Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn

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Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 42′ 51,31″ N: 7° 04′ 48,03″ O / 50,71425°N: 7,08001°O
Koordinate UTM 32.364.454,05 m: 5.619.807,67 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.576.321,46 m: 5.620.415,45 m
  • Außenansicht der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg (2015)

    Außenansicht der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg (2015)

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  • Außenansicht der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

    Außenansicht der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

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  • Innenansicht der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

    Innenansicht der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

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  • Orgelempore in der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

    Orgelempore in der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

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  • Innenansicht der Heiligen Stiege an der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

    Innenansicht der Heiligen Stiege an der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn-Poppelsdorf (2015)

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  • Porträt des Kurfürsten Clemens August von Bayern von George Desmarées um 1746

    Porträt des Kurfürsten Clemens August von Bayern von George Desmarées um 1746

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Die barocke Wallfahrtskirche mit der nachträglich im 18. Jahrhundert angebauten Heiligen Stiege liegt auf einer Anhöhe auf dem Kreuzberg über Bonn-Poppelsdorf, von wo aus man bis nach Köln blicken kann. Die Kirche bildet einen Zielpunkt vierer Wallfahrtswege und liegt in einer Blickachse zum Poppelsdorfer Schloss.

Geschichte
Ferdinand von Bayern (1577–1650), Kurfürst und Erzbischof von Köln, ließ die Kirche in den Jahren 1627/28 von dem Architekten Christoph Wamser (etwa 1575–1649) erbauen. Sie wurde bald zum Hauptheiligtum der Bruderschaft von den Sieben Schmerzen Mariens, die 1637 dem Servitenorden angegliedert wurde. Zahlreiche Pilger kamen zur Kreuzkirche, sodass sich auf das Bestreben Ferdinands hin die Serviten am Kreuzberg ansiedelten, um Wallfahrten und Prozessionen zu begleiten. Der Servitenorden betreute von 1636 bis zu Säkularisation im Jahr 1802 die Kirche. Ihm wurde 1644 an der Westseite der Kirche ein Konventsbau für acht Mönche errichtet. Im Jahr 1745 stiftete der Kölner Erzbischof Clemens August von Bayern (1700–1761) der Kirche neben Kanzel, Hochaltar, Decken- und Wandgemälden den Bau der Heiligen Stiege, die vom Architekten Balthasar Neumann (1687–1753) konzipiert wurde und der Kirche als geschlossenes Treppengebäude vorgelagert ist. Sie war 1751 nahezu vollendet und wurde den Serviten 1756 übergeben.
Die Heilige Stiege folgt dem Vorbild der römischen Scala Sancta. Diese Treppenanlage des Laterans wird seit dem späten Mittelalter als die Treppe des Jerusalemer Pilatuspalasts verehrt. In die Stufen der Heiligen Stiege sind neben Kreuzpartikeln und Märtyrerreliquien Messingkreuze eingelassen, die an jene Stellen erinnern sollen, an denen Christus der Legende nach stürzte und sein Blut vergoss. Sie stellt in diesem Zusammenhang sowohl Gnadentreppe als auch ein Symbol der Himmelsleiter dar.
Von 1889 bis zum 31. Dezember 1968 erfüllten Franziskanermönche auf dem Kreuzberg den gleichen Dienst wie einst die Servitenmönche. Seit 1809 befindet sich der Bau in staatlichem Besitz.

Baubeschreibung
Die Kirche ist ein kreuzgewölbter, hell verputzter Saal, dessen Seitenkapellen den Eindruck von Seitenschiffen vermitteln. Das Querschiff tritt kaum hervor, der Chor ist dreiseitig geschlossen. Die weiß verputzte Kirchenfassade ist lediglich durch Strebepfeiler gegliedert, Rundbogenfenster sind schmucklos in die Fassade eingelassen. Über dem Saal liegt ein Satteldach, den niedrigeren Seitenkapellen liegen Pultdächer auf. Der vorgelagerte Westturm wird von einer Balustrade abgeschlossen und in ein durchfenstertes Achteck überführt, welches ein spitzes Zeltdach trägt. Im Osten schließt sich an den Chor der Kirche der lange, zweigeschossige Stiegenbau an, der ein geschweiftes Dach mit Laterne trägt. Die dreiachsige Pilasterfassade und ihr Portal präsentieren als Bauzier die Leidenswerkzeuge Christi. Die mittlere Achse wird durch einen von Säulen gestützten Altan hervorgehoben, auf dem sich die Skulpturen einer Ecce-Homo-Gruppe befinden. Eine Scheinuhr zeigt die Stunde der Vorführung Christi an. Im Inneren gelangt man über die 28 Stufen der dreiarmigen Treppe zu einer dreischiffigen kreuzgewölbten Kapelle mit einer Kreuzigungsgruppe, an die sich das Fürstenoratorium anschließt. Dessen Deckenfresko zeigt die Auferstehung Christi.

Die Kreuzbergkirche befindet sich im Eigentum des Landes NRW und wird von der Bezirksregierung Köln verwaltet.

Denkmalpflegerische und bauliche Maßnahmen

bis 1975 Umfangreiche äußere und innere Wiederherstellungsarbeiten. Einbau einer neuen Orgel mit 24 Registern in das wertvolle barocke Orgelgebäude. Restaurierung der barocken Innenausstattung, Klimatisierung der Kirche
1979Außenanstrich, Dacheindeckung, Orgelinstandsetzung
1981Dachinstandsetzung und farbige Neueinfassung des Hochaltars
1982Seitenschiffdach neu eingedeckt; Dachgauben am Kloster erneuert
1994–1996 Restaurierung des Innenraums der Kirche
1996–1998 Restaurierung der Hl. Stiege
2015Restaurierung von Turmkreuz und Kreuz auf dem Dachreiter
Geplante Baumaßnahmen:2015–2016 Balkonsanierung der Hl. Stiege inklusive der Figuren
Nutzung:Kirche
Ressort:Bauministerium (MBWSV) NRW
Denkmalbehörde:Bezirksregierung Köln
Denkmalliste:Bonn, Nr. 697, 12.12.1985

(Catharina Hiller, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln, 2016)

Literatur

Achter, Irmingard / Herberg, Josef / Imhof, Michael / Knopp, Gisbert (2011)
Kirchen in Bonn. Geschichte und Kunst der katholischen Pfarreien und Gotteshäuser. Petersberg.
Dehio, Georg; Euskirchen, Claudia (Bearb.) (2005)
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen 1. Berlin, München.
Schulten, Walter (1964)
Die Heilige Stiege auf dem Kreuzberg zu Bonn. Düsseldorf.

Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn

Schlagwörter
Ort
53127 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1627 bis 1628

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„Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-114215-20150203-3 (Abgerufen: 31. Oktober 2020)
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