August Macke Haus

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • August Macke Haus, Bonn (2012)

    August Macke Haus, Bonn (2012)

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  • Eingangsbereich des August Macke Hauses, Bonn (2012)

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  • Modell der Erweiterung bzw. des Umbaus des August Macke Hauses (2012)

    Modell der Erweiterung bzw. des Umbaus des August Macke Hauses (2012)

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  • August Macke Haus, Blick von der Viktoriabrücke (2012)

    August Macke Haus, Blick von der Viktoriabrücke (2012)

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  • Innenraum im August Macke Haus (2012)

    Innenraum im August Macke Haus (2012)

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  • Treppenhaus im Innenbereich des August Macke Hauses (2012)

    Treppenhaus im Innenbereich des August Macke Hauses (2012)

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  • Blick in den Garten des August Macke Hauses, Bonn (2012)

    Blick in den Garten des August Macke Hauses, Bonn (2012)

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  • Garten des August Macke Hauses (2012)

    Garten des August Macke Hauses (2012)

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  • Gemälde "Unser Garten in Bonn" von August Macke 1909 (Aufnahme 2012)

    Gemälde "Unser Garten in Bonn" von August Macke 1909 (Aufnahme 2012)

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  • Hinweistafel am August Macke Haus, Bonn (2012)

    Hinweistafel am August Macke Haus, Bonn (2012)

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1878 wurde das spätere „August Macke Haus“ in der Bornheimer Straße im spätklassizistischen Stil erbaut. 1910/11 wurde es von August Macke, einem der wichtigsten Künstler des Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts, bezogen.

August Macke – biographischer Abriss
Am 3. Januar 1887 wurde August Robert Ludwig Macke in Meschede im Sauerland geboren, 1900 zieht die Familie nach Bonn in die heutige Thomas-Mann-Straße. Im Jahr 1903 lernt Macke Elisabeth Gerhardt, die damals 15jährige Tochter eines Bonner Fabrikanten, auf dem Schulweg kennen. Elisabeth soll später Mackes Ehefrau werden. Im Oktober 1904, wird August Macke mit nur 17 Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen, jedoch kritisiert Macke sehr schnell die konservativen Lehrmethoden und das Kopieren von „Gipsklamotten“.
Im November des Jahres 1906 verlässt August Macke frustriert die Düsseldorfer Kunstakademie und bildet sich selbstständig fort. 1908 beginnt Mackes einjähriger freiwilliger Militärdienst im „Bonner Infanterie-Regiment 160“ und er muss daher seine Arbeit unterbrechen. Im Jahr darauf heiraten am 5. Oktober 1907 August Robert Ludwig Macke und Elisabeth Gerhardt.
Im November 1910 entscheiden sich August und Elisabeth Macke nach mehreren Reisen, (z.B. Paris, München) nach Bonn zurückzukehren, um dort den langersehnten Wunsch August Mackes nach einem eigenen Atelier realisieren zu können. Mackes Schwiegermutter (Sophie Gerhardt) war hauptsächlich finanziell daran beteiligt, das Atelier zu ermöglichen. 1910/1911 bezieht Macke das heutige „August Macke Haus“. Dieses befand sich zur damaligen Zeit in der Bornheimer Straße 88 (heute: Bornheimer Straße 96, biographische Angaben nach www.augustmacke.de).
Bonn ist durch das erste eigene Atelier Entstehungsort vieler wichtiger Arbeiten und Kunstwerke Mackes und konnte sich somit im Rheinland kunstpolitisches Gehör verschaffen (Bornemann 2012). Der hohe Bekanntheitsgrad und seine vielen Kontakte zu Künstlern, Galeristen und Sammlern verhalfen August Macke 1913 dazu, „16 junge, progressive rheinische Künstler zur “Ausstellung Rheinischer Expressionisten„ in der Buch- und Kunsthandlung Cohen“ (Bornemann 2012) in Bonn zu versammeln.
Somit wurde für August Macke Bonn und die Region ein zentraler Ort, um sich mit bekannten und wichtigen Künstlern des Rheinlandes, wie zum Beispiel Heinrich Campendonk, Max Ernst und Hans Thuar, auszutauschen und weiterzuentwickeln.
Viele der Bilder Mackes sind, wenngleich die Schaffensphase nur sehr kurz war, durch den Lebensabschnitt in Bonn geprägt. So erkennt man Motive der Region wieder, wie z.B. Landschaften des Rheinlandes, den Garten seines Hauses oder Stillleben aus der Natur der Region.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs rückt August Macke als Soldat am 08. August 1914 ein und fällt nur wenige Wochen später am 26. September 1914 im Alter von nur 27 Jahren nach heftigen Kämpfen an der Westfront in der Champagne, Frankreich. August Macke wurde auf dem „Soldatenfriedhof in Souain-Perthes-lès-Hurlus“ im Nordosten Frankreichs begraben (Bornemann 2012).

