Hotel Rosenau im Siebengebirge. Postkarte (um 1900).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Hotel Rosenau im Siebengebirge. Postkarte (um 1920).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Hotel Rosenau (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Hotel Rosenau im Siebengebirge. Postkarte (um 1920).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Hotel Rosenau (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Hotel Rosenau im Siebengebirge. Postkarte (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
Hansa Luftbild
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Ehemaliges Hotel Rosenau (2025).
Copyright-Hinweis:
Joern Kling
Fotograf/Urheber:
Joern Kling
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Hotel Rosenau im Siebengebirge. Planskizze (1906).
Copyright-Hinweis:
Archiv des Rhein Sieg Kreises. ARSK-LSK 963.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
1933 wird das der "Gewerkschaft christlicher Bergarbeiter" gehörende Hotel von den Nationalsozialisten enteignet und der Deutschen Arbeitsfront (DAF) übertragen. Postkarte (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Hotel Rosenau im Siebengebirge mit dem Ölberg im Hintergrund. Postkarte (um 1920).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Aussichtsterrasse des Hotels Rosenau mit Blick auf den Ölberg (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Hotel Rosenau im Siebengebirge. Postkarte (um 1920).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Speisesaal des Hotels Rosenau mit Blick auf den Drachenfels und das Rheintal (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Hotel Rosenau im Siebengebirge. Postkarte nach einer Aufnahme der Hansa Luftbild (um 1935).
Copyright-Hinweis:
Siebengbirgsmuseum/Heimatverein des Siebengbirges e.V.
Fotograf/Urheber:
Hansa Luftbild
Medientyp:
Bild
Das Hotel Rosenau stand auf der Kuppe hinter der heutigen Schutzhütte und wurde 1955 abgebrochen (2025).
Copyright-Hinweis:
Joern Kling
Fotograf/Urheber:
Joern Kling
Medientyp:
Bild
Planskizze des Hotel Rosenaus (1906).
Copyright-Hinweis:
Archiv des Rhein Sieg Kreises. ARSK-LSK 963.
Fotograf/Urheber:
unbekannt
Medientyp:
Bild
Wer ältere Ansichtskarten des Siebengebirges durchsieht, stößt hin und wieder auf das Motiv eines großen, mehrgeschossigen Gebäudes, welches etwas entfernt vom Rhein aus den Wäldern herausragt. Doch wie man die Karten auch dreht und wendet, man kann den Bau keinem der heutigen Häuser zuordnen. Dies ist auch nicht möglich, denn das ehemalige Hotel Rosenau existiert nicht mehr. Doch der Reihe nach. Nach der Säkularisierung des Kloster Heisterbachs 1803 werden aus dem Klosterbesitz Staatsdomänen und fallen 1815 an den preußischen Staat, der die Besitzgüter meist schnell weiterveräußert. So wird der Stenzelberg 1817 von der neu gegründeten Königswinterer Steinhauergewerkschaft gepachtet, die den dortigen Steinbruch betreibt. 1835 löst sich die Gewerkschaft auf und die zwischenzeitlich erworbenen Brüche gehen an die Familie Bachem, die am Stenzelberg weiter Steine brechen lässt. Zu den Ländereien gehört auch der Berg der Rosenau.
Zur besseren Erschließung des Gebirges lässt der 1869 frisch gegründete Verschönerungsverein des Siebengebirges (VVS) als eines seiner ersten Projekte von 1874-77 einen neuen Fahrweg von der Passhöhe am Weilberg, vorbei an Stenzelberg und Rosenau bis zur Margarethenhöhe anlegen. Die Rosenau ist nun relativ bequem erreichbar. Zuvor gab es nur einen verfallenen, ausgefahrenen Weg der Stenzelberger Steinhauer oder die schmalen Pfade der Köhler und Bauern. 1894 erweitert man den neuen Fahrweg um einen Abzweig ab der Rosenau zum 1891 errichteten Hotel Petersberg. Am Abzweig liegt heute das bei Ausflüglern beliebte Einkehrhäuschen.
