Hänneschen-Theater am Eisenmarkt

Puppenspiele der Stadt Köln

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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    Hänneschen-Theater und Willy-Millowitsch-Denkmal

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Geschichte
Gegründet wurde das Hänneschen-Theater 1802 von Johann Christoph Winters als Puppentheater für Kinder, das Stücke in der Adventszeit aufführte.
Zunächst bekam Winters nur befristete Genehmigungen zum Betrieb des Theaters, da die meisten Puppenspiele dieser Zeit nicht für Kinder gedacht waren und von der Obrigkeit eher ungerne gesehen wurden. Doch schien seine Idee in Köln auf fruchtbaren Boden zu fallen: Winters wurde in den Jahren nach der Gründung immer erfolgreicher, so dass das „Hänneschen“ als Symbolfigur schon beim ersten Karnevalszug 1823 offiziell vertreten war. 1925 wurde Winters Theater dann zur städtischen Bühne erklärt.
Heute ist ein Kölner Karneval ohne Hänneschen kaum vorstellbar. Die bekanntesten Figuren Winters sind heutzutage regelrechte Ikonen des Kölner Karnevals.

Trotz seines Erfolges war das Hänneschen-Theaters von Beginn an nicht konkurrenzlos in Köln. Die Familie Millewitsch / Millowitsch war seit dem 18. Jahrhundert ebenfalls als Puppenspieler tätig. Franz Andreas Millewitsch – ein direkter Vorfahre des bekannten Volksschauspielers Willy Millowitsch – war mit seinem Theater einer seiner schärfsten Konkurrenten um die Gunst der kleinen und großen Zuschauer, insbesondere nach dem Tod Johann Christoph Winters. Schlussendlich stieg jedoch das Millowitsch-Theater 1894 von Puppen auf Menschen als Darsteller um und besteht als beliebte Volksbühne noch immer.

Nach dem Tod Winters 1862 wurde das Theater von der Familie einer Enkelin, den Familien Klotz und Königsfeld bis zum Jahre 1919 weitergeführt, dann gab es keinen Erben und die Zukunft des Theaters war zunächst ungewiss. Der Heimatverein Alt Köln und der Kölnische Geschichtsverein versuchten, das Theater zu retten. Dies gelang allerdings erst im Jahre 1925 mithilfe einer Kommission zur Wiederbelebung der Kölner Puppenspiele und am 9. Oktober 1926 wurde das Theater wiedereröffnet.
Am 29. Juli 1938 zog das Theater zum neu angelegten Eisenmarkt in der Kölner Altstadt um.

Durch die Zerstörung des Zweiten Weltkriegs wurde das Theater wie fast die gesamte Kölner Innenstadt komplett zerstört. Die Vorführungen wurden eingestellt und konnten erst am 7. September 1948 wieder aufgenommen werden. Nach und nach fanden sich ehemalige Puppenspieler und Musiker wieder ein und begannen damit, das Theater wieder aufzubauen. Erste Spielstätte nach dem Krieg war ein Hörsaal in der Universität zu Köln, da das Gebäude am Eisenmarkt noch nicht wiederaufgebaut war.
Nach mehreren Umzügen und einem Jahr Heimatlosigkeit kehrte das Theater wieder an den Eisenmarkt zu seiner alten Adresse zurück und ist dort bis heute verblieben.

Spielleiter
Seit dem Jahr 1926 lenkten insgesamt sieben Spieleiter die Geschicke des Theaters, in chronologischer Reihenfolge:
  1. Fritz Danz (1926-1933),
  2. Hans Berschel (1933-1940),
  3. Karl Funck (1948-1980),
  4. Bernhard Klinkenberg (1980-1983),
  5. Dr. Gérard Schmidt (1983-1988),
  6. Heribert Malchers (1988-2012) und
  7. Frauke Kemmerling (seit 2012).
Unter dieser Leitung hielten unzählige Puppenspieler, Puppenbauer, Musiker, Schauspieler und viele andere das Hänneschen Theater über 200 Jahre am Leben und sorgten so für die Erhaltung eines wichtigen Teiles der Kölner Kultur.

