Mühlengraben Siegburg

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Siegburg
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Blick über das Siegwehr Buisdorf von der Siegburger Seite aus, hier zweigt der Siegburger Mühlengraben von der Sieg ab (2017).

    Blick über das Siegwehr Buisdorf von der Siegburger Seite aus, hier zweigt der Siegburger Mühlengraben von der Sieg ab (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben in der Wahnbachtalstraße, kurz nach dem Abzweig des Grabens aus der Sieg (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben in der Wahnbachtalstraße, kurz nach dem Abzweig des Grabens aus der Sieg (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben in der Wahnbachtalstraße, kurz nach dem Abzweig des Grabens aus der Sieg (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben in der Wahnbachtalstraße, kurz nach dem Abzweig des Grabens aus der Sieg (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Liegnitzstraße, wo ein Seitenarm zum Siegwerk abzweigt (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Liegnitzstraße, wo ein Seitenarm zum Siegwerk abzweigt (2017).

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  • Das Siegwehr bei Sankt Augustin-Buisdorf in Blickrichtung Siegburg (2016).

    Das Siegwehr bei Sankt Augustin-Buisdorf in Blickrichtung Siegburg (2016).

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  • Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Liegnitzstraße, wo ein Seitenarm zum Siegwerk abzweigt (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Liegnitzstraße, wo ein Seitenarm zum Siegwerk abzweigt (2017).

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  • Industriegelände des früheren Siegwerks in Siegburg, der  Mühlengraben durchfließt das Werksgelände (2017).

    Industriegelände des früheren Siegwerks in Siegburg, der Mühlengraben durchfließt das Werksgelände (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Wilhelmstraße, nachdem der Graben das Stadtgebiet durchquert hat (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Wilhelmstraße, nachdem der Graben das Stadtgebiet durchquert hat (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Wilhelmstraße, nachdem der Graben das Stadtgebiet durchquert hat (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben im Bereich der Wilhelmstraße, nachdem der Graben das Stadtgebiet durchquert hat (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben kurz vor seiner Mündung zurück in die Sieg (2017).

    Der Siegburger Mühlengraben kurz vor seiner Mündung zurück in die Sieg (2017).

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  • Der Siegburger Mühlengraben bei seiner Mündung zurück in die Sieg (2017)

    Der Siegburger Mühlengraben bei seiner Mündung zurück in die Sieg (2017)

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  • Der Mündungsbereich des Siegburger Mühlengrabens zurück in die Sieg (2017).

    Der Mündungsbereich des Siegburger Mühlengrabens zurück in die Sieg (2017).

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  • Die Siegaue im Bereich der Mündung des Siegburger Mühlengrabens zurück in die Sieg (2017).

    Die Siegaue im Bereich der Mündung des Siegburger Mühlengrabens zurück in die Sieg (2017).

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  • Die Stadt Siegburg mit der Abtei auf dem Michaelsberg, Kreishaus, Polizeiwache und städtischem Mühlengraben im Luftbild (2011)

    Die Stadt Siegburg mit der Abtei auf dem Michaelsberg, Kreishaus, Polizeiwache und städtischem Mühlengraben im Luftbild (2011)

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Das schon im 12. Jahrhundert erwähnte Wasserbauwerk wurde vermutlich zusammen mit der Siegburger Stadtmauer errichtet. Der vielfältig genutzte Mühlengraben zweigt von der Sieg ab und mündet nach 4,7 Kilometern wieder in diese zurück – früher nahm er dabei jedoch zeitweise mit der Agger vorlieb.

Geschichte
Verlauf des Grabens
Nachweis historischer Laufveränderungen durch Altkartenvergleich
Hinweise: Baudenkmal und Kulturlandschaftsbereich
Internet

Geschichte
Der urkundlich bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Siegburger Mühlengraben wurde vermutlich im Zuge des Ausbaus der dortigen Stadtmauer errichtet, die schließlich im Jahr 1212 mit vier Toren belegt ist (Wensky 2008).
Für den Siegburger Stadtherrn, den Abt der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg, war die Anlage eines regulierbaren Wasserlaufs für den Betrieb der im Besitz der Abtei befindlichen Siegburger Mühlen notwendig: die Mahlmühle lag innerhalb der Stadtmauer, die Walkmühle, Lohmühle, Papiermühle und Ölmühle außerhalb der Befestigung.
Neben seinem ursprünglichen Zweck diente der künstliche Wasserlauf aber auch als Wasserquelle und Waschmöglichkeit für die Bevölkerung. Von 1906 bis 1928 bestand sogar eine Badeanstalt am Mühlengraben. Seit dem 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der städtische Mühlengraben auch als Transportweg für die Steinbrüche der Siegburger Wolsberge genutzt. Unterhalb der Stadtmühlen wurden über den Graben lange Zeit auch Töpfereiwaren aus der Siegburger Aulgasse für den Export verschifft, seinerzeit gab es wohl regelrechte kommerzielle „Reeder“ in der Stadt (freundlicher Hinweis von Herrn Schneider).

