Güterverkehr der RSVG auf der Teilstrecke der ehemaligen Kleinbahn Siegburg - Zündorf

„Rhabarberschlitten“, zeitweise Rhein-Sieg-Kreis Eisenbahn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Niederkassel, Troisdorf
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Eine Diesellokomotive MaK G 700 C zieht einen Güterzug der Rhein-Sieg-Kreis Eisenbahn (2017).

    Eine Diesellokomotive MaK G 700 C zieht einen Güterzug der Rhein-Sieg-Kreis Eisenbahn (2017).

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  • Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Straße "Zum Kalkofen" in Troisdorf-Bergheim (2017).

    Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Straße "Zum Kalkofen" in Troisdorf-Bergheim (2017).

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  • Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Straße "Zum Kalkofen" in Troisdorf-Bergheim (2017).

    Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Straße "Zum Kalkofen" in Troisdorf-Bergheim (2017).

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  • Erhaltener Teil der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens": eine Straßenunterführung an der Spicher Straße in Troisdorf (2017).

    Erhaltener Teil der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens": eine Straßenunterführung an der Spicher Straße in Troisdorf (2017).

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  • Kleinbahn Siegburg - Zündorf, die  so genannte "Rhabarberschlitten", an der Spicher Straße in Troisdorf (2017)

    Kleinbahn Siegburg - Zündorf, die so genannte "Rhabarberschlitten", an der Spicher Straße in Troisdorf (2017)

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  • Die Kleinbahn Siegburg - Zündorf an der Einmündung Spicher Straße / Sieglarer Straße in Troisdorf (2017)

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  • Die Kleinbahn Siegburg - Zündorf an der Einmündung Spicher Straße / Sieglarer Straße in Troisdorf (2017)

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  • Die Kleinbahn Siegburg - Zündorf an der Einmündung Spicher Straße / Sieglarer Straße in Troisdorf (2017)

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  • Betriebsbebäude der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH (RSVG) in Sieglar, rechts davon Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf (2017).

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  • Betriebsbebäude des Busdepots der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH (RSVG) in Sieglar (2017), links davon Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf.

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  • Betriebsbebäude des Busdepots der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH (RSVG) in Sieglar (2017).

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  • Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Eschmarer Straße in Troisdorf-Müllekoven (2017).

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  • Die Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf queren den Verkehrskreisel Spicher Straße / Pastor-Böhm-Straße in Troisdorf-Sieglar (2017).

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  • Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Eschmarer Straße in Troisdorf-Müllekoven (2017).

    Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Eschmarer Straße in Troisdorf-Müllekoven (2017).

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  • Die zumeist als "Rhabarberschlitten" bekannte Kleinbahn Siegburg - Zündorf wird an einem Schild an der Straße "Zum Kalkofen" in Troisdorf-Bergheim "Balkanroute" genannt (2017).

    Die zumeist als "Rhabarberschlitten" bekannte Kleinbahn Siegburg - Zündorf wird an einem Schild an der Straße "Zum Kalkofen" in Troisdorf-Bergheim "Balkanroute" genannt (2017).

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  • Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", an der Glockenstraße in Troisdorf-Bergheim (2017).

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  • Die Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", queren die Provinzialstraße / Rheinstraße bei Bergheim / Mondorf (2017).

    Die Gleise der Kleinbahn Siegburg - Zündorf, des so genannten "Rhabarberschlittens", queren die Provinzialstraße / Rheinstraße bei Bergheim / Mondorf (2017).

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  • Bahngleise des Anschlusses an die ehemalige Kleinbahn Siegburg - Zündorf ("Rhabarberschlitten") am Fabrikgelände der früheren Zündhütchenfabrik "Züfa" bei Troisdorf, zuletzt bis 2004 Dynamit Nobel AG (2017).

    Bahngleise des Anschlusses an die ehemalige Kleinbahn Siegburg - Zündorf ("Rhabarberschlitten") am Fabrikgelände der früheren Zündhütchenfabrik "Züfa" bei Troisdorf, zuletzt bis 2004 Dynamit Nobel AG (2017).

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  • Streckenverlauf der Kleinbahn Siegburg–Troisdorf–Zündorf (aus Wikipedia, 2017).

    Streckenverlauf der Kleinbahn Siegburg–Troisdorf–Zündorf (aus Wikipedia, 2017).

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Das dem Rhein-Sieg-Kreis gehörende Eisenbahninfrastruktur- und Verkehrsunternehmen Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH (RSVG) betreibt bis heute Güterverkehr auf der Reststrecke der ehemaligen rechtsrheinischen Kleinbahn von Siegburg nach Köln-Zündorf. Die im Volksmund „Rhabarberschlitten“ genannte Bahn verkehrt auf einer 15,3 Kilometer langen Strecke zwischen Troisdorf und Niederkassel-Lülsdorf. Zwischen 1914 und 1965 gab es auf der Strecke auch Personenverkehr.

