Heilige Stiege auf dem Kreuzberg

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Heilige Stiege in Bonn

    Die Heilige Stiege in Bonn

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    Ecce homo Szene der Heiligen Stiege in Bonn

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    Innenansicht der Wand mit Malereien der Heiligen Stiege in Bonn (2012)

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    Messingkreuz in der Heiligen Stiege in Bonn

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    Rechter Treppenteil der Heiligen Stiege in Bonn

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  • Uhr an der heiligen Stiege in Bonn

    Uhr an der heiligen Stiege in Bonn

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  • Wappen über dem Torbogen der Heiligen Stiege in Bonn

    Wappen über dem Torbogen der Heiligen Stiege in Bonn

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Eines der bedeutendsten unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in Bonn stellt mit Sicherheit die Heilige Stiege auf dem Kreuzberg dar. Sie ist ein beeindruckendes Gebäude, welches sich in prachtvoller barocker Baukunst zeigt.

Kurfürst Clemens August (1700-1761, Kurfürst und Erzbischof von Köln 1723-1761) hat in den Jahren 1746 bis 1751 die Heilige Stiege von niemand geringerem als Balthasar Neumann (1687-1753) entwerfen lassen. Nach seinen Plänen wurde die Heilige Stiege auf dem Kreuzberg an die Kreuzbergkirche ergänzt.
Im Jahr 1756 wurde die Heilige Stiege den Serviten zum Geschenk gemacht. Die „Scala Sancta“ in Rom, was übersetzt Heilige Stiege bedeutet, ist Vorreiter der heute bestehenden Heiligen Stiegen und stellt für Pilger einen bedeutenden Ort für ihre Gebete dar.
Im Norden und Westen Deutschlands lässt sich nichts Vergleichbares wie auf dem Kreuzberg finden. So stellt die Heilige Stiege in diesem Raum ein Unikat dar und wird von zahlreichen Pilgern jährlich aufgesucht.

Äußere Gestalt
Die Heilige Stiege gliedert sich in eine zweigeschossige Fassade, deren Mittelpunkt ein hervorstehender Balkon bildet.
Vier auf Sockeln stehende Säulen, die man auch als Pilaster bezeichnen kann, kennzeichnen das Ober- und Untergeschoss der Frontseite der Heiligen Stiege. Die Säulen schließen oberhalb mit sogenannten Kapitellen ab. Dies sind Verziehrungen des Säulenkopfes. Die Kapitelle zeigen die Leidenswerkzeuge Christi, wie beispielsweise das Kreuz und die Dornenkrone. Oberhalb des zweiten Geschosses enden die Säulen in Vasen, die ebenfalls die Leidenswerkzeuge zeigen. Aber auch im Balkongitter werden die Leidenswerkzeuge dargestellt.

Mit Hilfe der Fassade der Heiligen Stiege, die das Pilatushaus darstellen soll, wird versucht die Passionsgeschichte Jesu symbolisch darzustellen und den Pilger somit in die damalige Situation hineinzuversetzen. Um das Geschehen in der damaligen Zeit weiter hervorzuheben, ist auf dem in der Mitte angeordnetem Balkon die sogenannte „Ecce Homo“ Szene dargestellt. Drei große Tuffsteinfiguren stellen zum einen Pilatus und seinen Soldaten dar und zum anderen Christus, welcher in dieser Szene, angeklagt vor das Volk treten muss. Christus trägt in dieser Szene eine Dornenkrone.
Außergewöhnlich ist die Tatsache, dass die Figuren des Pilatus und des Soldaten nicht römisch gekleidet sind. Zu dieser Zeit war die Türkei ein Gegner und aus diesem Grund tragen Pilatus und sein Soldat türkische Kleidung.

Im Hintergrund war früher die Bevölkerung Jerusalems dargestellt. Ihre Figuren befanden sich in den Nischen der beiden Fenster, auf der rechten und linken Seite. Die Uhr stellt ein weiteres Mittel dar, um den Pilger in das Geschehen einzubeziehen. Es handelt sich um eine nicht funktionstüchtige Uhr, die die Stunde, in der Christi gekreuzigt worden ist (11:34 Uhr), zeigt.
Auch das über der Christus-Figur befindliche Chronogramm stellt eine Besonderheit und gleichzeitig ein Meisterwerk dar. Das besondere an einem Chronogramm ist die Tatsache, dass alle Buchstaben, die in der lateinischen Sprache einer Zahl entsprechen, ein besonderer Stellenwert zugesprochen wird. So ergibt die Addition der Zahlenwerte der einzelnen Buchstaben die Jahreszahl 1751, in der der Bau der Heiligen Stiege fertig gestellt worden ist.
Ebenso wie das Chronogramm soll auch das Wappen des Kurfürsten Clemens August im Bogen der Eingangstür daran erinnern, wer der Stifter der Heiligen Stiege war.
Den höchsten Punkt der Heiligen Stiege bildet das Doppelkreuz. Die Laterna, ein turmartiges Gebäude bildet hierfür das Gerüst.

Innere Gestalt
Die Heilige Stiege gibt dem Betrachter von außen den Eindruck, dass es sich um ein zweigeschossiges Gebäude handelt. Doch von innen betrachtet zeigt sich ein anderes Bild. Hier findet man einen großen, in die Höhe steigenden Raum vor, dessen Zentrum eine 28 Stufen hohe Treppe bildet. Diese Treppe ist in drei Treppenläufe aufgeteilt, von der die Mittlere die eigentliche Heilige Stiege ausmacht. Sie wird von den Pilgern kniend bestiegen und führt zu einem kleinen Altar.
Die Heilige Stiege hat insgesamt 32 Fenster, auf jeder Seite zwei Reihen mit acht Fenstern. Messingkreuze in der Treppe demonstrieren die Stufen, auf denen Christus einer Legende zufolge gestürzt ist und Blut vergossen hat, als er die Treppen im Pilatushaus besteigen musste. So sind es insgesamt drei Messingkreuze in der zweiten, elften und achtundzwanzigsten Stufe.