Die Bedeutung des August Macke Hauses für den Künstler und die Stadt Bonn
Wie schon angesprochen, ist das heutige August Macke Haus für August Macke als Wohnhaus für seine Familie, als Künstlerwerkstätte und zentraler Ort für seine kulturpolitischen Aktivitäten von unschätzbarem Wert gewesen. So sagt Macke 1910 zu seiner Schwiegermutter Sophie Gerhardt: „Aber die Atelierfrage! Das ist das aller-, allerwichtigste. (...) Denn offen gestanden ist gerade das Atelier es, was mich nach Bonn zu ziehen bestimmt hat“ (August Macke Haus e.V. Broschüre).
Sein kurzes, aber schaffensreiches Leben wird durch sein umfangreiches Werk dokumentiert, aus dem das heutige August Macke Haus eine repräsentative Auswahl zeigen kann (Roth 1988, S. 49).
Inhaltliche Bezüge zu Bonn zeigen Bilder wie zum Beispiel „Unser Garten in Bonn“ aus dem Jahre 1909 (siehe Bildergalerie Bild 2). Motive, die die Heimat und das nähere Wohnumfeld Mackes veranschaulichen sind häufig wiederzufinden, da Macke mit dem Ort Bonn nicht nur seine Familie und seinen künstlerischen Erfolg verbindet, sondern auch weil er u.a. durch die naturgeographischen Gegebenheiten (Rheinstrom, Siebengebirge, Eifel) immer wieder von der Schönheit der Natur in der Region überwältigt wird.
Der rheinische Expressionist Macke sieht die „Natur als Inbegriff des Lebendigen und der Daseinsfreude“ (Marks-Hanßen 2006, S. 65), in welcher er immer wieder Ruhe und neue Inspirationen finden konnte.

Das August Macke Haus in Bonn wurde 1878 im spätklassizistischen Stil erbaut. August Mackes Schwiegervater Karl Heinrich Gerhardt erwarb das Haus 1884, um es als Archiv seines benachbarten Unternehmens zu nutzen. Nach dem Tod von Karl Heinrich Gerhardt wechselt das Haus in den Besitz der Witwe Sophie Gerhardt. Auf Drängen des Schwiegersohnes August Macke wird das Dachgeschoss zum Atelier ausgebaut und die Familie Macke kann Anfang des Jahres 1911 in das Haus einziehen. August Macke bewohnte das Haus von 1910 bis 1914. Nach seinem Tod im Ersten Weltkrieg heiratete 1916 Elisabeth Macke einen Freund ihres Mannes, Lothar Erdmann. Ab 1916 bewohnten sie das Haus mit den beiden Kindern Mackes, bis die Familie 1925 nach Berlin umzieht (vorstehende Angaben nach www.august-macke-haus.de). Das Atelier wird jedoch nicht vermietet.

1981 wurde das August Macke Haus von dem Berliner Bauingenieur Elmo Patzwahl gekauft. 1987 wäre ein privater Käufer dazu bereit gewesen, das leer stehende Haus in eine Gedenkstätte umzuwandeln, jedoch konnte man sich nicht mit dem Eigentümer auf einen Kaufpreis einigen (Jochimsen 2002, S. 17). Im Juli 1988 konnte das Haus nach langen Bemühungen unter Denkmalschutz gestellt werden, nachdem vorher weniger adäquate Umnutzungsversuche (z.B. als Gaststätte) das historisch wertvolle Haus hätten entwerten können.
Nachdem das August Macke Haus unter Schutz gestellt werden konnte, musste nun ein passender Käufer für das Haus gefunden werden. Hierzu veranstaltete der Bonner Kunstverein im Oktober eine Podiumsdiskussion, um die Verhandlungen zwischen der Stadt Bonn, dem Eigentümer und dem Land Nordrhein-Westfalen voranzubringen. Es wurde darauf Wert gelegt, dass das Macke Haus in öffentlichen Besitz übergeht, damit erst überhaupt die 70% Fördermittel zur Renovierung und zum Umbau vom Land Nordrhein-Westfalen akquiriert werden konnten (Jochimsen 2002, S. 18-21).
Schließlich konnte Mitte 1989 das August Macke Haus durch die Stadt Bonn erworben werden. Die restlichen 30% der Kaufsumme konnten durch private Stiftung und durch die Stadt Bonn aufgebracht werden.

