Landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Nordeifel - Römische Straße Köln-Trier (KLB 28.01)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Bad Münstereifel, Blankenheim (Nordrhein-Westfalen), Dahlem (Nordrhein-Westfalen), Erftstadt, Esch (VG Obere Kyll), Hürth, Kall, Köln, Mechernich, Nettersheim, Schleiden, Vettweiß, Zülpich
Kreis(e): Düren, Euskirchen, Köln, Rhein-Erft-Kreis, Vulkaneifel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
  • Beschreibender Text zum landesbedeutsamen Kulturlandschaftsbereich "Nordeifel - Römische Straße Köln-Trier" in Nordrhein-Westfalen

    Beschreibender Text zum landesbedeutsamen Kulturlandschaftsbereich "Nordeifel - Römische Straße Köln-Trier" in Nordrhein-Westfalen

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  • Das Luftbild zeigt die römische Agrippa-Straße zwischen dem Urfttal im Hintergrund und nördlich der Görresburg (nicht im Bild) bei Nettersheim. Die römische Straße ist an dem hellen Band in der Mitte des Bildes zu erkennen (Aufnahme 2010).

    Das Luftbild zeigt die römische Agrippa-Straße zwischen dem Urfttal im Hintergrund und nördlich der Görresburg (nicht im Bild) bei Nettersheim. Die römische Straße ist an dem hellen Band in der Mitte des Bildes zu erkennen (Aufnahme 2010).

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  • GeschichtlicherAtlas der Rheinlande: Wirtschaft in römischer Zeit. Trier (links) und Köln (rechts), 2007.

    GeschichtlicherAtlas der Rheinlande: Wirtschaft in römischer Zeit. Trier (links) und Köln (rechts), 2007.

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  • Ausschnitt aus der "Tabula Peutingeriana" mit dem Raum zwischen Köln, Koblenz und Trier.

    Ausschnitt aus der "Tabula Peutingeriana" mit dem Raum zwischen Köln, Koblenz und Trier.

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Die Nordeifel und die Römische Straße Köln-Trier sind hier beschrieben als landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen. Der landesbedeutsame Kulturlandschaftsbereich ist ein räumlicher Ausschnitt der bedeutsamen Kulturlandschaftsbereiche Nordeifel und Römische Straße Köln-Trier.

Relikte aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte finden sich in der Nordeifel, wobei ein Schwerpunkt in römischer Zeit liegt. Die bereits im Mittelpaläolithikum aufgesuchten Höhlen im Kartsteinmassiv sind im Rheinland das alleinige obertägig sichtbare Bodendenkmal einer Besiedlung dieser Zeit. Weitere Besiedlungsspuren aus unterschiedlichen Abschnitten der Vorgeschichte zeigen an, dass der Raum der Sötenicher Kalkmulde im Westen des Kulturlandschaftsbereiches erschlossen war. Eine Abschnittsbefestigung aus der Eisenzeit auf dem Plateau des Kartsteinmassivs deutet eine montanwirtschaftliche Nutzung des Raumes in dieser Zeit an. Ein Eisenerzabbau in der vorrömischen Zeit ist in dem Mechernicher Bergbau- bzw. Erzrevier an vereinzelten Stellen nachgewiesen worden (z.B. Mechernich-Weyer).

Neben der Eifelwasserleitung belegen Trassen mehrerer römischer Straßen im Gebiet zwischen Mechernich und Nettersheim das umfangreiche technische Wissen der Römer. Durch Luftbilder konnte ein Großteil der Straßenverläufe nachgewiesen werden, wobei ein Abschnitt der Überlandstraße von Neuss/Köln nach Trier zu den wichtigsten zählt.

Die Römische Kalkbrennerei in Bad Münstereifel-Iversheim, ausgegraben wurde eine Batterie mit sechs Brennöfen der 30. Legion aus Xanten, arbeitete zusammen mit mehreren anderen Arbeitslagern von militärischen Kalkbrennen vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. Weitere elementare Zeugnisse römischen Lebens innerhalb des Kulturlandschaftsbereiches sind die Befunde mehrerer heiliger Bezirke.

Seine Fortsetzung fand insbesondere der römerzeitliche Bergbau im Mittelalter, während die meisten Siedlungen aus römischer Zeit wüst fielen. Römerzeitlicher und mittelalterlicher Bergbau sind im Bereich Bahrhaus-Weilerheck und Blankenheimerdorf nachgewiesen. Für den römischen und mittelalterlichen Bergbau sind darüber hinaus auch Bleierzgruben am Tanzberg (Kall-Keldenich) und in Mechernich-Kalenberg bedeutend, denn hier sind an der Oberfläche noch alte Pingen, Stollen und Schürfgruben erhalten.

Der mehr als 2.000 Jahre alte Bergbau nach Bleierz lässt sich am Mechernicher Bleiberg zurückführen auf Römer; ein Abbaubeginn in der Eisenzeit ist wahrscheinlich. Zur hohen Blüte entwickelte sich dieser Bergbauzweig nach 1859 mit Gründung des Mechernicher Bergwerks-Aktienvereins. Besonders durch den Tagebaubetrieb wurde die Landschaft um Mechernich vom Bleibergbau geformt, dessen eindrucksvollstes Baudenkmal ein Schachtturm auf Achteckgrundriss darstellt.

