Zitadelle Jülich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Jülich
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Zitadelle Jülich (2009)

    Zitadelle Jülich (2009)

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  • Der Zugang zur Zitadelle in Jülich von der Schlossstraße aus (2014).

    Der Zugang zur Zitadelle in Jülich von der Schlossstraße aus (2014).

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  • Der Innenbereich der Zitadelle mit dem Gymnasium in Jülich (2014)

    Der Innenbereich der Zitadelle mit dem Gymnasium in Jülich (2014)

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Schloss und Festung Jülich wurden in der Mitte des 16. Jahrhunderts von dem italienischen Architekten Alessandro Pasqualini für Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg errichtet. Die weitgehend erhaltenen Festungsanlagen der Zitadelle und das in beachtlichen Resten noch vorhandene ehemalige herzogliche Residenzschloss sind beeindruckende Zeugnisse damals hochaktueller italienischer Architekturvorstellungen nördlich der Alpen. Der Bauherr war ein ambitionierter Landesherr, der als Schwager des habsburgischen Kaiserhauses an die dortige Hofkultur Anschluss suchte. Innerhalb des Territorienkomplexes Jülich-Kleve-Berg-Mark-Ravensberg übernahm Jülich die Funktion einer Staatsresidenz, die der Hof immer nur für wenige Wochen im Jahr, meist zu besonderen Anlässen, aufsuchte. So sollte 1562 im Schloss der in Frankfurt am Main gerade gewählte deutsche König Maximilian II. auf seiner Reise zur Krönung nach Aachen zusammen mit seinem Vater, Kaiser Ferdinand I., übernachten. Der minutiös von der herzoglichen Verwaltung vorbereitete Besuch fand jedoch nicht statt, da der König eine Krönung unmittelbar nach der Wahl in Frankfurt am Main bevorzugte.

Das herzogliche Schloss bildet eine nahezu quadratische Anlage mit vier Ecktürmen innerhalb eines mächtigen Wallgevierts, an dessen Ecken sich jeweils eine Bastion zur Verteidigung des Vorfeldes und des Grabens mit Feuerwaffen befindet. Südlich an die „Schlossveste“ schloss sich die als Fünfeck gestaltete Stadt Jülich an, die ebenfalls durch einen Festungswall gesichert war. Der Ausbau Jülichs zur idealen Stadt- und Festungsanlage war möglich geworden, nachdem 1547 ein Stadtbrand große Teile der innerstädtischen Bebauung zerstört hatte. Höhepunkt der Schlossarchitektur bildet die Schlosskapelle im Ostflügel, der auch die Wohnräume der herzoglichen Familie enthielt. Der antikisierende Bauschmuck orientiert sich an der italienischen Hochrenaissance römischer Prägung.

Nach dem Aussterben des jülich-klevischen Herzogshauses wurde die Zitadelle ausschließlich militärisch genutzt. In der Folge verlor das Schloss durch Um- und Anbauten seinen Residenzcharakter. Schließlich wurde nach der Aufhebung des Festungsstatus von Jülich 1860 in der Zitadelle durch das preußische Militär eine Unteroffizierschule eingerichtet. Diese existierte bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs. Die militärische Nutzung der Anlage dauerte – mit wenigen Unterbrechungen – über die Besatzungszeit (bis 1929) und die NS-Zeit hinweg an. Mitte der 1960er Jahre verkaufte die Stadt Jülich die Zitadelle an das Land Nordrhein-Westfalen, das hier ein Gymnasium einrichtete. Dem Einzug der Schule im Jahr 1972 waren umfangreiche Neubauten auf den historischen Kellergewölben und die Wiederherstellung des ehemaligen herzoglichen Wohnflügels vorangegangen. Seit 1998 ermöglicht das Museum Zitadelle Jülich die Besichtigung der beeindruckenden Festungsanlagen und des Schlosskellers.

(Guido von Büren, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2016)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2015)
Rheinland-Kalender 2016. Landschaft Denkmal Natur. Köln.

Zitadelle Jülich

Schlagwörter
Ort
Jülich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Koordinate WGS84
50° 55′ 27,51″ N, 6° 21′ 34,44″ O / 50.92431°, 6.35957°
Koordinate UTM
32U 314434.03 5644728.17
Koordinate Gauss/Krüger
2525325.63 5643287.55

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Empfohlene Zitierweise
„Zitadelle Jülich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-9064-20110321-2 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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