Villa Dahm

Sitz der Parlamentarischen Gesellschaft, ehemals Gronauweg 5

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ein Abrissbagger nagt an den Resten eines Turms der früheren "Villa Dahm", einst Sitz der Parlamentarischen Gesellschaft im früheren Bonner Gronauweg (2005).

    Ein Abrissbagger nagt an den Resten eines Turms der früheren "Villa Dahm", einst Sitz der Parlamentarischen Gesellschaft im früheren Bonner Gronauweg (2005).

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  • Reste der früheren Villa Dahm im ehemaligen Bonner Regierungsviertel zum Zeitpunkt ihres Abrisses 2005.

    Reste der früheren Villa Dahm im ehemaligen Bonner Regierungsviertel zum Zeitpunkt ihres Abrisses 2005.

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  • Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Gronauweg (2005), heute Platz der Vereinten Nationen.

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  • Ein Bagger beim Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Regierungsviertel (2005).

    Ein Bagger beim Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Regierungsviertel (2005).

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  • Reste der früheren Villa Dahm im ehemaligen Bonner Regierungsviertel zum Zeitpunkt ihres Abrisses 2005.

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  • Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Gronauweg (2005), heute Platz der Vereinten Nationen.

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  • Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Gronauweg (2005), heute Platz der Vereinten Nationen.

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  • Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Gronauweg (2005), heute Platz der Vereinten Nationen.

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  • Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Gronauweg (2005), heute Platz der Vereinten Nationen.

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  • Abriss der "Villa Dahm" im Bonner Gronauweg (2005), heute Platz der Vereinten Nationen.

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Kurzbeschreibung des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland

Dahlmannstraße 5-7 (ehemals Gronauweg 5), heute Karl-Carstens-Straße
Zu dem Objekt gehörte die umgebende Freifläche, eine in Restflächen erhaltene Gartenanlage mit altem Baumbestand und mit einer Skulptur neuerer Zeit.

Bauherr: Jakob Dahm und Söhne (Friederich und Carl-Julius); spätere Besitzer/ Nutzer: Denninghoff, Zimmerstaedt, Jovy, Guilleaume,Deutsche Parlamentarische Gesellschaft.
Architekt: Unternehmer H. Stirtz (Sonntag 1998, S. 255)

Baugeschichte
1876 / 1877 Bauantrag
1903/1904 Anbau von zwei Räumen im Erdgeschoss der südlichen Haushälfte, Keller entsprechend erweitert.
1904 1906 Stall und Remisengebäude, Bauherr: Fabrikant W. Zimmerstaedt, Architekten: Kayser und von Groszheim, vertreten durch den Architekten Rings
1912/13 Wintergarten und bauliche Veränderungen im Gebäudeinnern des Hauses Nr. 5;
1924 Anbau und bauliche Veränderungen an der Halbvilla Nr. 7, Bauherr: Fabrikant W. Guilleaume, Zweite Fährgasse 1, Firma: J. Stumpf, Planunterzeichner: Kleefisch
1936 Bau einer Garage, Bauherr: Prof. Jovy, Eigentümer der Halbvilla Nr. 5
1949 Nutzung als Pressekasino
Büroräume des Auswärtigen Amtes
Deutsche Presseagentur
ab 1955 Sitz der Parlamentarischen Gesellschaft = Club der Bundestagsabgeordneten mit Kontakten zur Öffentlichkeit
1981/82 Um- und Ausbau beider Häuser zur Nutzung durch die Parlamentarische Gesellschaft
2006 Abbruch der Villa.

Das Objekt wurde 1877 am Gronauweg als Doppelwohnhaus für die Gebrüder Dahm errichtet. Der Firma Dahm & Söhne gehörte die in der Nähe am Rhein stehende Holz Dampfschneidemühle, die Jakob Dahm 1869 ebenfalls am Gronauweg zusammen mit einem Wohnhaus errichtet hatte.
Die Außenfassaden (Fensterformate, Wandoberfläche, Ausbildung der Turmobergeschosse) waren nach dem Vergleich der Antragspläne mit dem Erscheinungsbild vor dem Abbruch wohl bereits mit den ersten baulichen Änderungen Ende der 1890er Jahre gestaltet worden. (Sonntag, 1998, Bd. I, S. 209, Abb. II 158, Gemälde von Fink, 1897)

Beschreibung
Freistehender Putzbau über niedrigem Sockel, zweigeschossiger Baukörper in sechs Achsen mit schiefergedecktem Mansarddach, konzipiert als Doppelhaus; die symmetrische Spiegelung der Doppelhaushälften mit polygonalen, dreigeschossigen, zeltdachgedeckten Ecktürmen an der Straßenfassade vermittelte den Eindruck einer breitgelagerten Villa; an der Rückseite leitete eine Terrasse mit ehemals seitlichen Wintergärten in den zugehörigen Park; südlicher Vorbau aus verglaster Holzkonstruktion mit Reliefschnitzereien an den Ecken; Wandgliederung durch hochrechteckige Fenster, leicht geschweifte Mansardgauben und rundbogige Zwillingsfenster im zweiten Obergeschoss der Türme; Schmuck der Außenfassaden aus umlaufenden profilierten Gesimsbändern, Bandquaderung im Erdgeschoss und giebelförmigen Fensterverdachungen auf Volutenkonsolen im Obergeschoss; flache Verdachungen der jeweils mittigen Eingangstüren ebenfalls auf Volutenkonsolen; Vorbereich zur Straße 1981/82 als Vorfahrt mit anschließender überdachter Treppen und Rampenanlage neu gestaltet.

