Siegwehr Buisdorf mit Fischaufstieg

Fischpass mit Kontrollstation für Wanderfische

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Sankt Augustin, Siegburg
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Siegwehr Buisdorf mit Fischpass und Kontrollstation für Wanderfische bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

    Das Siegwehr Buisdorf mit Fischpass und Kontrollstation für Wanderfische bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

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  • Das Siegwehr bei Sankt Augustin-Buisdorf, im Bild der Kran der Fischtreppe mit Kontrollstation für Wanderfische (2016).

    Das Siegwehr bei Sankt Augustin-Buisdorf, im Bild der Kran der Fischtreppe mit Kontrollstation für Wanderfische (2016).

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  • Der Kran für die Fischtreppe und Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

    Der Kran für die Fischtreppe und Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

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  • Tafel mit Erläuterungen zur Fischtreppe / Fischpass und Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

    Tafel mit Erläuterungen zur Fischtreppe / Fischpass und Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

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  • Tafel mit Erläuterungen zur Fischtreppe / Fischpass und Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

    Tafel mit Erläuterungen zur Fischtreppe / Fischpass und Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

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  • Detailbild zur Funktionsweise der Fischtreppe für Wanderfische auf einer Tafel mit Erläuterungen am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

    Detailbild zur Funktionsweise der Fischtreppe für Wanderfische auf einer Tafel mit Erläuterungen am Siegwehr Buisdorf bei Sankt Augustin-Buisdorf (2016).

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  • Das Siegwehr Buisdorf mit dem Fischaufstieg, Ansicht von der Siegburger Seite aus (2017).

    Das Siegwehr Buisdorf mit dem Fischaufstieg, Ansicht von der Siegburger Seite aus (2017).

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  • Das Siegwehr bei Sankt Augustin-Buisdorf in Blickrichtung Siegburg (2016).

    Das Siegwehr bei Sankt Augustin-Buisdorf in Blickrichtung Siegburg (2016).

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An dem Siegwehr bei Buisdorf – gelegen zwischen dem Damm nördlich des Sankt Augustiner Ortsteils und dem früheren Phrix-Gelände auf der anderen Seite der Sieg – wurde 1989 eine neue Fischaufstiegshilfe (auch Fischwanderhilfe oder Fischpass) angelegt. Diese folgt verschiedenen vorherigen Ausbaustufen vor Ort, die seit der Gründung des Fischschutzvereins Siegburg 1910 e.V. von diesem gefordert und in ihrer Ausführung gefördert und fachlich begleitet wurden.

Das Wasserbauwerk
Historisch betrachtet wurde der Bereich der Siegschleife bei Siegburg spätestens seit dem Mittelalter ständig verändert und wasserbaulich genutzt. Vornehmlich durch die Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg wurden hier u.a. Mühlengräben und Deichbauten angelegt (vgl. dazu die historischen Altkarten in der Kartenansicht; das ältere Luftbild „Nordrhein-Westfalen 1988-1994“ zeigt den späteren Ausbau des Siegwehrs noch nicht).

Eine Wanderhilfe wurde erstmals 1935 in Bauform einer Fischtreppe an der 1933 erbauten neuen Wehrkonstruktion ausgeführt, die das bisherige Schrägwehr ersetzte:
„An der Buisdorfer Seite wurde eine Betonrutsche für Kähne eingebaut und ermöglichte so, sei es für Angelkähne oder den Bootssport, ein problemloses Wechseln vom Ober- zum Unterwasser. Dabei wurde das Wehr erstmalig in seiner schon Jahrhunderte währenden Existenz, beim Fischzug zu einem echten Hindernis.“ (Linden / Weisser 2010, S. 117).
Im Jahr 1956 wurde der Fischaufstieg dann als „völlig untaugliches Alibibauwerk“ umgebaut, das ein mühsames Einfangen und Übersetzen der laichwilligen Fische erforderte. Für den Zeitraum von 1955 bis 1983 ist das Übersetzen von insgesamt 1.231 Zentnern Laichfischen am Buisdorfer Wehr dokumentiert, die bei den alljährlichen Fangaktionen zuvor mit Zug- und Sacknetzen gefangen werden mussten. Erst 1989 wurde die vermeintliche Aufstiegshilfe „endlich“ – so der Fischschutzverein in seiner Chronik – abgerissen und durch eine Blockrampe abgelöst. Die am 29. September 1989 eingeweihte Aufstiegshilfe wurde dann 1999 um eine Kontrollstation für Wanderfische ergänzt.