Geschichte
Erweiterungen und Anschlüsse an Köln und Bonn 1917-1921
Schäden im Zweiten Weltkrieg und Wiederinbetriebnahme bis 1948
Einstellung des Personenverkehrs 1963-1965
Betrieb durch die RSVG seit 1973
Schienenfahrzeuge im heutigen Betrieb
Der Spitzname „Rhabarberschlitten“
Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs?
Objektgeometrie

Geschichte
Seit 1906 verhandelte der damalige Siegkreis mit der Berliner Continentalen Eisenbahn-Bau und Betriebsgesellschaft über den Bau einer Kleinbahn von Monheim am Rhein über Siegburg nach Much. Da diese Verhandlungen ergebnislos blieben, änderten sich die Planungen 1909 in Richtung einer elektrischen Straßenbahn zwischen Niederkassel und Siegburg, die durch die Rheinisch Westfälische Elektrizitätsgesellschaft (RWE) gebaut werden sollte.
„Am 21. Dezember 1910 beschloss der Kreistag den Bau einer Bahn von der damals selbstständigen Gemeinde Porz am Rhein über Mondorf nach Beuel einschließlich eines Abzweiges von Mondorf über Troisdorf nach Siegburg. (…) Es wurde kein Schnellverkehr auf den Strecken zugelassen, es durfte keine Gleisverbindung von Zündorf nach Porz noch zu einer anderen Kölner Vorortbahn gebaut werden, die Verbindungen von Siegburg nach Wahn und von Friedrich-Wilhelms-Hütte zum geplanten Hafen in Mondorf wurden untersagt.“ (de.wikipedia.org, Kleinbahn Siegburg–Zündorf)
Am 5. August 1913 erteilte der Kölner Regierungspräsident dem Kreis die Genehmigung für den Bau und Betrieb der Kleinbahn. Ab 19. März 1914 wurde Güterverkehr auf dem ersten Abschnitt von Spich über Sieglar nach Lülsdorf betrieben und ab dem 25. Mai 1914 dann auch Personenverkehr von Siegburg über Sieglar nach Lülsdorf (rsvg.de).
Über die seit dem 6. September 1911 in Siegburg bestehenden Anschlüsse war der Personenverkehr damit an weitere Bahnstrecken in Bonn-Stadt, Bonn-Land und im Siegkreises angebunden – wenn auch etwas umständlich: die Fahrt dauerte „erheblich länger als mit den Köln-Bonner Eisenbahnen oder der Reichsbahn, man musste drei Fahrscheine lösen, zweimal umsteigen und in Zündorf dabei die Straße überqueren, obwohl eine Gleisverbindung bestand.“ (ebd.)
Der erste Betriebshof der Kleinbahn Siegburg–Zündorf befand sich in Sieglar.
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Erweiterungen und Anschlüsse an Köln und Bonn 1917-1921
Durch den Ersten Weltkriegs verzögert, wurden später weitere Streckenabschnitte eingeweiht:
  • Zum 6. Mai 1917 der Abschnitt von Spich nach Wahn (7,2 Kilometer, nur Güterverkehr mit Anschluss an die Wahner Straßenbahn),
  • zum 29. Oktober 1920 der Abschnitt von Lülsdorf nach Langel (2,8 Kilometer) und
  • zum 1. Oktober 1921 weitere 3,5 Kilometer von Langel nach Zündorf, das zum gleichen Tag von der Kölner Vorortbahn erreicht wurde.

Damit hatte die Kleinbahn 1921 mit insgesamt 34,4 Kilometern Strecke – davon 3,2 Kilometer zweigleisig – ihre größte Ausdehnung erreicht und verband die Städte Köln und Bonn rechtsrheinisch mit der Straßenbahn.

Schäden im Zweiten Weltkrieg und Wiederinbetriebnahme bis 1948
Bombenangriffe zum Ende des Zweiten Weltkriegs richteten am 28. und 29. Dezember 1944 in Siegburg und Troisdorf schwere Schäden an. Auch die Gleise der Kleinbahn und der Sieglarer Betriebshof wurden getroffen. Weitere Schäden an der Strecke gehen auf die sich zurückziehende Wehrmacht zurück, die noch am 11. April 1945 im Rahmen der NS-Kriegstaktik „verbrannte Erde“ Brücken über die Agger und über die Reichsbahn sprengte.