Kurz darauf folgt die Gründung des Vereins „August Macke Haus e.V.“ zur Schaffung einer würdigen Gedenkstätte. Im Vordergrund stand zunächst die Instandsetzung und die Renovierung des August Macke Hauses an, bevor mit der historischen Aufarbeitung und der eigentlichen Museumsarbeit begonnen werden konnte, denn es sollte es zu einem lebendigen Ort der Erinnerung an August Macke werden und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Zeit des rheinischen Expressionismus ermöglichen. Die Aufgaben und der Zweck des August Macke Vereins ist einerseits die historische Aufarbeitung der Lebensgeschichte Mackes (Aufbau eines Archivs und einer Hand-Bibliothek) und die Erforschung des rheinischen Expressionismus. Andererseits die Sammlung von Kunstwerken Mackes, von Kunstwerken anderer rheinischer Expressionisten und die Koordination von Veranstaltungen im Haus (Jochimsen 2002, S. 25-26). 1990 konnte mit der Renovierung und dem Umbau des Macke Hauses begonnen werden, da das Land NRW 560.000,- DM bereitgestellt hatte.
Pünktlich zum 77. Todestages Mackes, also am 26. September 1991, wurde das frühere Wohnhaus Mackes als Museum eröffnet – unter dem Namen „August Macke Haus“. Zum Zeitpunkt der Eröffnung erlangte das August Macke Haus einen besonderen Stellenwert in der Stadt Bonn, da nun das Museum von den Besuchern und der Öffentlichkeit erstmals wahrgenommen und interaktiv mit den Erlebnissen, den Kunstwerken und der Lebensgeschichte des Künstlers verbunden werden konnte. Im Museum wird das Leben Mackes erlebbar gemacht.
Auch der tragische und zu frühe Tod Mackes wird im August Macke Haus indirekt veranschaulicht. Macke hat in seinem kurzen Leben so viele fröhliche, positive und schöne Momente erlebt, die er in seinen Bildern eingefangen hat. Umso erschreckender erscheint die Tatsache, dass der talentierte und heitere Künstler Macke in einem sinnlosen und brutalen Krieg sein Leben verloren hat.

Schlussendlich lässt sich festhalten, dass der Expressionist Macke schnell lernte, wie er allein durch kräftige Farbgebungen und Kontraste, Gefühle im Betrachter hervorrufen konnte. Es ist meist nicht die Objektwahl, für welche Macke so geschätzt wird, sondern vielmehr die Farbkompositionen und die Leuchtkraft in den Bildern. Diese gestalterischen Eigenschaften sind Mackes „künstlerische Leistung und Wesensmerkmal seiner Kunst“ (Bornemann 2010).

Städtebauliches Umfeld – Ein Problem für das August Macke Haus?
Es ist deutlich geworden, dass August Macke ein sehr wichtiger Künstler des frühen 20. Jahrhunderts gewesen ist und noch von weitaus größerer Bedeutung für Bonn und das Rheinland war. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren dazu geführt haben, dass Macke in Bonn nicht viel stärker wahrgenommen wird. Eine städtebaulich orientierte Herangehensweise soll versuchen, diese Frage zu beantworten.

