Zigeunerlager Bickendorf

Schwarz-Weiß-Platz

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historische Aufnahme (Dezember 1937): Eine Razzia im Internierungslager für Sinti und Roma in Köln-Bickendorf, dem so genannten "Schwarz-Weiß-Platz".

    Historische Aufnahme (Dezember 1937): Eine Razzia im Internierungslager für Sinti und Roma in Köln-Bickendorf, dem so genannten "Schwarz-Weiß-Platz".

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  • Eisenbahnbrücke in der Venloer Straße am früheren Gelände des so genannten "Zigeunerlagers Köln-Bickendorf" (2013)

    Eisenbahnbrücke in der Venloer Straße am früheren Gelände des so genannten "Zigeunerlagers Köln-Bickendorf" (2013)

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  • Gedenktafel zum ehemaligen Barackenlager am "Schwarz-Weiß-Platz" in der Venloer Straße in Köln (2005)

    Gedenktafel zum ehemaligen Barackenlager am "Schwarz-Weiß-Platz" in der Venloer Straße in Köln (2005)

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  • In das Pflaster eingelassene metallene Gedenkinschrift, die an die Deportation von Roma und Sinti über die Gleise von "Deutz-Tief" am Bahnhof Köln Messe/Deutz im Mai 1940 erinnert, am südwestlichen Zugang zur Hohenzollernbrücke (2015).

    In das Pflaster eingelassene metallene Gedenkinschrift, die an die Deportation von Roma und Sinti über die Gleise von "Deutz-Tief" am Bahnhof Köln Messe/Deutz im Mai 1940 erinnert, am südwestlichen Zugang zur Hohenzollernbrücke (2015).

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  • Allmählich zuwachsende Gedenktafel für das so genannte "Zigeunerlager" an der Eisenbahnbrücke Venloer Straße in Köln-Bickendorf (2013)

    Allmählich zuwachsende Gedenktafel für das so genannte "Zigeunerlager" an der Eisenbahnbrücke Venloer Straße in Köln-Bickendorf (2013)

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  • Venloer Straße unterhalb der Eisenbahnbrücke am früheren Gelände des so genannten "Zigeunerlagers Köln-Bickendorf" (2013)

    Venloer Straße unterhalb der Eisenbahnbrücke am früheren Gelände des so genannten "Zigeunerlagers Köln-Bickendorf" (2013)

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  • Venloer Straße unterhalb der Eisenbahnbrücke am früheren Gelände des so genannten "Zigeunerlagers Köln-Bickendorf" (2013).

    Venloer Straße unterhalb der Eisenbahnbrücke am früheren Gelände des so genannten "Zigeunerlagers Köln-Bickendorf" (2013).

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  • In das Pflaster eingelassene metallene Gedenkinschrift, die an die Deportation von Roma und Sinti über die Gleise von "Deutz-Tief" am Bahnhof Köln Messe/Deutz im Mai 1940 erinnert, am südwestlichen Zugang zur Hohenzollernbrücke (2015).

    In das Pflaster eingelassene metallene Gedenkinschrift, die an die Deportation von Roma und Sinti über die Gleise von "Deutz-Tief" am Bahnhof Köln Messe/Deutz im Mai 1940 erinnert, am südwestlichen Zugang zur Hohenzollernbrücke (2015).

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Am Bahndamm des Güterbahnhofs im nordwestlichen Kölner Stadtteil Bickendorf errichtete die Stadt Köln 1934/1935 das so genannte „Zigeunerlager Köln-Bickendorf“, welches aufgrund seiner Lage auf dem Gelände des Sportvereins Schwarz-Weiß (heute SC Schwarz-Weiss Köln 1912 e.V.) auch „Schwarz-Weiß-Platz“ genannt wurde.
Als erstes nicht von zentralen NS-Stellen, sondern von kommunalen Behörden geplantes, errichtetes und unterhaltenes Zigeunerlager kommt ihm eine Art „Vorreiterrolle“ für ähnliche Lager zu, deren Errichtung in den Jahren um 1937/38 eine regelrechte „Hochkonjunktur“ hatte (Fings / Sparing 1991, S. 11 u. 14). Später waren diese Lager Ausgangsorte für Deportationen in die Konzentrationslager (KZ).

