Haufendorf Kelberg

Hauptort der Verbandsgemeinde Kelberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kelberg
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Kelberg wenige Monate nach dem Luftangriff vom 16.01.1945.

    Kelberg wenige Monate nach dem Luftangriff vom 16.01.1945.

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  • Der Marktplatz von Kelberg 1939.

    Der Marktplatz von Kelberg 1939.

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  • Ansicht der katholischen Pfarrkirche St. Vinzenz in Kelberg (2011).

    Ansicht der katholischen Pfarrkirche St. Vinzenz in Kelberg (2011).

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  • Das Haus Böder als Teil des Winkelgehöfts in der Kelberger Bergstraße (2009).

    Das Haus Böder als Teil des Winkelgehöfts in der Kelberger Bergstraße (2009).

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  • Historische Aufnahme (1920er Jahre): Die katholische Pfarrkirche St. Vinzenz innerhalb der Ortslage Kelberg.

    Historische Aufnahme (1920er Jahre): Die katholische Pfarrkirche St. Vinzenz innerhalb der Ortslage Kelberg.

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Nach dem Zerfall des Römerreiches siedelten fränkische Stämme in den Kelberger Raum. Von der nachrömischen Periode bis ins 9. Jahrhundert gibt es keine Quellenbelege.

Der Kelberger Raum war bereits nachweislich seit der jüngeren Eisenzeit (ca. 400 bis 50 v. Chr.) und der Römerzeit (50 v. Chr. bis 300 n. Chr.) kontinuierlich besiedelt. Kelberg hat vermutlich seinen Ursprung in einer römerzeitlichen Siedlung, die an der Römerstraße Jünkerath-Mayen lag. Auf dem nahe gelegenen Hochkelberg (675 Meter) befand sich eine römische befestigte Anlage, die aus einer keltischen Ringwallanlage hervorgegangen ist (Molitor 2000, S. 18). Außerdem grenzten dort drei römische Provinzen aneinander: Belgica, Germaia inferior und Germania superior. Bis zum 1798 war der Kelberger Raum immer auch ein Grenzraum zwischen Ober- und Niederlothringen sowie zwischen den Kurfürstentümer Köln, Trier und die Grafschaft Virneburg.

Die urkundliche Erwähnung des 9. Jahrhunderts und von 943 bedeutet, dass Kelberg zu dieser Zeit bestanden hat. Die Nennung des Ortes „Kelenberega“ in einer Urkunde des Trierer Erzbischofes Hetti (814-847) um ca. 840 als Grenzort der Pfarrei „Natesheim“ (Nachtsheim) bedeutet, dass die Ursprünge der Pfarrei Kelberg ins 9. Jahrhundert zurückreichen (Molitor 2000, S. 20) und das die Siedlung mit einer Pfarrkirche bestanden haben muss. Nach der Erwähnung von 943, die nach dem Regionalhistoriker Erich Mertes gefälscht worden ist, taucht Kelberg regelmäßig in kurtrierischen Urkunden auf. 1195 wurde Kelberg wiederum erwähnt und 1329 wurde Kelberg als „villa de Kelbergh“ genannt.

Nachgewiesen worden ist, dass Kelberg keine Stadtrechte besaß, aber der Ort verfügte schon im 14. Jahrhundert aufgrund der Erwähnung als „villa de Kelbergh“ von 1329 über das Marktrecht und die niedere Gerichtsbarkeit (Molitor 2000, S. 34). Seit dem Hochmittelalter, das genaue Datum ist nicht bekannt, hat Kelberg einen Marktplatz.

Kirchlich gehörte Kelberg zum Eifeldekanat des Erzbistums Köln. Nach 1821 kam die Pfarrei Kelberg aufgrund der päpstliche Bulle „De salute animarum“ vom 16. Juli 1821 mit der neu gezogenen Grenze zwischen dem Erzbistum Köln und Bistum Trier zu Trier.

