat schon um 1850 erster Wassermangel in der Stadt Essen auf. Das Wachstum der Stadt verschärfte die Wassernöte, die Grundwasservorräte waren verloren. Nur noch Flußwasser konnte Abhilfe schaffen. So wurde 1864 das städtische Wasserwerk gegründet, das aus Brunnen nahe der Ruhr Wasser ins Rohrnetz pumpte.
Nach mehreren Epidemien im Ruhrgebiet und in Essen spitzte sich die Situation zu: Noch vor 1900 war eine Erweiterung und Verlagerung der Wassergewinnungsanlagen von der rechten auf die linke Ruhrseite erforderlich geworden. Man begann die Trinkwasseraufbereitung und die Wasserqualität der Ruhr ständig zu verbessern. Heute hat die Ruhr eine recht gute Wasserqualität und die Wasserwerke an der Ruhr betreiben eine so aufwendige Aufbereitung, dass das Trinkwasser strengsten Maßstäben gerecht wird.

Auf der rechten Ruhrseite befindet sich das Wasserkraftwerk Spillenburg. Es wurde von den Stadtwerken Essen AG von 1966 bis 1974 als Pumpstation genutzt. 1987 verkaufte man es an den Unternehmer Josef Rettenmayer, der die Anlage modernisierte und wieder in Betrieb nahm, nachdem sie jahrelang stillgelegen hatte.

Im selben Gebäude befindet sich ein weiteres Rückpumpwerk des Ruhrverbandes, das in schlechten, d.h. wasserarmen Zeiten die Ruhr notfalls rückwärts fließen lassen könnte. Durch den Bau der unteren Stauseen wurde eine Reihe von Stauhaltungen vom Rhein bis Essen hinauf vervollständigt. Sämtliche Staustufen vom Ruhrwehr Duisburg bis zum Wehr in Essen-Steele-Horst sind mit Rückpumpwerken ausgestattet.
Durch die Pumpwerkskette ist eine Notreserve zur Versorgung der Wasserwerke an der unteren Ruhr mit Wasser aus dem Rhein geschaffen worden. In Zeiten ungewöhnlicher Trockenheit, oder wenn wegen dringend erforderlicher Reparaturarbeiten an den Sperrbauwerken der Talsperren im Sauerland nicht genügend Zuschusswasser aus den Talsperren zur Verfügung steht, kann die Wasserversorgung mit Hilfe der Kette der Rückpumpwerke gesichert werden.

(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2021)

Internet
de.wikipedia.org: Wasserkraftanlage am Spillenberger Wehr (abgerufen 01.05.2021)

Wasserwerk und Rückpumpwerk Spillenburg in Steele

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Westfalenstraße
Ort
45276 Essen - Steele
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1850 bis 1900

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„Wasserwerk und Rückpumpwerk Spillenburg in Steele”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-CW-20090714-0007 (Abgerufen: 23. Juni 2021)
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