Das Lager in der Zeit des Nationalsozialismus: Planung, Errichtung und Betrieb
Die NS-Lagerherrschaft: Zwang, Terror und Deportationen
Die Auflösung des Lagers im Mai 1940
Die Wiederbesiedlung des Lagers nach der NS-Zeit: 1945 bis 1958
Jüngere Geschichte und aktuelle Situation
Internet

Das Lager in der Zeit des Nationalsozialismus: Planung, Errichtung und Betrieb
Im Zigeunerlager Bickendorf wurden in der NS-Zeit Sinti und Roma unter Aufsicht zwangsangesiedelt um – so die Diktion der nationalsozialistischen Ideologie – die „fremdrassigen und asozialen“ Zigeuner von ihrem „rohen und ungezügelten“ Wanderleben abzuhalten. Zusammen mit den – auch schon vor der NS-Zeit und teils auch heute noch – üblichen Vorurteilen hinsichtlich eines angeblichen „Hangs zum Diebstahl“ wurde das „Zigeunerleben“ als „bedrohlich für einen gesunden Volkskörper“ empfunden (Kraus 1999).
Deutlich anzumerken ist hier, dass dies die nationalsozialistische Diffamierung wiedergibt und nicht den tatsächlichen Sachverhalt, da die Menschen bereits lange sesshaft waren und keinesfalls asozial. Das Lager diente der rassistischen Trennung, der Durchsetzung von Zwangsarbeit, der rassenbiologischen Erfassung und polizeilichen Kontrolle sowie zur Deportation.
Bereits im Jahr 1929 gab es seitens der Kölner Polizeiverwaltung Überlegungen, einen zentralen Zigeuner-Sammelplatz einzurichten (Fings / Sparing 1991, S. 17).

Von einem Unrechtsregime wie dem NS-Staat darf natürlich keine „Rechtsgrundlage“ für das Vorgehen gegen die Sinti und Roma – so auch beim Einrichten spezieller Lager – erwartet werden. Verschiedene Erlasse der nationalsozialistischen NS-Zigeunerverfolgung hatten nicht unmittelbar mit dem Kölner Lager zu tun, können aber in diesem Kontext genannt werden:
  • der vor den olympischen Spielen in Berlin verfasste „Runderlaß zur Bekämpfung der Zigeunerplage“ des Reichsinnenministeriums vom 6. Juni 1936,
  • der „Runderlaß zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“ (bzw. „Grundlegender Erlaß über die vorbeugende Verbrechensbekämpfung durch die Polizei“) des Reichsinnenministeriums vom 14. Dezember 1937,
  • der die Existenz der Rassenhygienischen Forschungsstelle am Reichsgesundheitsamt (RHF) sichernde „Runderlaß zur Bekämpfung der Zigeunerplage“ des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) vom 8. Dezember 1938 oder
  • der die späteren Deportationen in die KZ vorbereitende „Festsetzungserlaß“ bzw. „Festschreibungserlaß“, ein „Schnellbrief“ des RSHA an die Leitstellen der Kriminalpolizei vom 17. Oktober 1939.
Das ab Mai 1934 geplante Kölner Lager sollte die immerhin rund 900 auf dem Stadtgebiet befindlichen wilden Siedlungen, die so genannten „zigeunerhaften Behelfsbauten“, ablösen. Die auf städtischem Grund befindlichen Wohnwagenstellplätze wurden innerhalb von sieben Monaten geräumt und die auf privatem Grund befindlichen Sinti- und Roma-Wohnlager zumeist zwangsgeräumt. Im Jahr 1938 wird allerdings noch ein von etwa 130 Familien bewohntes „Zigeunerghetto“ in der Altstadt und Ehrenfeld genannt (Fings / Sparing 1991, S. 20 u. 28).