Die Deckenbemalung zeigt eindrucksvoll die Kunst und das Talent von Johann Adam Schöpf. Durch gemeinsames Wirken erschuf er mit Norbert Seifried das Deckenfresko. An der Decke der Heiligen Stiege zeigen sich Engel, die mit den Leidenswerkzeugen Christi bestückt sind. Sie umfliegen zum einen die Weltkugel und zum anderen das Kreuz sowie Gott.

Sanierung
In den Jahren um 1995 kam das Problem auf, dass die Heilige Stiege einzustürzen drohte. Gutachten und Messungen hatten ergeben, dass sich das Gewölbe der Heiligen Stiege im Laufe der Zeit um einige Zentimeter gesenkt hat. Dies hatte zur Folge, dass sich durch den entstehenden Druck auf die Außenwände Risse in Dach und Seitenwand gebildet haben. Hinzu kam, dass die Holzbalken von Pilzen befallen waren und so die Tragfähigkeit des Gewölbes weiter gemindert wurde. Als Folge wurde die Heilige Stiege auf dem Kreuzberg für Besucher gesperrt.
Die Renovierungsarbeiten zogen sich bis in das Jahr 1998, in dem als letzer Akt die Fassade neu gestaltet wurde. Ursprünglich strahlte die Fassadenfarbe der Heiligen Stiege in einem gelblichen Ton. Doch Gemälde, die aus dem 18. Jahrhundert stammen, belegen, dass nicht Gelb die eigentliche Farbe der Heiligen Stiege ist, sondern Weiß. Dies zur Vorlage, wurde die Fassade weiß gestrichen.

Raumwirkung
Die Heilige Stiege auf dem Kreuzberg in Bonn befindet sich in dem Ortsteil Endenich. Schon von Weitem ist das prachtvolle barocke Kunstwerk zu sehen. Die Kreuzbergallee sowie der Stationsweg führen die Pilger auf direktem Weg hinauf auf den Kreuzberg, wo die Heilige Sitege besichtigt werden kann. Aber auch über weitere Wege können die Pilger die Heilige Stiege erreichen.
Umgeben ist die Heilige Stiege von Wiesen, Feldern und Bäumen. So erhält man auf einer Höhe von 157 Meter einen wunderbaren Blick über die Landschaft Bonns, das Siebengebirge sowie das Rheintal.

Aus der Vogelperspektive lässt sich zur Raumwirkung der Heiligen Stiege noch ein weiterer wichtiger Bestandteil festhalten. Die Heilige Stiege stellt die Verlängerung der Achse, bestehend aus dem Poppelsdorfer Schloss, der Poppelsdorfer Allee und dem Universitätshauptgebäude dar.

(Stephanie Willems, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2013)

Quellen
Stadtarchiv - Bonn
  • Generalanzeiger Bonn, 14.02.1985, Heilige Stiege geschützt, Signatur: 137/646
  • Generalanzeiger Bonn, 09.12.1995, Pilatus kleidet sich türkisch, Signatur: 147/1461
  • Generalanzeiger Bonn, 18.07.1996, Auf Knien dem Himmel entgegen, Signatur: 148/1408
  • Generalanzeiger Bonn, 19.08.1995, Heilige Stiege bis auf weiteres gesperrt, Signatur: 147/1461
  • Generalanzeiger Bonn, 24.03.1998, Fassade der heiligen Stiege bald in Weiß, Signatur: 150/1257
  • Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 01.12.1995, Das Chronogramm der Heiligen Stiege auf dem Kreuzberg, Signatur: 147/1461
  • Informationsdienst der Stadt Bonn, Signatur: 136/976
  • Die heilige Stiege auf dem Kreuzberg, Signal Jahrgang 17 Nr. 1 1987, Signatur: 139/391
Internet
www.stiftung-pfennigsdorf.de: Geschichte (Abgerufen: 26. Januar 2013)

Literatur

Achter, Irmingard / Herberg, Josef / Imhof, Michael / Knopp, Gisbert (2011)
Kirchen in Bonn. Geschichte und Kunst der katholischen Pfarreien und Gotteshäuser. Petersberg.
Alt, Wolfgang / Faber, Heribert / Uessem, Helmut (2002)
Spurensuche in Poppelsdorf: Die kurfürstliche Zeit. Ein Führer zu kulturhistorischen Rundgängen. Bonn.
Clemen, Paul (1905)
Die Kunstdenkmäler der Stadt und des Kreises Bonn. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz V, 3.) Düsseldorf.
Schulten, Walter (1970)
Die heiligen Stiegen in Bonn, Wien und Prag. In: Beiträge zur rheinischen Kunstgeschichte und Denkmalpflege, Düsseldorf.

Heilige Stiege auf dem Kreuzberg

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Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, keine Angabe
Historischer Zeitraum
Beginn 1746
Koordinate WGS84
50° 42′ 51,65″ N, 7° 04′ 49,87″ O / 50.71435°, 7.08052°
Koordinate UTM
32U 364490.54 5619817.29
Koordinate Gauss/Krüger
2576357.53 5620426.55

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