Mehrere große Informationstafeln vor Ort erläutern die Funktion des Wasserbauwerks. Die wandernden Fische werden unter Wasser durch die Fischwanderhilfe geleitet und dabei über ein automatisches Zählsystem erfasst:
„Mit Hilfe dieser Kontrollstation werden die Populationsentwicklung von Wanderfischen wie Lachs und Meerforelle verfolgt und bestandsschützende Maßnahmen ergriffen.“
Mit der zu dem Wehr gehörenden Krananlage mit 1,6 Tonnen Hubvermögen kann z.B. eine Fangreuse aus dem Wehr gehoben werden um die darin befindlichen Fische zu zählen, zu messen, zu markieren oder Bestimmungsproben zu entnehmen (vgl. die Infotafeln vor Ort und die Bilder in der Mediengalerie).

Gewässerschutz für Lachs, Forelle & Co.
In diesem Abschnitt der Sieg ereigneten sich bis zur Schließung der Siegburger Phrix-Zellwollewerke 1971 zahlreiche massenhafte Fischsterben, die auf die dauerhafte Wasserverschmutzung durch die Fabrik zurückzuführen waren. Das traditionelle Vereinsfischen musste in den Jahren 1970 und 1971 „wegen Fischsterben“ sogar ganz ausfallen (Linden / Weisser 2010).

Insbesondere der Atlantische Lachs (Salmo salar) ist aber, nachdem er fast vollständig aus der Sieg verschwunden war, inzwischen zurückgekehrt. Der als „König der Fische“ geltende Wanderfisch war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im gesamten Rheingebiet nahezu verschwunden – als Tiefpunkt seiner Verbreitung gelten infolge der Gewässerverschmutzung die späten 1970er Jahre.
Daneben ist der Salmonide aber auch besonders auf die Durchgängigkeit „seines“ Fließgewässers angewiesen: Der den größten Teil seines Lebens im Salzwasser lebende Atlantische Lachs folgt meist einem laichplatzbezogenen Wanderungsschema, das ihn zum Laichen zurück in einheimische Süßwasserflüsse führt.
Durch Maßnahmen des Gewässerschutzes zur Verbesserung der Wasserqualität und Wiederansiedlungsmaßnahmen wurde Salmo salar bereits vor der Modernisierung des Buisdorfer Siegwehr wieder in der Sieg heimisch. Unterstützt durch das „Wildlachszentrum-Rhein-Sieg“ (eine eigene Erbrütungs- und Aufzuchtstation für Wildlachse) und eine ganzjährig geltende Schonzeit weist der Atlantische Lachs heute wieder eine stabile Population aus: „So sind in den Monaten September bis November zahlreiche springende Lachse am Wehr Buisdorf zu beobachten.“ (Infotafel vor Ort, vgl. auch Klein / Kremer 2010, S. 20ff.).

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Wehr befinden sich am gegenüberliegenden Ufer der Sieg in Siegburg die 2005 fertiggestellten Einrichtungen und Gebäude des Fischschutzvereins Siegburg 1910 e.V. (Wahnbachtalstraße 13), die Geschäftsstelle des Rheinischen Fischereiverbands von 1880 e.V. (Wahnbachtalstrasse 13a) und das Vereinshaus mit Geschäftsstelle des Siegburger Rudervereins e.V. (Wahnbachtalstraße 15).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig / freundliche Hinweise von Herrn Hubert Linden, Vorsitzender des Fischschutzvereins Siegburg 1910 e.V., 2016)

Internet
www.siegburg.de: Das Siegwehr (abgerufen 04.07.2016)
www.fischschutzverein-siegburg.de: Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V. (abgerufen 04.07.2016)
www.fischschutzverein-siegburg.de: Fangstation / Fish Watcher, Kontroll- und Fangstation am Buisdorfer Siegwehr (abgerufen 04.07.2016)
www.fischschutzverein-siegburg.de: Wildlachszentrum-Rhein-Sieg (abgerufen 04.07.2016)
www.rhfv.de: Rheinischer Fischereiverband von 1880 e.V. (abgerufen 04.07.2016)

Literatur

Klein, Michael; Kremer, Bruno P. (2010)
Die Sieg. (Rheinische Landschaften 58.) Neuss.
Linden, Hubert; Weisser, Klaus / Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V. (Hrsg.) (2010)
100 Jahre Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V. - 1910-2010. S. 32-34, 79-80, o. O.

Siegwehr Buisdorf mit Fischaufstieg

Schlagwörter
Ort
53757 Sankt Augustin - Buisdorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1910 bis 1999
Koordinate WGS84
50° 47′ 19,25″ N, 7° 13′ 39,01″ O / 50.78868°, 7.2275°
Koordinate UTM
32U 375064.36 5627823.43
Koordinate Gauss/Krüger
2586600.76 5628857.11

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Empfohlene Zitierweise
„Siegwehr Buisdorf mit Fischaufstieg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252478 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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