Münstereifel entstand im Gegensatz zu Euskirchen (KLB 25.08) und Zülpich (KLB 25.07) nicht im fränkischen oder römischen Altsiedelland, sondern als Cella des Klosters Prüm (gegründet 721 n. Chr.) in unberührtem Waldgebiet am Rande und in Verbindung mit einem alt besiedelten Raum.

Auf dem heutigen Michelsberg befand sich ursprünglich eine Kultstätte (Gerichts- oder Thingstätte, Mahal-, Madal-, Maleberg) des germanischen Gottes Trdodan. Um 1300 erfolgte der Bau der ersten Michaelskapelle; die heutige Wallfahrtskapelle entstand um 1500 und 1858, Kreuzwegstationen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine regionalgeschichtlich bedeutende Anlage mit großer Fernwirkung.

In der Umgebung befindet sich das größte vollbewegliche Radioteleskop der Welt mit einem Parabolreflektor von 100 m Durchmesser in Bad Münstereifel-Effelsberg. Auf dem sich 434 m über NN erhebenden Stockert bei Bad Münstereifel-Eschweiler steht seit 1956 eine vollbewegliche 25 m im Durchmesser messende Parabolantenne. Dieses ungewöhnliche und weithin sichtbare Baudenkmal wurde ursprünglich für militärische und wissenschaftliche Forschungszwecke genutzt und ist heute im Besitz der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Kommern ist eines der schönsten Fachwerkdörfer des Rheinlandes. Blankenheim als Burg-Tal-Siedlung ist durch die Burg und durch zahlreiche Fachwerkhäuser des 16./17. Jahrhunderts und Bürgerhäuser des 17./18. Jahrhunderts malerisch bestimmt. Erwähnenswert sind Kloster und Ort Steinfeld in Kall. Die ehemalige Prämonstratenser-Abtei aus dem 12. Jahrhundert ist heute ein Salvatorianer-Kloster. Die höchst qualitätvolle, großflächige Anlage hat überregionaler Bedeutung; durch ihre Höhenlage stellt sie eine Landmarke mit enormer Fernwirkung dar.

Bei der Fernstraße von Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) über Zülpich (Tolbiacum) und Jünkerath (Icorigium) nach Trier (Augusta Treverorum) handelt es sich um eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen des römischen Rheinlandes. Zwischen Erftstadt und Zülpich ist die Römerstraße heute noch größtenteils als Straße oder Feldweg vorhanden und in ihrer geraden Linienführung im Gelände nachvollziehbar. Von Zülpich aus verlief die Trasse bis zum Erreichen der ersten Eifelhöhen bei Kall-Keldenich ebenfalls gerade. Hier verästelt sich die Straße und verläuft bis Marmagen auf zwei mehr oder weniger parallel geführten Trassen, die sich nun der von tief eingeschnittenen Tälern durchzogenen Eifellandschaft anpassen müssen. Dabei wurde der steilere Trassenverlauf für die Bergfahrt, der weniger steile für die Talfahrt genutzt. Südlich von Marmagen schlängelt sich der Straßenverlauf westlich an Blankenheim vorbei in Richtung Schmidtheim, um südöstlich von dort im Eichholz im Bereich der Heidenköpfe das heutige Nordrhein-Westfalen zu verlassen. Im Streckenabschnitt zwischen Zülpich und der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz hat sich die römische Straßentrasse nur in einzelnen Teilbereichen als eine bis heute genutzte Straßen- oder Wegführung erhalten. So liegt z.B. ein knapp vier km langer Abschnitt der B 51 zwischen Blankenheimerdorf und Dahlem auf der Trasse der römischen Fernstraße. An mehreren Stellen ist jedoch der ehemalige Straßenverlauf – sei es als Geländeeinschnitt eines ehemaligen Hohlweges oder als in der Landschaft sichtbare Erhebung des aufgeschütteten Straßendamms – noch als Relikt im Gelände sichtbar.

Spezifische Ziele und Leitbilder:
  • Stärkung der historischen Wahrnehmung;
  • Schonung des paläontologischen Erbes;
  • Erhalt der historischen Struktur und Substanz;
  • Bewahrung der historischen Siedlungskerne;
  • Bewahrung der historischen Nutzungsmuster;
  • Bewahren der Maßstäblichkeit;
  • Extensive Landnutzung;
  • Sicherung der Sichtbezüge;
  • Pflege bzw. Förderung der Erlebbarkeit von Denkmälern;
  • Beachtung des Kulturellen Erbes bei wasserbaulichen Maßnahmen.
Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 10.10.2013)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 91, Münster, Köln.

Landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Nordeifel - Römische Straße Köln-Trier (KLB 28.01)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
50° 34′ 32,63″ N, 6° 39′ 28,72″ O / 50.57573°, 6.65798°
Koordinate UTM
32U 334175.99 5605264.91
Koordinate Gauss/Krüger
2546652.29 5604656.2

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„Landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Nordeifel - Römische Straße Köln-Trier (KLB 28.01)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0026 (Abgerufen: 27. Juni 2017)
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