Die heutige Verkehrssituation
Das August Macke Haus befindet sich in der Bornheimer Straße 96. Es liegt direkt an einer Kreuzung zweier stark frequentierter Hauptstraßen, nämlich der Bornheimer Straße (West-Ost-Achse) und dem Hochstadenring (Nord-Süd-Achse). Hinzu kommt, dass der Hochstadenring in südlich verlaufender Richtung in die Viktoriabrücke übergeht, welche als einzige Brücke in der näheren Umgebung die Gleise der Deutschen Bahn überquert und zur Bonner Weststadt führt. Auch der Verkehrsstrom der Bornheimer Straße wird zur Viktoriabrücke geleitet, was dazu führt, dass an der Kreuzung des August Macke Hauses ein Nadelöhr entsteht. Zu Stoßzeiten, wie dem Berufsverkehr, verursacht vor allem der motorisierte Individualverkehr eine hohe Abgas- und Lärmbelastung.
Darüber hinaus laden die beiden hektischen Hauptstraßen (Tempo 50) nicht dazu ein, an diesem Ort zu verweilen, da die Kreuzung für den Durchgangsverkehr bestimmt ist. Somit wird das Macke Haus nicht von Spontan- oder Gelegenheitsbesuchern wahrgenommen. Das Macke Haus liegt zwar nicht weit vom Zentrum der Stadt Bonn entfernt – der Fußweg vom Friedensplatz zum August Macke Haus beträgt ca. 900 Meter, etwa 12 Minuten –, aber weder der Ort des Macke Hauses mit dem gesamten städtebaulichen Umfeld, noch der Weg dahin (Bornheimer Straße) laden zum Besuch ein. Die hohe Abgas- und Lärmbelastung sowie die Durchgangsverkehrssituation sind mit dafür verantwortlich, dass das Macke Haus bisher eher wenige Besucher angezogen und bei der Bonner Gesellschaft nur teilweise Anklang gefunden hat.

Stadtteilgeschichte Nordstadt
Das Viertel, in welchem sich das August Macke Haus befindet, gehört zur Bonner Nordstadt. Das ursprüngliche Handwerks- und Bürgerviertel wurde zur Zeit der Gründung, um 1900, von der unteren Mittelschicht bewohnt. Der Platz des Frankenbades (bis 1922: Adolfplatz) begrenzte um 1920 die Bonner Nordstadt und war bis zum Bau des Frankenbades der größte Platz Bonns (www.die-bonner-altstadt.de). Charakteristisch für die Nordstadt ist auch noch heute das Miteinander von Wohnen und Arbeiten. Diese Nutzungsmischung war für August Macke nahezu ideal, da er zum einen dort seinen Lebensmittelpunkt hatte, zum anderen aber auch schnell erreichbare Werkstätten für seine künstlerischen Arbeiten aufsuchen konnte (z.B. Bildhauer oder Schreiner für Bilderrahmen).
Die Nordstadt war aber auch ein Zuhause für viele Arbeiter, die in nahegelegenen Fabriken arbeiteten. In der Nordstadt entstand eine frühe Form von sozialem Wohnungsbau („Arbeiterquartiere“). Die Nordstadt hat auch heute noch mit Strukturschwächen zu kämpfen. Die Nordstadt beherbergt, historisch bedingt, eine Vielzahl an kleineren und größeren Unternehmen des produzierenden Gewerbes, sodass dieser Stadtteil einen Gewerbegebietscharakter besitzt.

Ansätze zur Erhöhung der Aufmerksamkeit für das August Macke Haus
Es gibt verschiedene (mögliche) Lösungsansätze, die dazu beitragen können, dass das August Macke Haus mehr Aufmerksamkeit und einen höheren Stellenwert in der Stadt Bonn bekommt.

Als erstes sollte die unruhige Verkehrssituation durch verkehrsplanerische Maßnahmen verbessert werden. Hierzu hat der Verein AMuBA (Verein August-Macke-Viertel und Bonner Altstadt e.V.) einen Bürgerantrag eingereicht, der sich auf den „Masterplan Bonn innere Stadt“ stützt. Ziel in diesem Antrag ist es, eine Rampenlösung an der Viktoriabrücke zu schaffen, die auf die Thomastraße leiten soll und somit eine konsequente Verlagerung der Durchgangsverkehre auf den bahnparallelen Straßenzug Heinrich Böll Ring/Thomastraße zur Folge hat. Durch diese Verkehrsentlastung soll die Aufenthaltsqualität an der Kreuzung des August Macke Hauses gesteigert werden.
Als eine weitere Maßnahme wird die bauliche Erweiterung des August Macke Hauses vorgeschlagen (siehe Bildergalerie Bild 12). Möglichst 2014, zum 100. Todesjahr Mackes, soll die Realisierung des Entwurfs erfolgen, der von dem Bonner Architekten Karl-Heinz Schommer, stammt. Der Erweiterungsbau soll für mehr Ausstellungsraum sorgen und mehr Besuchern Platz bieten. Zurzeit ist aus konservatorischen Gesichtspunkten nämlich nur eine maximale Besucherzahl von 50-60 Personen (gleichzeitig) möglich. Des Weiteren soll das Zusammenspiel von historischer Bausubstanz und moderner Architektur dazu beitragen, dass das „neue“ August Macke Haus einen größeren Stellenwert in Bonn erlangt.