Die erste genauere kartographische Darstellung von Kelberg findet sich auf der Tranchotkarte von 1809 und der Urkatasterkarte von 1825 sowie nachfolgenden Landesaufnahmen und topographischen Karten (CD Landschaft im Wandel, Blatt 5707 Kelberg). Die bauliche Entwicklung von Kelberg kann somit kartographisch verfolgt werden. Auf den genannten Karten, der preußischen Uraufnahme von 1846 und der preußischen Neuaufnahme von 1895 ist Kelberg eindeutig im Bereich der Pfarrkirche St. Vinzenzius, die den Mittelpunkt des Dorfes bildet, als Haufendorf zu bezeichnen. In südlicher Richtung zum Marktplatz hin weist das Dorf mehr oder weniger straßendorfähnliche Strukturen auf.

Im alten Ortskern befinden sich noch einige Denkmalgeschütze Fachwerkgehöfte und Häuser. Das zweigeschossige Fachwerkhaus von 1649 (Bonner Straße 12) ist eines der ältesten und prägenden Gebäude des alten Ortskerns von Kelberg.
Nach 1850 setzte eine Ortserweiterung entlang der heutigen Dauner Straße ein. Dort steht auch das heutige Rathaus, dass 1905 erbaut worden ist. Seit den 1960er Jahren entstanden Neubaugebiete: Hermes (1968ff.), Fichtewäldchen (1969 ff.), Wittum (1969 ff.), Browelt (1972 ff.), Wiesengrund (1977 ff.), Zilles I (1985 ff.),, Fronfeld I (1995 ff.) und Fronfeld II (2004 ff.). Seit 2014 gibt es am der Vinzeniusstraße ein innerörtliches Neubaugebiet mit kleinen Baugrundstücken (700 qm) und wird seit Herbst 2018 ein weiteres Neubaugebiet Zilles II baureif gemacht und ein zweites Neubaugebiet auf dem hermes II wird 2018/2019 geplant.

Kelberg verfügt neben einigen innerörtlichen Ansiedlungen von gewerblichen Betrieben über mehrere Gewerbegebiete: Auf dem Steinrausch (1970 ff.), Diewergarten (1990 ff.) und Steinrausch II (2005 ff.). darüber hinaus verfügt Kelberg über die Grund- und Realschule plus St. Martin, dder Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Kelberg (Rathaus 1905-1907), das 2008 eingeweihte Seniorenstift Regina-Prothmann, das 2017 mit einem Gebäude für betreutes Wohnen und einem Arztpraxis erweitert wurde. Am 11. Januar 2019 wird das zahnmedizinische Zentrum eröffnet.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet
www.kelberg.de (abgerufen 29.02.2016)

Literatur

Eifelverein Ortsgruppe Kelberg (Hrsg.) (1988)
Geschichten rund um Kelberg. 100 Jahre Eifelverein Ortsgruppe Kelberg. Andernach.
Feilen, Johann (1937)
Geschichte der Pfarrei Kelberg. o. O.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Vulkaneifel (Denkmalverzeichnis Kreis Vulkaneifel, 31. März 2014). S. 19 ff., Koblenz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Vulkaneifel, abgerufen am 29.02.2016
Mayer, Alois / Mertes, Erich (1993)
Geschichte, Kultur und Literatur der Verbandsgemeinde Kelberg. Adenau.
Mayer, Alois; Mertes, Erich (1986)
Sagen – Geschichte – Brauchtum aus der Verbandsgemeinde. Daun.
Mertes, Erich (o.J.)
Die Dörfer der Verbandsgemeinde Kelberg, Ihre erste Erwähnung und Nennung in der Literatur. In: Landeskundliche Vierteljahresblätter 32, 1986, Heft 3, o. O.
Molitor, Hermann (2000)
Das Kelberger Land - Aus alten Zeiten und jungen Tagen (2. erw. Auflage). Daun.
Schönhofen, Werner (1973)
Amt Kelberg - anno 1810. In: Landkreis Daun Vulkaneifel, Heimatjahrbuch, S. 22 ff.. Daun.

Haufendorf Kelberg

Schlagwörter
Ort
53539 Kelberg - Kelberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Fernerkundung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 943
Koordinate WGS84
50° 17′ 17,35″ N, 6° 55′ 3,89″ O / 50.28815°, 6.91775°
Koordinate UTM
32U 351670.89 5572743.59
Koordinate Gauss/Krüger
2565448.02 5572863.47

Empfohlene Zitierweise

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„Haufendorf Kelberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-83233-20140108-2 (Abgerufen: 24. Mai 2019)
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