Der zentrale Platz für Köln wurde mit dem „Zigeunerlager Köln“ in Bickendorf am 23. April 1935 fertiggestellt. Die dauernde Kontrolle oblag der Kölner Kriminal- und Schutzpolizei und die Verwaltung des Lagers dem Kölner Wohlfahrtsamt, für das im Lager ein Geschäftszimmer eingerichtet wurde.
Die Angaben zur Zahl der im Bickendorfer Lager lebenden Menschen schwanken, als Maximalbelegung werden 1000 Personen genannt. Im August 1936 werden 50 Familien mit über 300 Angehörigen genannt, im März 1937 400 bis 500 Insassen in 50-60 Wohnwagen, im Juli 1937 dann 65 Wohnwagen und 1938/39 noch 50 Familien (Zahlen nach Fings / Sparing 1991, S. 20f. und Kraus / Rummel 2007).
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Die NS-Lagerherrschaft: Zwang, Terror und Deportationen
Bewacht wurde der „Schwarz-Weiß-Platz“ von einem bewaffneten SS-Lagerkommandanten, der mit seiner Familie in einer Wachbaracke (mit eigenem Garten!) auf dem Gelände wohnte. Das Verlassen des von einem Stacheldrahtzaun umgebenen Lagers war einzig über eine kontrollierbare Zufahrt und nur zu fest geregelten Zeiten mit verpflichtender An- und Abmeldung möglich. Nicht-Insassen war der Zutritt nur in Ausnahmefällen gestattet. Die von den Bewohnern zu entrichtende Miete betrug pro Wohnwagen monatlich drei Reichsmark.

Neben der Zwangseinweisung und den umfassenden Kontrollmaßnahmen trugen vor allem auch pseudo-medizinische „Rasseforschungen“ an den Lagerinsassen und deren Heranziehung zur Zwangsarbeit zum Zwangscharakter des Lagers bei, die es in Köln zu einem zentralen Ort der Unterdrückung durch die NS-Herrschaft machten.
Im Zuge von willkürlichen Razzien und Verhaftungsaktionen wurden immer wieder einzelne Lagerbewohner oder ganze Gruppen in Konzentrationslager verschleppt – so etwa am 9. März 1937 18 Sinti und Roma in ein nicht genanntes KZ und am 21. Juni 1938 20-30 arbeitslose Lagerinsassen, die zusammen mit etwa 500 Juden in das KZ Sachsenhausen (nördlich von Berlin) deportiert wurden.
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Die Auflösung des Lagers im Mai 1940
Am Morgen des 16. Mai 1940 wurde das Lager von Polizei, Wehrmacht, SS und lokalen Hilfskräften umstellt und schließlich vollständig aufgelöst. Die zurück gebliebenen Wohnwagen und das Inventar wurden verbrannt. Die Bewohner wurden unter dem Vorwand einer „Evakuierung wegen Bombenangriffen“ zunächst in das Sammellager in Köln-Deutz gebracht.
Im Laufe der folgenden Tage trafen hier weitere, zuvor noch „frei“ in Köln lebende Zigeuner sowie Transporte aus Herne, Düsseldorf, Wuppertal, Wanne-Eickel, Aachen, Koblenz, Gelsenkirchen, Krefeld und Duisburg in Deutz ein (Fings / Sparing 1991, S. 33).
Am 21. Mai 1940 wurden dann etwa 1000 Menschen in Viehwaggons zumeist in östliche KZ deportiert, wo die meisten von ihnen ermordet wurden (vgl. auch die Bahnsteige von „Deutz-Tief“ im Bahnhof Köln Messe/Deutz).
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Die Wiederbesiedlung des Lagers nach der NS-Zeit: 1945 bis 1958
Aus den Konzentrationslagern und Ghettos kehrten nach der Befreiung am Kriegsende 1945 nur etwa 100 überlebende Sinti und Roma nach Köln zurück. Diese trafen sich am „Schwarz-Weiß-Platz“ wieder – wohl vor allem, um hier auf noch vermisste Familienmitglieder zu warten. Zunächst richtete man sich provisorische Unterkünfte ein, die aber im Laufe der Zeit zunehmend dauerhafter wurden (etwa durch die Verlegung von Strom).
Die städtischen Behörden in Köln reagierten auch nach 1945 noch erkennbar in der NS-Rassenideologie verhaftet: Unter Verweis auf den „noch geltenden“ RSHA-Runderlass vom 8. Dezember 1938 wurden strenge Verordnungen erlassen (u.a. wegen angeblicher Seuchengefahr). Vor Ort gab es scharfe Kontrollen und gegen Bewohner wurden zum Teil zweifelhafte Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eröffnet – während der von der Stadt bestellte Platzverwalter der Bruder des früheren SS-Lageraufsehers war…