Ein dritter möglicher Lösungsansatz setzt bei einem „Spazierweg“ zur kulturellen Erfahrung persistenter Strukturen an. Dieses Projekt, ebenfalls vom AMuBA initiiert, soll unter dem Motto „Museum unter freiem Himmel“ dazu beitragen, dass ein Anreiz geschaffen wird, das August Macke Haus auch von der Stadtmitte fußläufig anzusteuern. Der „Spazierweg“ sieht vor, „alte Wege“ August Mackes aufzugreifen und diese so aufzubereiten und interessant zu gestalten, dass es für Bonner Bürger, aber selbstverständlich auch für Touristen, reizvoll ist, diese Wege nachzugehen und schlussendlich am August Macke Haus anzukommen. Mit „alten Wegen“ sind solche gemeint, die Macke zu seiner Lebenszeit in Bonn häufig genutzt hat. Beispielsweise soll Macke häufig die heutige Bornheimer Straße frequentiert haben, um zu den für ihn wichtigen Handwerkern zu gelangen (siehe oben).
Der „Spazierweg“ soll durch Säulen oder Tafeln, die am Wegesrand aufgestellt werden und mit Texten und Bildern versehen sind, informieren. Denkbare Informationen sind z.B. Bilder von nicht mehr existierenden Gebäuden oder Werkstätten, oder Bilder von Kunstwerken Mackes, die Motive der Stadt abbilden und zeigen, wie Bonn in den Augen Mackes gesehen wurde. Des Weiteren sind Sachinformationen zu Mackes Leben und Schaffen vorgesehen.
Ziel des „Spazierweges“ ist also, dass der Wirkungs- und Lebensraum August Mackes „einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und zugleich auch die Stadt(teil)geschichte erlebbar gemacht“ (www2.bonn.de) wird.

Das Objekt „Macke-Haus“ in der Bornheimer Straße 96 ist ein eingetragenes Baudenkmal gemäß § 3 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (Denkmalliste Bonn, Stand 01.08.2006, Nr. A 1452).

(Moritz Laufer, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2012)

Internet
www.die-bonner-altstadt.de: Entstehungsgeschichte eines Handwerkerviertels (Abgerufen 06.02.2012)
www.wienand-koeln.de: August Macke ganz privat, Eine Reise durch das Leben von August Macke (PDF-Datei, Abgerufen 06.02.2012)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: August Macke (von Sandra Bornemann) (Abgerufen 06.02.2012)
www.august-macke-haus.de: Biographie August Macke (Abgerufen 06.02.2012)
www2.bonn.de: Bonner Rats- und Informations-System (BO-RIS), Bürgerantrag „August-Macke-Spazierweg“ (Abgerufen 27.02.2012)
www.augustmacke.de: Biographie August Macke (Abgerufen 06.02.2012)

Quelle
August Macke Haus e.V. (Broschüre, Bonn o.J.)

Literatur

Jochimsen, Margarethe / Verein August-Macke-Haus e.V. (Hrsg.) (2002)
August-Macke-Haus Bonn: 1991-2002. Bonn.
Jochimsen, Margarethe / Verein August-Macke-Haus e.V. (Hrsg.) (1996)
August-Macke-Haus Bonn. Bonn.
Macke, Wolfgang (1996)
August Mackes Bonner Zeit. In: Jochimsen, Margarethe / Verein August-Macke-Haus e.V. (Hrsg.): August-Macke-Haus Bonn, S. 13-26. Bonn.
Roth, Hermann Josef (1988)
Bonn - von der römischen Garnison zur Bundeshauptstadt, Kunst und Kultur zwischen Voreifel und Siebengebirge. (DuMont-Kunst-Reiseführer.) Köln.
Stadt Bonn, Amt 61-02, Untere Denkmalbehörde (Hrsg.) (2006)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.08.2006). S. 13, Bonn.
Verein August Macke Haus e.V. (Hrsg.) (2006)
Im Rhythmus der Natur – Landschaft im rheinischen Expressionismus (Ausstellung August-Macke-Haus Bonn, 19. Mai - 17. September 2006). (Verein August-Macke-Haus 49.) S. 65-75, Bonn.

August Macke Haus

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bornheimer Straße 96
Ort
53119 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1878
Koordinate WGS84
50° 44′ 14,96″ N, 7° 05′ 10,89″ O / 50.73749°, 7.08636°
Koordinate UTM
32U 364969.28 5622379.66
Koordinate Gauss/Krüger
2576732.1 5623006.84

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