Erst im Herbst 1945 konnten einzelne Abschnitte der Bahn wieder in Betrieb genommen werden, ein durchgehender Verkehr war erst ab dem 25. März 1948 wieder möglich.
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Einstellung des Personenverkehrs 1963-1965
Seit Beginn der 1950er Jahre wurde zwischen Siegkreis und RWE eine Umstellung des Personenverkehrs von der Schiene auf den flexibleren Omnibus diskutiert. Dies mündete schließlich in der schrittweisen Einstellung des schienengebundenen Personenverkehrs von Siegburg nach Sieglar zum 14. Oktober 1963, von Sieglar nach Zündorf zum 6. September 1964 und von Sieglar nach Porz-Wahn zum 30. August 1965.
Güterverkehr wurde hingegen weiterhin betrieben, wenngleich auch die Strecken von Porz-Lind nach Porz-Wahn zum 7. April 1967 und die von Lülsdorf nach Zündorf zum 21. Mai 1969 stillgelegt wurden.
Gleichzeitig wurde die Bahn auf den Betrieb mit Diesellokomotiven umgestellt, was das Ende der Straßenbahn-Oberleitungen an der Strecke bedeutete, deren Verankerungen sich teils bis heute an älteren Gebäuden erhalten haben (vgl. etwa die Fotosammlung unter pigasus.de).
Durch den veränderten Zuschnitt des Rhein-Sieg-Kreises, der im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen zum 1. August 1969 aus dem vormaligen Siegkreis entstand, wurde die Kleinbahn Siegburg–Zündorf zum 1. Dezember 1972 in Rhein-Sieg-Kreis Eisenbahn umbenannt.
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Betrieb durch die RSVG seit 1973
Das dem Rhein-Sieg-Kreis gehörende Eisenbahninfrastruktur- und Verkehrsunternehmen Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH (RSVG) mit Sitz in Troisdorf entstand zum 1. Januar 1973 als Zusammenschluss der Rhein-Sieg-Kreis Eisenbahn und den Verkehrsbetrieben des Rhein-Sieg-Kreis GmbH. Der Betrieb wurde bis 1983 schrittweise um den Linienbusverkehr der Rhein-Sieg-Eisenbahn AG ergänzt (rsvg.de).
Zum 30. Juni 1977 endete der Güterverkehr zwischen Troisdorf und dem Flughafen Köln/Bonn, wodurch sich das Gleisnetz auf die heutige, 15,3 Kilometer lange Strecke zwischen Troisdorf-Vorbahnhof und Lülsdorf reduzierte. Durch kleinere Abzweigungen bedingt beträgt die Gleislänge 18,1 Kilometer.
Statt zuvor drei Zügen täglich verkehrt heute nur noch einmal am Tag der Übergabegüterzug von der rechtsrheinischen Bahnstrecke Köln – Rhein/Main zum Lülsdorfer Werk des Essener Spezialchemie-Unternehmens Evonik Industries AG.

Zuletzt wurde die Betriebsgenehmigung für die Strecke von Troisdorf-West nach Niederkassel-Lülsdorf am 15. Februar 1984 bis zum 30. September 2021 verlängert.
Die Bahnübergänge entlang der Strecke sind nach wie vor zumeist unbeschrankt und verfügen nur über Lichtsignalanlagen, so dass sich bereits mehrfach Unfälle ereignet haben – zwei Mal sogar tödlich. Am Sieglarer Kreisel verläuft die Strecke neben dem RSVG-Betriebshof (Spicher Straße / Pastor-Böhm-Straße) mitten auf der Straße.
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Schienenfahrzeuge im heutigen Betrieb
Die RSVG setzt zwei jeweils 60 Tonnen schwere und 700 PS starke Diesellokomotiven von Maschinenbau Kiel auf der Strecke ein, die im Wechsel genutzt werden und in der kombinierten Bus- und Lokhalle in Sieglar stehen. Es sind rote Lokomotiven des Typs MaK G 700 C, zweite Generation mit Gelenkwellenantrieb, Fahrzeug-Nr. 500053 / 1970 und Nr. 500058 / 1972; die Motoren mit 515 Kw Leistung treiben die drei Achsen an.
Für besondere Zwecke wird noch eine Motordraisine (Gleiskleinkraftwagen Beilhack, Nr. 3047 / 1961) vorgehalten, die bis vor kurzem noch häufig vor der Sieglarer RSVG-Betriebshalle zu sehen war. Sie besitzt einen VW-Motor mit 24 PS Leistung.