Noch 1951/52 erfolgte die Androhung einer Zwangsräumung des Platzes und gleichzeitig befassten sich Planungen der Kölner Bauverwaltung mit der Einrichtung eines neuen Zigeunerlagers an der Boltensternstraße in Köln-Niehl.

Die letztlich fast reibungslos verlaufene (Zwangs-)Räumung des „Schwarz-Weiß-Platzes“ erfolgte schließlich erst im November 1958. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch etwa 650 Menschen unterschiedlicher Ethnien (insgesamt 182 Familien, davon 51 Zigeunerfamilien) auf dem Platz in Bickendorf. Viele Bewohner räumten das Lager mehr oder weniger freiwillig – andere wohl erst beim Anblick des von der Stadt sicherheitshalber aufgefahrenen Wasserwerfers. Die Wohnwagen wurden auf einen Platz in Köln-Roggendorf gebracht, bevor Bagger den Lagerplatz „so gründlich unbrauchbar machten, daß sich dort keiner mehr niederlassen kann.“
Der damalige Bürgermeister Theodor „Theo“ Burauen (1906-1987, Kölner Oberbürgermeister 1956-1973) kommentierte ungerührt: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“ (Zitate nach Fings / Sparing 1991, S. 38).
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Jüngere Geschichte und aktuelle Situation
Im Jahr 1988 unternahm die Stadt Köln erneut erste Schritte, ein umzäuntes und bewachtes Lager für seinerzeit etwa 400 Roma-Flüchtlinge einzurichten. Dies führte in der Bevölkerung zu unterschiedlich motiviertem Widerstand, der dieses Vorhaben letztlich beendete. Begleitend zu den Protesten kam es jedoch auch zu einer Beschäftigung mit der Geschichte des fast vergessenen „Schwarz-Weiß-Platzes“ in Bickendorf, die dokumentiert wurde (Fings / Sparing 1991, S. 11).

Lackspur „Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti“
Im Jahr 1990, also 50 Jahre nach der Verschleppung der Kölner Sinti und Roma, zog der später durch seine Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus bekannte Künstler Gunter Demnig (*1947) mit Hilfe einer Schablone eine 16 Kilometer lange Farblinie als „Spur durchs Vergessen“ vom ehemaligen Schwarz-Weiß-Platz zum Deutzer Bahnhof, von dem aus im Mai 1940 1.000 als 'Zigeuner' bezeichnete Menschen deportiert wurden.
„Die ‚Spur der Erinnerung‘ wurde aus dem Schriftzug Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti gebildet. Die Linie ist heute nicht mehr erhalten. An markanten Punkten der Strecke wurden aber kurze Abschnitte aus Bronze mit der gleichen Aufschrift in den Boden eingelassen.“ (de.wikipedia.org)

