Dahlmannstraße und Karl-Carstens-Straße

ehemals Gronauweg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Bürohäuser in der Karl-Carstens-Straße (Nrn. 12, 14 und 16) in Bonn (2015).

    Bürohäuser in der Karl-Carstens-Straße (Nrn. 12, 14 und 16) in Bonn (2015).

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  • Kiosk in der Karl-Carstens-Straße (2015); im Hintergrund das World Conference Center Bonn und der Post Tower, die Zentrale des Logistikkonzerns Deutsche Post DHL.

    Kiosk in der Karl-Carstens-Straße (2015); im Hintergrund das World Conference Center Bonn und der Post Tower, die Zentrale des Logistikkonzerns Deutsche Post DHL.

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  • Die Bonner Pädagogische Akademie der Lehrerfortbildung in der Dahlmannstraße im Jahr 1936 (später Unterkunft des Bundestages).

    Die Bonner Pädagogische Akademie der Lehrerfortbildung in der Dahlmannstraße im Jahr 1936 (später Unterkunft des Bundestages).

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Kurzbeschreibung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland

Die Karl-Carstens-Straße und die Dahlmannstraße (ehemals Gronauweg) sind mit die ältesten Wegeverbindungen im Bonner Regierungsviertel.
Sie zweigt heute im rechten Winkel von der Heussallee zunächst bis zur Welckerstraße parallel zum Rhein ab und führt in einem weiten Bogen, der Geländeneigung folgend, zum Rheinufer.
1855 entstand nördlich der späteren Pädagogischen Akademie, des späteren Plenarbereichs, nahe am Rhein, in der damaligen „Gronauer Gasse“, eine Dampfschneidemühle.
1872 bis 1883 bestand benachbart eine zweite Dampfschneidemühle mit Holzlager.
1875 -1897 wurde wohl südlich anschließend ein Kalkofen ab 1879 mit Bimssteinfabrik betrieben.
1877 wurde am Gronauweg als erstes Gebäude ein Doppelwohnhaus für die Gebrüder Friederich und Carl-Julius Dahm errichtet (Villa Dahm, ab 1955 Sitz der Parlamentarischen Gesellschaft, 2006 abgebrochen). Der Firma Dahm & Söhne gehörte die am Rhein stehende Holz-Dampfschneidemühle, die Jakob Dahm 1869 ebenfalls am Gronauweg zusammen mit einem Wohnhaus errichtet hatte.
Relikte/Spuren der ehemaligen Nutzung sind am Rheinufer möglicherweise noch erhalten.
1870/71 war in der Mühle ein Lazarett eingerichtet. ( H. Herles 2001, S. 66)
Noch auf der Topografischen Karte von 1933 ist die Dahlmannstraße nur als Verbindungsbogen von der Welckerstraße zu der am Rhein stehenden Fabrik eingetragen. 1947 ist bereits das Verbindungstück zwischen heutiger Winston-Churchill-Straße und Welckerstraße trassiert.
Nach 1949 konzentrierten sich um die Dahlmannstraße die Presseorgane der Bundesregierung. Die Villa Dahm war seit 1949 Pressekasino und seit 1950 Sitz der Deutschen Presse-Agentur. Richtung Rhein, der Villa schräg gegenüber, hatte der Westdeutsche Rundfunk sein Gebäude, benachbart zur Villa lag die ehemals bestehenden Pressebaracke, in der Welckerstraße Richtung Adenauerallee liegt das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
An der Ecke zur Welckerstraße stand ein Wohnhaus aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das bis 1992 von der niedersächsischen Landesvertretung und bis 1999 von der Landesvertretung von Sachsen-Anhalt genutzt wurde.
An die Dahlmannstraße im unteren Bereich stießen die Parzellen der Nordrheinwestfälischen Landesvertretung und des Plenarbereichs.

Ein Teil der von Presse, Rundfunk und Fernsehen genutzten Bauten wurde zwischen 2000 und 2008 abgerissen, im Herbst 2003 das Gebäude des WDR, und 2006 schließlich die Villa der Gebrüder Dahm.

(Angelika Schyma und Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2014)

Literatur

Herles, Helmut (2001)
Von der Villa am Rhein in das Palais an der Spree. Die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft. Berlin.
Purwin, Hilde / Herles, Helmut (1986)
Eine Villa am Rhein: die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft in Bonn. Baden-Baden.

Dahlmannstraße und Karl-Carstens-Straße

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Dahlmannstraße / Karl-Carstens-Straße
Ort
53113 Bonn - Gronau
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1855
Koordinate WGS84
50° 43′ 11,22″ N, 7° 07′ 19,04″ O / 50.71978°, 7.12196°
Koordinate UTM
32U 367430.95 5620346.65
Koordinate Gauss/Krüger
2579274.79 5621074.81

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„Dahlmannstraße und Karl-Carstens-Straße”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-18228-20111006-13 (Abgerufen: 23. September 2017)
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