Schauplatz und Figuren des Hänneschen-Theaters
Knollendorf ist fast immer der Schauplatz der Stücke. Knollendorf soll Köln oder zumindest Stadteile von Köln darstellen. Alle Figuren kommen aus dem ländlicheren Teil von Knollendorf während Schäl und Schnäuzerkowski die einzigen sind die aus dem eher städtischen Teil von Knollendorf kommen.
Hans Knoll (Hänneschen), die Hauptfigur der meisten Stücke. In den Kinderstücken Bärbelchens Bruder in den anderen ihr Freund. Der „Held“ der Stücke der am Ende immer die Oberhand behält.
Bärbelchen, die Schwester oder Freundin vom Hänneschen. Sie spielt den Gegenpart zum Hänneschen während er meistens handelt ohne nachzudenken überlegt sie erst gut wie sie handeln will bevor sie handelt.
Tünnes ist zusammen mit Schäl für viele ein Inbegriff für Köln. Tünnes ist eher einfältig aber nicht dumm. Er ist freundlich zu allem und jedem und hasst andere auch nach Beleidigungen etc. nicht sondern will sich mit allen wieder versöhnen.
Schäl ist das genaue Gegenteil von Tünnes. Er ist zwar freundlich zu den Knollendorfern, aber sobald er sich selbst bereichern kann in dem er andere übers Ohr haut, ist er dazu jederzeit bereit. Deswegen ist er meistens mit Tünnes zusammen, da dieser ihm jede Gemeinheit sofort vergibt.
Speimanes heißt eigentlich Hermann. Seinen Namen hat Speimanes von seiner Eigenheit beim Sprechen oft zu spucken, außerdem stottert er und hat einen Buckel. Allerdings stört ihn das alles nicht und er lebt glücklich in Knollendorf. Während er früher einer der eher verhassten Figuren war erlebte mit der Zeit eine Reform und wurde eine Art Publikumsliebling.
Nikela Knoll (Besteva), der Opa vom Hänneschen (und Bärbelchen in den Kinderauführungen). Er geht sehr gerne in die Kneipe vom Mählwurms Pitter um dort Karten zu spielen und Bier zu trinken und um seiner Frau Bestemo zu entfliehen.
Mariezebell Knoll (Bestemo), Oma vom Hänneschen (und Bärbelchen in den Kinderauführungen). Sie unterdrückt ihren Mann doch nach ihrer Meinung ist sie die einzige, die das darf, denn sobald jemand versucht ihrem Mann zu nahe zu treten, wird sie richtig sauer.
Schnäuzerkowski vertritt streng die Staatsgewalt und wirkt überhaupt nicht kölsch – unter anderem auch wegen seines harschen Befehlstons.
Mählwurms Pitter gehört die Kneipe im Zentrum von Knollendorf. Er ist gemütlich und langsam, allerdings steht fast jeder in Knollendorf bei ihm in der Kreide und er greift hart durch wenn jemand versucht, bei ihm die Zeche zu prellen.
Zänkmann's Kätt weiß über alles in Knollendorf Bescheid, sie hört und sieht alles. Allerdings versteht sie auch alles falsch. Sie verbindet eine Hassliebe mit Mariezebell Knoll (Bestemo).
Köbesschen ist der Sohn von Tünnes und ähnelt diesem in seinen Ansichten sehr. Allerdings kümmert er sich auch um seinen oft betrunkenen Vater. Er ist mit Röschen Schäl befreundet und spielt und zankt sich oft mit ihr.
Röschen ist die Tochter von Schäl und versucht diesen immer wieder von der schiefen Bahn abzuhalten. Dies gelingt ihr selber manchmal nicht, allerdings findet sie immer wieder einen Ausweg aus schwierigen Situationen.

(Alexander Schmoll, LVR-Fachbereich Umwelt, 2013)

Internet
www.haenneschen.de: Puppenspiele der Stadt Köln, Hänneschen-Theater (abgerufen 30.06.2014)
de.wikipedia.org: Hänneschen-Theater (abgerufen 30.06.2014)

Literatur

Kemmerling, Frauke / Salchert, Monika (2002)
Mieh Hätz wie Holz. 200 Jahre Kölsch Hännesche. Neue Erkenntnisse, alte Traditionen und immerwährende Sehnsucht. o. O.

Hänneschen-Theater am Eisenmarkt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Eisenmarkt 2-4
Ort
50667 Köln
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1802
Koordinate WGS84
50° 56′ 13,33″ N, 6° 57′ 43,16″ O / 50.93704°, 6.96199°
Koordinate UTM
32U 356806.23 5644801
Koordinate Gauss/Krüger
2567663.5 5645083.1

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„Hänneschen-Theater am Eisenmarkt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-68753-20130701-2 (Abgerufen: 20. Februar 2018)
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