Das ist der Moment wo Anselm Bachem, einer von vier Söhnen des Steinbruchunternehmers Peter Josef Bachem, mit Planungen zum Bau eines Gebäudes auf der Rosenau beginnt. Anselm war 1892 von seinem Vater bei der Übergabe der Steinbruchfirma an zwei weitere Söhne ausbezahlt worden. Zu der Auszahlung gehörte offenbar auch die Rosenau. Zuerst schwebt ihm zunächst nur ein einfaches Jägerhaus mit angeschlossener Kneipe vor. Doch angesichts des repräsentativen Baus auf dem unweit gelegenen Petersberg soll es dann auch ein Hotel werden. Für den Antransport des Baumaterials erhält er 1896 die Genehmigung, von Heisterbacherrott bis an die Rosenau ein Schmalspurgleis zu legen (Echo 23.5.1896). Die Strecke beträgt immerhin fast 1,5 Kilometer. Heisterbacherrott selbst wurde bereits durch die Heisterbacher Talbahn angefahren. Ende 1896 ist der Rohbau fast fertig gestellt, als der Spitzgiebel der neu errichteten Westfront einstürzt und erhebliche Schäden verursacht (Echo 5.12.1896).
Am 5. Mai 1898 kann das Hotel-Restaurant endlich feierlich mit einem „Militär-Frei-Concert“ eröffnet werden. Abends findet eine Beleuchtung der umliegenden Berge Nonnenstromberg und Stenzelberg statt. Schon am nächsten Tag kommt die Königin von Schweden und Norwegen mit Hofgesellschaft auf eine Tasse Tee zu Besuch. Der Kammerherr lässt sich die Zimmer zeigen und äußert sich anerkennend über die Einrichtung (Echo 7.5.1898). Das mit 20 Zimmern, Festsaal und Aussichtsterrassen ausgestattete Haus bietet offenbar einen hohen Komfort. Spätestens 1900 gibt es unter der Nummer 111 auch Telefon. Der Pächter des Hotels, Jean Koch, bewirbt das Hotel mit Hinblick auf eine zahlungskräftige bürgerliche Kundschaft vor allem in der Kölnischen Zeitung, bietet das Haus aber auch Gesellschaften, Vereinen und Pensionären zu „günstigen Preisen“ an. Eine Besonderheit des hochgelegenen Gebäudes war die Wasserversorgung über einen hydraulischen `Widder´. Als Widder bezeichnet man einen Staudruck-Wasserheber, der ohne elektrische Energie den Fließdruck eines im Tal gelegenen Bachs ausnutzte, um das höher gelegene Hotel mit Wasser zu versorgen.
Zur besseren Anbindung des Hotels lässt Anselm Bachem 1899 den alten, verfallenen Karrenweg der Stenzelberger Steinhauer nach Königswinter wieder herrichten. Die Steinhauer hatten den Weg 1821 angelegt und bis zum Bau der neuen Dollendorfer Landstraße 1859 genutzt. Für die Benutzung der nun „Rosenauer Straße“ genannten Zufahrt müssen die Droschkenunternehmer eine jährliche Benutzungsgebühr von 3 Mark zahlen, dem Hotel Petersberg werden pauschal 20 Mark berechnet. Für alle übrigen ist die Nutzung frei (Echo 18.3.1899). Doch hier gibt es bald Streit mit der Stadt Königswinter, die sich nicht am Unterhalt des Weges beteiligen will und auch an einem Erwerb nicht interessiert ist. Es kommt zum Eklat, als Bachem der Stadt ein zeitliches Ultimatum stellt. Falls die Stadt sich nicht beteiligen würde, würde er 300 Morgen Wald aus seinem Besitz niederlegen! „…die Königswinterer sollten sich für diesen Gewaltakt beim Bürgermeister bedanken.“ Im Dezember beginnen tatsächlich 30 Arbeiter aus Heisterbacherrott mit den Fällarbeiten am Nonnenstromberg, die bis in den Februar hinein dauern. Der Ausgang des Konflikts ist unklar. Etwas später erwirbt der VVS die Besitzungen am Nonnenstromberg.
Bei Erweiterungsarbeiten für eine neue Aussichtsterrasse werden 1902 von Anselm Bachem die zuvor nicht mehr sichtbaren Ruinenreste der Burg Rosenau freigelegt. Der Grundriss zeigt ein unregelmäßiges Rechteck von 13x30 Metern (Renard 1907). Zwanzig Jahre später weiß die Lokalzeitung zu berichten, dass einer der Pächter des Hotels die Mauern auf der Suche nach einem angeblichen Schatz durch Sprengungen schwer beschädigt hätte. Bereits 1897 wären Keramikbruchstücke, Pfeile und Sporen gefunden worden (Echo 9.3.1927).
