Flugplatz Ostheim in Merheim

Fliegerkaserne Merheim, Einsatzhafen E12/VI

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historische Aufnahme von 1943: Produktion des von 1936 bis 1945 gebauten Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109 bzw. Me 109.

    Historische Aufnahme von 1943: Produktion des von 1936 bis 1945 gebauten Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109 bzw. Me 109.

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  • Ein Gebäude (ehemaliger Kasernenbau) des ehemaligen Militärflughafens Ostheim in Merheim mit Beobachtungsturm (2015)

    Ein Gebäude (ehemaliger Kasernenbau) des ehemaligen Militärflughafens Ostheim in Merheim mit Beobachtungsturm (2015)

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Vorkriegszeit
Es ist kaum bekannt, dass es zwischen Merheim, Ostheim und Neubrück einen Flugplatz gab. Bereits vor dem Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte linke Rheinland am 7.3.1936 gab es bereits erste Überlegungen zum Bau eines Flugplatzes in der Umgebung von Köln. Anfang 1935 wurde von dem Luftwaffengeneral Kesselring Köln-Ostheim als Standort gewählt. Die ersten Planungen waren strikt geheim gehalten und unter der „Deckadresse“ des Deutschen Luftsportverbandes verschleiert (fliegerhorste.de, 07.08.2015).

Nach dem 7.3.1936 wurde die Planung des Platzes umgesetzt. Bereits am 21.4.1936 begannen die Bauarbeiten auf dem für den Flugplatz beschlagnahmten Gelände. Der ursprünglich vorgesehene Fertigstellungtermin am 1. Oktober 1936 konnte nicht eingehalten werden. Der Fliegerhorst wurde schließlich am 8. Juni 1937 der Luftwaffe übergeben. Er wurde Standort des Jagdgeschwaders JG 234 und später des Jagdgeschwaders JG 26 „Schlageter“ (fliegerhorste.de, 07.08.2015).

Zweiter Weltkrieg
Mit Kriegsausbruch verlegte man im Mai 1940 das Jagdgeschwader JG 26 auf Fliegerhorste weitere westlich des Rheins. Nach Ende des Polenfeldzuges Ende September 1939 und zur Vorbereitung des Westfeldzuges 1940 wurden kurzfristig verschiedene Luftwaffenverbände auf dem Flugplatz Ostheim stationiert. Hierunter befand sich auch das sogenannte „Kommando Koch“, das von Ostheim aus den ersten Luftlandeeinsatz mit Lastenseglern (Frachtsegelflugzeuge) der Geschichte mit dem Angriff auf das belgische Fort Eben Emael durchführte (fliegerhorste.de, 07.08.2015).
1941 wurde eine „Versuchsnachtjagdstaffel 109 auf dem Flugplatz Ostheim“ eingerichtet, die aber im August 1941 wieder aufgelöst wurde. In den folgenden Jahren waren in Ostheim keine ständigen Verbände mehr stationiert. Seit 1942 diente der Platz als „Durchgangsstation“ und als Zwischenlandeplatz für Nachtjäger. Hiermit konnte den Nachtjägern in Luftnot („Nachtjagdeinfallhorst“) eine sichere Landung ermöglicht werden. Weiterhin entstand dort eine sogenannte „Frontschleuse“ für neu gelieferte Jagdflugzeuge - Messerschmitt Bf 109 und Focke-Wulf Fw 190. Dort wurden die neuen Flugzeuge für ihren endgültigen Einsatz mit Waffen und Funkgeräten ausgestattet und von Piloten der „Jägerzuführungsstaffel Ostheim“ zu den Frontverbänden überführt (koelner-luftfahrt.de). Diese Staffel ist im August 1944 aufgelöst worden.

Auf dem Fliegerhorst Köln-Ostheim richtete man 1942 Umschulungs-Lehrwerkstätten für Flugzeugmechaniker ein, die der Kommandierende General des Luftgaues VI, General Schmidt, einweihte (koelner-luftfahrt.de).
1944 wurden die 1., 2. und 3. Staffel der NSGr. 2 (Nachtschlachtgruppe) auf die Flugplätze Köln-Ostheim und Hangelar mit ca. 80 Junkers Ju 87D-3 und D-5 verlegt. Nach dem Verlust der Flugplätze in Frankreich, Belgien und der Niederlande wurden wieder Luftwaffe-Einheiten in Ostheim stationiert, so die I./NSG 2 oder das NJG 2 (Nachtjagdgeschwader). Zum Schutz gegen alliierte Luftangriffe entstanden getarnte, dislozierte Abstellbereiche im Außenbereich des Flugplatzes. Obwohl Ostheim wiederholt Ziel von Luftangriffen war, blieb der Flugplatz bis zum Kriegsende weitgehend einsatzfähig.

Nachkriegszeit
Am 8.3.1945 wurde der Flugplatz aufgegeben und geräumt, am 13.4.1945 erfolgte die Besetzung durch amerikanische Truppen und am 21.6.1945 die Übernahme durch britische Truppen. Im Gegensatz zu den benachbarten Flugplätzen wurde Ostheim „demilitarisiert“ und alle militärischen Einrichtungen wurden zerstört. Hierbei erfuhren auch die Flugzeughallen im östlichen Bereich einen Abbruch.
1946 erfolgte die Übergabe des Geländes an die Stadt Köln. Die meisten Kasernenbauten wurden übernommen und blieben somit erhalten. Dort wurde die städtische Krankenanstalt (Merheimer Kliniken) errichtet. Der östliche Teil des Platzes mit der Werfthalle und dem KFZ-Bereich wurde der Arzneimittelfirma MADAUS verpachtet. Im ehemaligen Gebäude der Flugleitung war von 1967 bis April 2015 die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung untergebracht, die sich heute am Maarweg 149-161 in Köln-Ehrenfeld befindet. Auf dem ehemaligen Flugfeldgelände wurde in den 1960er Jahren die „Konrad-Adenauer-Siedlung“, der heutige Stadtteil Neubrück, errichtet (koelner-luftfahrt.de).

Trotz der Auflösung des Flugplatzes gibt es verschiedene Relikte, die erhalten geblieben sind: Teilstücke der ehemaligen Straßen und ehemalige Kasernenbauten. Sie befinden sich auf dem Gelände der Fa. MADAUS bzw. der Krankenanstalten. Auf einigen Gebäuden sind die sogenannten „Flaktürme“, erhöhte Flakstellungen auf Podesten der Kasernen noch deutlich erkennbar erhalten geblieben (fliegerhorste.de, 07.08.2015).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau und Klaus-Dieter Kleefeld, LVR-Redaktion KuLaDig, 2015)

Internet
www.fliegerhorste.de: Ostheim (abgerufen 07.08.2015 und 03.02.2016)
www.koelner-luftfahrt.de (abgerufen 03.02.2016)

Flugplatz Ostheim in Merheim

Schlagwörter
Ort
Köln - Ostheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos
Historischer Zeitraum
Beginn 1936 bis 1937, Ende 1945 bis 1947
Koordinate WGS84
50° 56′ 21,03″ N, 7° 02′ 57,91″ O / 50.93918°, 7.04942°
Koordinate UTM
32U 362955.18 5644872.71
Koordinate Gauss/Krüger
2573805.77 5645404.83

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„Flugplatz Ostheim in Merheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-137733-20150904-2 (Abgerufen: 20. Februar 2018)
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