Der Spitzname „Rhabarberschlitten“
Auch wenn die Farbe der heutigen MaK-Lokomotiven der von reifen Rhabarber-Blattstielen gleicht, entstand die scherzhafte Bezeichnung „Rhabarberschlitten“ wohl bereits kurz nach der Gründung der Kleinbahn: Der lokalen Überlieferung nach seien in den Hungerjahren nach dem Ersten Weltkrieg Großstädter „in Schwärmen“ regelrecht in die bäuerlichen Dörfer Niederkassel, Bergheim, Müllekoven, Eschmar und Sieglar eingefallen um dort zu hamstern – vor allem Rhabarber, weil dieser „am wohlfeilsten zu bekommen war“ (www.ortsring-bergheim.de).
Diese Dörfer waren damals noch schwierig zu erreichend und die Region wurde deswegen auch als „Balkan“ bezeichnet. Im Bereich der Bergheimer Lerchenstraße finden sich heute noch einige (offenbar nicht-offizielle) Schilder, die eine „Balkanroute“ entlang der Bahnstrecke ausweisen.
Die Benennung „Rhabarberschlitten“ erfolgte wahrscheinlich auch in Anlehnung an den bekannteren Spitznamen „Kappes-Buure-Bahn“ – rheinisch für „Kohlbauern-Bahn“ – für die etwas ältere linksrheinische Vorgebirgsbahn Köln – Brühl – Bonn, die ein Teilabschnitt der linken Rheinstrecke ist.

Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs?
Seit Anfang 2016 wird die Wiederaufnahme des Personenverkehrs als neue rechtsrheinische Linie auf den alten Gleisen des „Rhabarberschlittens“ diskutiert. Diese Bahn soll möglicherweise einmal die derzeitige Lücke im Stadtbahnverkehr zwischen Linie 7 der Kölner Stadtbahn ab Porz-Zündorf und Linie 66 der Bonner Stadtbahn (Beuel - Königswinter - Bad Honnef) schließen (ksta.de).

Objektgeometrie
Die hier eingezeichnete Geometrie zeigt den heute erhaltenen Verlauf der Kleinbahn inklusive der sichtbaren (Industrie-) Nebengleise anhand der aktuellen Deutschen Grundkarte DGK 5. Die älteren Nachbarstrecken und die zwischen 1914 und 1921 durch die Bahn geschlossenen Lücken im Streckennetz lassen sich auf den Karten der Preußischen Neuaufnahme von 1891 bis 1912 gut nachvollziehen (vgl. die historischen Karten unter Kartenansicht).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)
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Internet
www.pigasus.de: Auf der Spur des Rhabarberschlittens (abgerufen 07.03.2017)
www.paul-zimmer.de: Streckenportrait Troisdorf West - Niederkassel-Lülsdorf (abgerufen 07.03.2017)
www.merte.de: Bahn-Express zum RSVG-Betriebshof in Sieglar (abgerufen 09.03.2017)
www.rsvg.de: Schiengüterverkehr, Historie (abgerufen 07.03.2017)
www.rsvg.de: Schiengüterverkehr, Übersichtsplan der Gleisanlagen (PDF-Datei, 7,1 MB, abgerufen 07.03.2017)
www.ortsring-bergheim.de: Chronik, Ausgabe 1 (PDF-Datei, 2,8 MB, abgerufen 07.03.2017)
de.wikipedia.org: Kleinbahn Siegburg–Zündorf (abgerufen 07.03.2017)
de.wikipedia.org: Liste der Schienenfahrzeuge der Maschinenbau Kiel (abgerufen 09.03.2017)
www.ksta.de: Verkehrsplanung – Stadtbahn soll Köln, Bonn, Troisdorf und Niederkassel verbinden (Kölner Stadt-Anzeiger vom 14.04.2016, abgerufen 14.03.2017)

Literatur

Hoffmann, Bernd Franco (2013)
Stillgelegte Bahnstrecken im Bergischen Land. Erfurt.
Höltge, Dieter (1996)
Bergisches und Siegerland. (Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 5.) S. 244-259, Freiburg.
Reimann, Wolfgang W.; Frenz, Eckehard (1975)
Die Bahnen des RWE. S. 144-146, Gräfeling.
Wolff, Gerd (1997)
Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 4: Nordrhein-Westfalen / Südlicher Teil. S. 188-208, Freiburg.

Güterverkehr der RSVG auf der Teilstrecke der ehemaligen Kleinbahn Siegburg - Zündorf

Schlagwörter
Ort
53844 Troisdorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1914 bis 1921
Koordinate WGS84
50° 48′ 1,85″ N, 7° 07′ 32,25″ O / 50.80052°, 7.12562°
Koordinate UTM
32U 367917.35 5629316.35
Koordinate Gauss/Krüger
2579397.07 5630059.15

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„Güterverkehr der RSVG auf der Teilstrecke der ehemaligen Kleinbahn Siegburg - Zündorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-265459 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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