Um 1910 wird das Haus von dem Pächter Heinrich Becker betrieben, der dort regelmäßig „Wurst-Essen aus eigener Schlachtung“ anbietet (Echo 7.12.1911). Nur wenige Wochen nach Ende des Ersten Weltkrieges wird in der lokalen Zeitung schon wieder Werbung mit dem schönsten Rundblick, Kaffee und Kuchen sowie echtem Bohnenkaffee gemacht (Echo 14.12.1918). Später wird dort auch Kirmes gefeiert.
Zu einem unbekannten Zeitpunkt veräußert Anselm Bachem das Hotel, und 1925 wird der Bau von Hermann Flohr, dem von 1923 bis 1930 auch die Drachenburg gehört, an die Gewerkschaft christlicher Bergarbeiter aus Essen verkauft. Nach Umbauarbeiten eröffnet das Haus 1927 wieder neu. Betreiber ist nach wie vor Heinrich Becker. Der Verein bietet nun Kuraufenthalte für ehemalige, oft Lungenkranke Bergarbeiter an. Die Gewerkschaft hält dort 1928 unter Vorsitz des Abgeordneten Heinrich Imbusch ihre Reichskonferenz ab.
Den Nationalsozialisten sind die christlichen Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Am 2. Mai 1933 wird der gesamte Besitz mit dem Hotel beschlagnahmt und 1934 der Deutschen Arbeitsfront (DAF) übertragen (Echo 9.1.1934). Die DAF lässt das Hotel renovieren und nutzt es weiterhin als Erholungsheim für Bergleute, die dort jeweils zwei Wochen verbringen. Nur in der Feriensaison steht das Haus auch Touristen offen, darunter viele englische Gäste aber auch österreichische Ferienkinder (Echo 24.8.1934). Pächter ist nun Wilhelm Wenzel.
Während des Krieges wird das Hotel beschädigt und später geplündert. 1948 bringt die Stadt Königswinter in dem notdürftig ausgebesserten Gebäude Ostflüchtlinge und evakuierte Zivilisten unter. Bei der Räumung des Hauses 1953 bewohnen noch 25 Familien mit 70 Personen das Provisorium (HVZ 3.1.1953). Bereits 1949 erfolgte die Rückübertragung des Hotels an die IG Bergbau als Rechtsnachfolgerin der christlichen Gewerkschaft.
Die IG Bergbau lässt das beschädigte Gebäude im August 1953 niederlegen. Mit dem Abbruchmaterial wird ein neben dem Weg gelegener Steinbruch verfüllt. Anschließend errichtet man 1955-56 am Südhang der Rosenau einen großzügigen Neubau. Wie zuvor wird das Bauwerk als Erholungs- und Schulungsheim für Bergarbeiter genutzt. 1983-85 kommt es zu Umbauten und Erweiterungen. In Erinnerung an den 50 Jahre zuvor unter den Nazis umgekommenen Vorsitzenden der christlichen Bergarbeitergewerkschaft nennt man das Haus 1995 in „Erholungswerk Heinrich Imbusch“ um.
Am ehemaligen Standort des Hotels direkt gegenüber der Rosenau sind keinerlei Mauern mehr zu sehen. Ein dichter, undurchdringlicher Wald bedeckt das Plateau und so geben vor allem die alten Ansichtskarten einen Eindruck von dem imposanten zweigeschossigen Bau, der wie ein Schiff aus den Wäldern des Siebengebirges herausragte.
Datierung 1898-1953
Zugang Die Burg Rosenau ist frei zugänglich. Von dort aus hat man freien Blick auf den ehemaligen Standort des Hotels, heute bewaldet.
Hinweis Das Objekt „Hotel Rosenau in Königswinter“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 446).
Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge. Historische Nutzungen und ihre Auswirkungen auf die Landschaft. (Kulturlandschaftspflege im Rheinland, Band 2.) Köln.
Renard, Edmund / Clemen, Paul (Hrsg.) (1907)
Die Kunstdenkmäler des Siegkreises. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 5.4.) Düsseldorf.
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Möchten Sie dieses Objekt in der Kuladig-App öffnen?
Wir verwenden Cookies
Dies sind zum einen technisch notwendige Cookies,
um die Funktionsfähigkeit der Seiten sicherzustellen. Diesen können Sie nicht widersprechen, wenn
Sie die Seite nutzen möchten. Darüber hinaus verwenden wir Cookies für eine Webanalyse, um die
Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren, sofern Sie einverstanden sind. Mit Anklicken des Buttons
erklären Sie Ihr Einverständnis. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Datenschutzseite.