Die innere Gebäudestruktur mit Grundrissgestaltung, Aufteilung der Räume und jeweils zentraler dreiläufiger Treppe an der Trennwand der beiden Haushälften, war noch 2006 weitgehend unverändert erhalten. Der Deckenschmuck war zum Teil unter den abgehängten Decken erhalten, ebenso der umlaufende Wandfries mit plastisch vortretenden Vasen und Festons im Obergeschoss.
Die Parkanlage, die sich ehemals mit einem schmalen Parzellenversprung bis zur Uferpromenade erstreckte, war durch eine von Wachholder- und Nadelgewächsen flankierte Blickschneise von der Terrasse zum Fluss gegliedert. (Abb. Purwin/Herles 1986, S. 38; Preußische Neuaufnahme, berichtigt 1906)

Begründung
1855 entstand in der Gronauer Gasse an der Nordseite der späteren Pädagogischen Akademie nahe am Rhein eine Dampfschneidemühle.
1872 wurde als Konkurrenzunternehmen benachbart eine zweite Dampfschneidemühle mit Holzlager errichtet. Besitzer war Jakob Dahm, Teilhaber der Firma Dahm und Mönkemöller. Bereits 1883 bestand die Mühle nicht mehr. 1875 1897 wurde wohl südlich anschließend ein Kalkofen ab 1879 mit Bimssteinfabrik betrieben. Die Schneidemühle verfügte am Rhein über einen eigenen Landesteg und trieb auch Holzhandel über Süddeutschland hinaus. 1927 erwarb die Stadt die 1,75 Hektar umfassende Grundstücksfläche.

In Zusammenhang mit den Industriebetrieben und in Nachbarschaft zu der Villa Hammerschmidt, dem Palais Schaumburg, dem Wasserwerk und den Resten/ erhaltenen Bauten der Pädagogischen Akademie war das Objekt, benachbart ehemals zu der Schneidemühle, ein bedeutendes Zeugnis der Geschichte der Stadt Bonn im 19. Jahrhundert und ein Dokument der städtebaulichen Entwicklung des Gebietes vor der Zeit des Regierungssitzes. Denn am Südrand der Stadt Bonn, außerhalb des Stadtkernes, hatten sich hier seit der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur Industriebetriebe angesiedelt sondern auch allgemeine städtische Funktionen wie die Wasserversorgung in Form des Wasserwerks. Doch das Gelände außerhalb der eng bebauten Stadt bot nicht nur Flächen und Platz sondern auch Ruhe am Rheinufer im Grünen. So war die Gronau mit Stadthalle, öffentlichem Park und Sportplatz auch ein Ort der Erholung, wo seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert aufwändige Villen mit gehobenen Wohnansprüchen inmitten von Parkanlagen auf großzügig bemessenen Grundstücken entstanden. Die Doppelvilla der Schneidemühle Dahm bündelte sowohl die gewerblichen als auch die sozialdemographischen Aspekte des Stadtrandes im späten 19. Jahrhundert.

Die Villa war eines der ältesten erhaltenen Objekte im ehemaligen Regierungsviertel. Sie war ein zeittypisches Beispiel eines freistehenden Wohnhauses in der überregionalen Formensprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Gliederung des Baukörpers und die dekorative Ausgestaltung sprachen für ihre Erhaltung aus architektonischen Gründen. Als Wohnhaus der beiden Brüder aus der Familie des Schneidemühlenbesitzers stellte die Villa im Typ des Doppelhauses eine besondere Variante eines Fabrikantenwohnsitzes dar und war erhaltenswert aus bautypologischen Gründen.

Nach Abbruch des Objektes wurde das Gelände großflächig neu bebaut und städtebaulich umstrukturiert.

(Angelika Schyma, Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2016)

Literatur

Dietz, Josef (1951)
Rund um die Gronau. (Bonner Geschichtsblätter 5.) S. 5-16. Bonn.
Herles, Helmut (2001)
Von der Villa am Rhein in das Palais an der Spree. Die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft. Berlin.
Purwin, Hilde / Herles, Helmut (1986)
Eine Villa am Rhein: die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft in Bonn. Baden-Baden.
Sonntag, Olga (1998)
Villen am Bonner Rheinufer: 1819-1914, Band 1 - Die Voraussetzungen. S. 209, Bonn.
Sonntag, Olga (1998)
Villen am Bonner Rheinufer: 1819-1914, Band 3 - Katalog 2. S. 255-260, Bonn.
Wandersleb, Hermann (1949)
Die Unterbringung der Bundesorgane in Bonn. Düsseldorf.

Villa Dahm

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Karl-Carstens-Straße
Ort
53113 Bonn - Gronau
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1876, Ende 2006
Koordinate WGS84
50° 43′ 7,23″ N, 7° 07′ 20,44″ O / 50.71868°, 7.12235°
Koordinate UTM
32U 367455.29 5620222.75
Koordinate Gauss/Krüger
2579304.15 5620951.97

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„Villa Dahm”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-18229-20111006-14 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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