Eisenbahnstrecke Baerl - Geldern

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Duisburg, Geldern, Issum, Kamp-Lintfort, Moers
Kreis(e): Duisburg, Kleve (Nordrhein-Westfalen), Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Eisenbahnbrücke bei Gerdt in Duisburg, nördlicher Brückenzug über die Elisenstraße, Blick von Norden (2012)

    Eisenbahnbrücke bei Gerdt in Duisburg, nördlicher Brückenzug über die Elisenstraße, Blick von Norden (2012)

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  • Eisenbahnbrücke bei Gerdt in Duisburg, nördlicher Brückenzug über die Elisenstraße (2012)

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  • Eisenbahnbrücke bei Gerdt in Duisburg, Bahnstrecke Baerl - Geldern, Blick von Süden (2012)

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  • Eisenbahnbrücke bei Gerdt in Duisburg, Bahnstrecke Baerl - Geldern, Blick von Süden (2012)

    Eisenbahnbrücke bei Gerdt in Duisburg, Bahnstrecke Baerl - Geldern, Blick von Süden (2012)

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Die Eisenbahnverbindung von Baerl nach Geldern geht auf strategische Planungen im Vorfeld des 1. Weltkrieges zurück. Sie wurde weitgehend vollendet, jedoch nie befahren. Der Abschnitt von Baerl nach Utfort dient heute dem Güterverkehr.

Geplante Bahnlinie Oberhausen − Baerl − Geldern
Bahnlinie Baerl − Utfort − Moers
Die Zeit nach 1945

Geplante Bahnlinie Oberhausen − Baerl − Geldern
Planungen der preußischen Staatsbahn sahen im frühen 20. Jahrhundert eine Eisenbahnverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der Strecke in die Niederlande über Kleve vor. Ziel war vorrangig die Umgehung der überlasteten Strecken bei Duisburg, Rheinhausen und Moers. Diese Verbindung sollte von der 1912 eröffneten Güterverkehrsstrecke von Oberhausen nach Hohenbudberg beim Block Baerl abzweigen. Von hier führte die geplante Bahn über Utfort (Kreuzungsbahnhof mit der Strecke Rheinhausen − Kleve) und die Bahnhöfe Repelen, Lintfort, Dachsberg, Sevelen und Hartefeld bis nach Geldern. In Lintfort war eine Verbindung zur geplanten Bahnlinie von Wesel über Alpen nach Krefeld/Willich vorgesehen (Teil der Ruhr-Mosel Entlastungslinie). In Geldern bestand Anschluss an die Bahn von Krefeld nach Kleve.
Die Errichtung von Bahndämmen und Überführungen waren großteils fertig gestellt, als die Arbeiten durch den Beginn des Ersten Weltkrieges unterbrochen wurden.
Nach dem Krieg betrachteten die Siegermächte diese Strecke als strategisch wichtig (als Aufmarschbahn Richtung Westen: Belgien, Frankreich). Sie verboten daher den Weiterbau. Nach der Aufhebung der Restriktionen nach 1922 hatte die Reichsbahn kein Interesse mehr am Weiterbau.
Von der Strecke sind noch große Abschnitte als Bahndamm bzw. als Einschnitte erkennbar. Der Raum des geplanten Bahnhofes Sevelen wird heute als Schleppgelände für Gleitschirme genutzt. Teilweise wurden neue Straßen über den alten Bahndamm geführt.
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Bahnlinie Baerl − Utfort − Moers
1912 wurde eine reine Güterzugstrecke von Duisburg-Meiderich-Nord (heute im Bereich der A 59) über Baerl nach Krefeld-Hohenbudberg eröffnet. Imposantestes Bauwerk dieser Strecke war die Haus-Knipp-Brücke unmittelbar östlich von Baerl.
1929 eröffnete man im Verlauf der geplanten und teilweise fertig gestellten Bahnstrecke nach Geldern eine Zweigstrecke von der Bahnlinie Meiderich nach Hohenbudberg vom Block Baerl nach Westen. Sie führte beim Bahnhof Rheinpreußen bzw. Utfort auf die Niederrheinstrecke nach Moers. In Utfort gab es eine Abzweigung nach Xanten (Anschluss an die Niederrheinstrecke). Das südliche Gleis der Zweigstrecke wurde bei Baerl unter der bestehenden Bahnlinie hindurchgeführt.
Zugleich mit der neuen Verbindung wurde Personenverkehr zwischen Oberhausen bzw. Osterfeld-Süd und Moers eingerichtet, damit wurde der Block Baerl zum Bahnhof.
Die Strecke wurde im Zweiten Weltkrieg nicht größer beschädigt. Eine Unterbrechung gab es durch die Zerstörung der Haus-Knipp-Brücke, die bereits 1946 wieder befahrbar war.
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Die Zeit nach 1945
Die Bahnlinie zwischen Baerl und Hohenbudberg wurde 1969 stillgelegt, so dass die Verbindung über die Zweigbahn von Baerl nach Utfort zur Hauptstrecke wurde. Den Personenverkehr auf dieser Strecke stellte man 1983 ein.
Die Strecke wurde 1970 durchgehend mit Oberleitung ausgestattet. 1998 legte man das nördliche Gleis zwischen dem ehemaligen Haltepunkt Duisburg-Beeckerwerth und dem zur Überleitstelle Duisburg-Baerl zurückgebauten ehemaligen Bahnhof still; das zweite Gleis wurde jedoch wieder aufgebaut und ist seit Dezember 2013 in Benutzung. Der Abschnitt zwischen Baerl und Utfort ist heute Teil der Strecke vom Güterbahnhof Oberhausen West zur Abzweigstelle Meerbeck an der Niederrheinstrecke.
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(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Internet
de.wikipedia.org: Bahnstrecke Geldern-Meerbeck (Abgerufen: 8.2.2014)
de.wikipedia.org: Bahnstrecke Duisburg-Meiderich − Hohenbudberg (Abgerufen: 8.2.2014)
NRW Bahnarchiv von André Joost: Strecke Vernum - Abzweig Meerbeck (Abgerufen: 2.7.2017)
www.drehscheibe-foren.de: Privater Forums-Beitrag (Abgerufen: 20.3.2012)

Literatur

Barthels, Thomas / Möller, Armin / Barthels, Klaus (2007)
Bahnen am Niederrhein. Eine Bestandsaufnahme der Eisenbahnen am Niederrhein zwischen Arnhem und Rommerskirchen, Venlo und Oberhausen. S. 88-91, Mönchengladbach.
Höpfner, Haus-Paul (1986)
Eisenbahnen. Ihre Geschichte am Niederrhein. S. 91, Duisburg.

Eisenbahnstrecke Baerl - Geldern

Schlagwörter
Ort
Duisburg, Geldern, Issum, Kamp-Lintfort, Moers
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1908, Ende 1922
Koordinate WGS84
51° 29′ 7,63″ N, 6° 31′ 19,98″ O / 51.48545°, 6.52222°
Koordinate UTM
32U 327967.6 5706722.6
Koordinate Gauss/Krüger
2536317.74 5705783.37

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„Eisenbahnstrecke Baerl - Geldern”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-CW-20110829-0006 (Abgerufen: 20. Mai 2018)
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