Gedenktafel
Eine am 10. März 2001 eingeweihte Hinweistafel an der Bahnunterführung der Venloer Straße (zur Mathias-Brüggen-Straße hin) informiert über die Geschichte des Lagers. Sie wurde ebenfalls von Gunter Demnig geschaffen, wächst aber – offenbar mangels Pflege – allmählich zu (Begehung am 26.07.2013 und Bilder in der Mediengalerie, vgl. gedenkorte.sintiundroma.de). Die Inschrift der Tafel lautet:
„Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti
In unmittelbarer Nähe dieser Unterführung, neben dem ehemaligen Sportplatz des Vereins Schwarz-Weiß Köln, wurde 1935 von der Stadt das bewachte 'Zigeunerlager' eingerichtet, in das die in Köln lebenden Sinti und Roma eingewiesen wurden. Hier wurden sie von der übrigen Bevölkerung abgesondert, nach rassistischen Kriterien erfasst und zu Zwangsarbeit gepresst. Von hier aus wurden sie im Mai 1940 über den Bahnhof Deutz-Tief in Ghettos und Vernichtungslager im besetzten Polen verschleppt.
Nur wenige kamen zurück.“


Die hiesige Objektgeometrie ist nur symbolisch eingezeichnet, da bislang keine genaueren Lagehinweise vorliegen, die über die vagen Angaben „an der Venloer Straße 888, am Sportplatz und dem Bahndamm des Güterbahnhofs“ bzw. „an der Venloer Straße, zwischen Gürtelbahn, Sportplatz “Schwarz-Weiß„ (…) und dem Ziegeleihaus der früheren Ziegelei Stiefen“ hinausgehen (de.wikipedia.org bzw. Fings / Sparing 1991, S. 18).
In den Karten der Preussischen Neuaufnahme von 1891-1912 befindet sich vor Ort eine Signatur „Zgl.“ (vgl. Kartenansicht); diese deutet allerdings nicht auf ein seinerzeitiges „Zigeunerlager“ hin, sondern auf die vorab genannte Ziegelei.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012/2015 / freundliche Hinweise NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, 2015)
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Internet
gedenkorte.sintiundroma.de: Gedenktafel zur Erinnerung an das „Zigeunerlager“ am Schwarz-Weiß-Platz (abgerufen 07.06.2015)
de.wikipedia.org: Zigeunerlager Köln-Bickendorf (abgerufen 04.01.2012, 09.06.2015 und 23.03.2018)
de.wikipedia.org: Gunter Demnig (abgerufen 23.03.2018)
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Literatur

Fings, Karola / Sparing, Frank (1991)
Das Zigeunerlager in Köln-Bickendorf 1935-1958. In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, 3/1991, S. 11-40. o. O.
Kraus, Stefan (2007)
Stätten Nationalsozialistischer Zwangsherrschaft. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.13.) S. 74, Bonn.
Kraus, Stefan (1999)
NS-Unrechtsstätten in Nordrhein-Westfalen: Ein Forschungsbeitrag zum System der Gewaltherrschaft 1933-1945, Lager und Deportationsstätten. (Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen 4.) S. 27-28, Essen.
Schulte, Jan Erik (2005)
Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945. Zentrale Steuerung und regionale Initiative. Paderborn u.a..
Würich, Sabine (2004)
Das Gedächtnis der Orte – Spuren nationalsozialistischer Verbrechen in Köln. Köln.

Zigeunerlager Bickendorf

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1934 bis 1935, Ende 1958
Koordinate WGS84
50° 57′ 50,12″ N, 6° 53′ 20,96″ O / 50.96392°, 6.88916°
Koordinate UTM
32U 351775.02 5647934.12
Koordinate Gauss/Krüger
2562508.09 5648009.57

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„Zigeunerlager Bickendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-29422-20120105-4 (Abgerufen: 16. November 2018)
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