Straßendorf Borler

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Borler
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Die St.-Bernardskapelle mit dem Naturdenkmal Kastanie im Ortskern von Borler bei Kelberg (2007).

    Die St.-Bernardskapelle mit dem Naturdenkmal Kastanie im Ortskern von Borler bei Kelberg (2007).

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    Burggraaff, Peter
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    Peter Burggraaff
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  • Historische Aufnahme (undatiert): Das Institutsgebäude der Landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Borler bei Kelberg in der letzten Bauphase.

    Historische Aufnahme (undatiert): Das Institutsgebäude der Landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Borler bei Kelberg in der letzten Bauphase.

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    Ortsgemeinde Borler
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    Ortsgemeinde Borler
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  • Heideauffortungsflächen in der Gemarkung Borler, eingezeichnet auf der historischen Tranchotkarte (1801/28).

    Heideauffortungsflächen in der Gemarkung Borler, eingezeichnet auf der historischen Tranchotkarte (1801/28).

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    Burggraaff, Peter / Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz
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Borler wird am 6.5.1140 als „Budelar“ erstmals erwähnt. Eine weitere Erwähnung erfolgt als „Burlat“. Wilhelm von Heyer des benachbarten Hauses Heyer wird am 28.4.1359 Burgmann des Erzbischofs Boemund von Trier zu Daun bestellt (Mayer u. Mertes 1986, S. 50).

Weltlich gehörte Borler zum kurtrierischen Amt Daun, aber kirchlich gehörte der Ort zur Pfarrei Kelberg im Eifeldekanat des Erzbistums Köln. Seit dem 16. Juli 1821 gehört die Pfarrei nach der päpstlichen Bulle „De salute animarum“ mit den der neuen Grenzziehung zwischen dem Erzbistum Köln und dem vom Erzbistum absgestuften Bistum Trier. Seit dem 25. Novemberg 1861 gehört Borler zur neuen Pfarrei Bodenbach. Der damalige Trierer Bischof Wilhelm Arnold begründete die Pfarrerhebung vom 25. November 1861 von Bodenbach u. a. mit der „großen Entfernung von der Pfarrkirche Kelberg und der dazwischen liegenden wilden Gebirge“. Die etwa 10 km unbefestigten Weges zur Pfarrkirche in Kelberg waren besonders im Winter beschwerlich. Die heutige St. Bernardkapelle wurde 1752-1753 errichtet.

Im Feuerbuch von 1563 werden für Borler 9 Feuerstellen (Häuser) aufgelistet. 1684 sind 11 Feuerstellen. 1817 hat Borler bereits mehr Einwohner (104) als heute mit etwa 80 Einwohnern. Vor allem zwischen 1925 und 1939 nimmt die Bevölkerung von 107 auf 136 stark zu. 1961 hatte Borler mit 147 die meisten Einwohner. Bis heute hat der Ort sich qua Einwohner mit 72 Einwohnern 2012 nahezu halbiert.

Während der französischen Herrschaft wurde Borler mit der Einverleibung des linken Rheinlandes zu Frankreich vom 1798 bis 1813 zu einer eigenständigen Gemeinde („Commune“) in der „Mairie de Kelberg“ (Bürgermeisterei bzw. Amt Kelberg) erhoben. Nach der Übernahme der Verwaltung des Rheinlandes durch die Preußen 1815 blieb Borler eine eigenständige Gemeinde der Bürgermeisterei bzw. des Amtes Kelberg. Seit der Kommunal- und Verwaltungsreform von 1970 gehört die Gemeinde zur Verbandsgemeinde Kelberg.

1896 fand die Planzuteilung im Rahmen der durchgeführten Flurbereinigung in den Gemarkung Borler statt (456 ha). Die Hauptziele der Flurbereinigung waren die Zusammenlegung und Vergrößerung der durch das Realteilungserbrecht verkleinerten Parzellen und die Erschließung jeder Nutzparzelle mit Flurwegen.

Auf der Tranchotkarte von 1809 und der preußischen Neuaufnahme von 1895 weist Borler eine straßendorfähnliche Struktur auf, aber im östlichen Teil verzeichnet der Ort eine mehr oder weniger haufendorfähnliche Struktur. An der Westseite des Dorfes ist seit den 1970er Jahren ein flächiges Neubaugebiet entstanden. Eine Besonderheit war die Gründung der Landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt Borler 1951. Nach der Schließung des Instituts wurde das Gebäude als Bürgerhaus umgebaut.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet:
www.borler.de/ 03.06.2016

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Vulkaneifel (Denkmalverzeichnis Kreis Vulkaneifel, 31. März 2014). Koblenz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Vulkaneifel, abgerufen am 29.02.2016
Mayer, Alois / Mertes, Erich (1993)
Geschichte, Kultur und Literatur der Verbandsgemeinde Kelberg. Adenau.
Mayer, Alois / Mertes, Erich (1986)
Sagen – Geschichte – Brauchtum aus der Verbandsgemeinde. Daun.
Mertes, Erich (o.J.)
Die Dörfer der Verbandsgemeinde Kelberg, Ihre erste Erwähnung und Nennung in der Literatur. In: Landeskundliche Vierteljahresblätter 32, 1986, Heft 3, o. O.

Straßendorf Borler

Schlagwörter
Ort
Borler
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Fernerkundung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1700 bis 1850
Koordinate WGS84
50° 18′ 45,59″ N, 6° 49′ 42,41″ O / 50.31266°, 6.82845°
Koordinate UTM
32U 345389.7 5575650.29
Koordinate Gauss/Krüger
2559053.81 5575515.18

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„Straßendorf Borler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-132931-20150723-2 (Abgerufen: 13. November 2018)
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