1839/40 siedelte sich östlich des Michaelsbergs auf dem „Siegfeld“ am oberen Teil des Grabens die zehn Jahre zuvor in Köln gegründete Kattun-Druckerei und Färberei Rolffs & Cie an. Der erste große Industriebetrieb in Siegburg benötigte für die Produktion seiner Baumwoll-Gewebe immens viel Wasser. Hierfür wurde ein separater Seitenarm vom Mühlengraben abgezweigt, der nach knapp 900 Metern wieder in den Hauptgraben mündet. „Um den Streit um das Wasser zu umgehen“ kaufte die Vorgängerfirma des späteren Siegwerks (ab 1914) in den Jahren bis 1865 kurzerhand alle Mühlen der Stadt auf (de.wikipedia.org).
Auch die großen Mengen Wasser, die die Phrix-Werke während ihres Betriebs von 1929 bis 1971 für die Zellwolle-Produktion benötigten, wurden teils über den Mühlengraben aus der Sieg bezogen.
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Verlauf des Grabens
Der Graben zweigt am heutigen Buisdorfer Wehr von der Sieg ab und mündet nach 4,7 Kilometern Strecke etwa 400 Meter östlich der Agger-Mündung wieder in die Sieg zurück.
Der Graben ist im Schnitt etwa 4 Meter breit und wird zum Teil von aufgeschütteten Wällen und Dämmen gesäumt. Wie bereits in früheren Zeiten verläuft der Mühlengraben teils unterirdisch und wird auf seinem Weg durch die Stadt von zahlreichen Brücken überquert.
Die hier eingezeichnete Objektgeometrie folgt dem heutigen Verlauf des Grabens inklusive der Siegwerk-Abzweigung entsprechend der modernen Deutschen Grundkarte 1:5.000 (DGK 5).
Nur rund 500 Meter entfernt von der Mündung des Siegburger Mühlengrabens zweigt der Troisdorfer Mühlengraben von der Agger ab.
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Nachweis historischer Laufveränderungen durch Altkartenvergleich
Der Vergleich mit den historischen Karten ist besonders für den Mündungsbereich des Jahrhunderte alten Mühlengrabens interessant: Die Karten der Preußischen Neuaufnahme (entstanden 1891-1912) lassen einen seinerzeit vollständig anderen Verlauf von Sieg und Agger im Bereich der Einmündung des Grabens erkennen. Während der Mühlengraben auf diesen Karten in die Agger mündet, fließt er auf den älteren Karten der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme noch – so wie heute – in die Sieg zurück (vgl. Kartenansicht).
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Hinweise: Baudenkmal und Kulturlandschaftsbereich
Der Mühlengraben in Siegburg ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Siegburg, Nr. 75 / LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 757) und ein wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs „Siegburg“ (Regionalplan Köln 441).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017 / freundliche Hinweise von Herrn Ralf Schneider, Amöneburg, 2017)

Internet
www.siegburg.de: Denkmalliste der Stadt Siegburg (PDF-Datei, 20 KB, Stand April 2013, abgerufen 09.02.2017)
de.wikipedia.org: Siegburger Mühlengraben (abgerufen 09.02.2017)
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Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 955-959, Stuttgart.
Wensky, Margret (2008)
Städte und Freiheiten bis 1500. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VI.2.) S. 69, Bonn.

Mühlengraben Siegburg

Schlagwörter
Ort
53721 Siegburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1200
Koordinate WGS84
50° 47′ 39,16″ N, 7° 12′ 25,12″ O / 50.79421°, 7.20698°
Koordinate UTM
32U 373632.84 5628473.24
Koordinate Gauss/Krüger
2585143.63 5629448.48

Empfohlene Zitierweise

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„Mühlengraben Siegburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-264341 (Abgerufen: 15. August 2018)
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