Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Kupferdreh

Produzent von „Matu-Kola“ und „Sinalco“-Erfrischungsgetränken

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 23′ 38,31″ N: 7° 05′ 0,82″ O 51,39398°N: 7,08356°O
Koordinate UTM 32.366.671,84 m: 5.695.380,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.575.459,63 m: 5.696.034,44 m
  • Werbemotiv für "Matu-Kola" der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh; Dia im Format 10 x 10 cm für Kinowerbung (1950er-Jahre).

    Werbemotiv für "Matu-Kola" der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh; Dia im Format 10 x 10 cm für Kinowerbung (1950er-Jahre).

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  • Lastkraftwagen der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh, die auch für Sinalco produzierte (1950er Jahre).

    Lastkraftwagen der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh, die auch für Sinalco produzierte (1950er Jahre).

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  • Lastkraftwagen der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh, die auch für Sinalco produzierte (1950er Jahre).

    Lastkraftwagen der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh, die auch für Sinalco produzierte (1950er Jahre).

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  • Zeitungsausschnitt "Steeler Anzeiger / Kupferdreher Zeitung" vom 25.07.1953: Bericht zur "Matu-Cola" der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh.

    Zeitungsausschnitt "Steeler Anzeiger / Kupferdreher Zeitung" vom 25.07.1953: Bericht zur "Matu-Cola" der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh.

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  • Werbung für alkoholfreie Erfrischungsgetränke der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh (1950er-Jahre).

    Werbung für alkoholfreie Erfrischungsgetränke der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh (1950er-Jahre).

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  • Besuch des Konzessionärs Heinz Matussek (ganz rechts) in der Firmenzentrale der Sinalco AG in Detmold am 25. April 1956; stehend der Sinalco-Direktor Bernhard Willée, am Tisch mit Getränk der Sohn Robert Matussek.

    Besuch des Konzessionärs Heinz Matussek (ganz rechts) in der Firmenzentrale der Sinalco AG in Detmold am 25. April 1956; stehend der Sinalco-Direktor Bernhard Willée, am Tisch mit Getränk der Sohn Robert Matussek.

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  • Das Anfang der 1950er verfasste "Lied der Matu Kola" (Text Leo Peters) der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh.

    Das Anfang der 1950er verfasste "Lied der Matu Kola" (Text Leo Peters) der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh.

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  • Das frühere Betriebsgelände der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh, heute Reifenhandel Disch GmbH (Screenshot Google Maps, Juli 2022).

    Das frühere Betriebsgelände der Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Essen-Kupferdreh, heute Reifenhandel Disch GmbH (Screenshot Google Maps, Juli 2022).

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  • Das ehemalige Sinalco-Verwaltungs- und Produktionsgebäude am Bahnhof in Detmold, errichtet 1903 nach einem Entwurf des Architekten A. Hanke.

    Das ehemalige Sinalco-Verwaltungs- und Produktionsgebäude am Bahnhof in Detmold, errichtet 1903 nach einem Entwurf des Architekten A. Hanke.

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Von 1949 bis Mitte der 1960er-Jahre wurden in der Kupferdreher Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH Erfrischungsgetränke produziert - darunter von 1951 bis 1958 auch die hauseigene „Matu-Kola“.

Eine Cola aus dem Essener Südosten
Der Firmengründer Heinz Matussek (1914-1960) begann im Jahr 1949 mit einer Konzession der seinerzeit in Detmold ansässigen Sinalco AG mit der Produktion von Erfrischungsgetränken. Die bereits 1902/05 begründete Traditionsmarke Sinalco (von lateinisch sine alcoholo, ohne Alkohol) war nach Krisen in den 1980ern zeitweise nur noch ein Handelsunternehmen, wurde dann aber in den 1990ern erfolgreich neu belebt und hat heute ihren Sitz in Duisburg-Walsum.

Sinalco war in der Nachkriegszeit eines der ersten Cola-Getränke in Deutschland. In diesen Jahren war Cola zunächst noch als „Besatzerbrause“ der US-Soldaten umstritten, wurde dann aber rasch als typisch für den zunehmend bewunderten amerikanischen Lebensstil wahrgenommen und wurde schließlich zu einem Symbol für den erfolgreichen Neubeginn und das beginnende Wirtschaftswunder in Deutschland.

Von 1951 bis 1958 produzierte Matussek dann neben Sinalco auch die eigene Matu-Kola. Deren - wie in der Branche allgemein üblich! - hochgeheime Rezeptur stammte von seinem als Betriebsleiter tätigen Schwiegervater Fritz Hedrich (1898-1980) und beinhaltete Wasser, Glyzerin, Vanille, sechs verschiedene Öle sowie Nüsse und Blätter des Kolabaumes. Das benötigte keimfreie Wasser kam aus einer im Jahr 1951 beim Hausbau in der Kupferdreher Straße Nr. 107 gleich unter dem Betriebshof entdeckten und durch eine Bohrung erschlossenen Quelle namens „Gottesgab“.
Die Idee zur Herstellung einer eigenen Art des populären Cola-Erfrischungsgetränks entstand nach dem USA-Besuch einer Firmenangestellten. Auch die ursprünglich aus Köln stammende Afri Cola verstand sich bereits seit den 1930ern dezidiert als „deutsche Cola“ im Gegensatz zu den US-amerikanischen Weltmarktführern Coca-Cola (gegründet 1886/92) und Pepsi (1893/98).

Der Markenname Matu-Kola wurde vom Familiennamen Matussek abgeleitet; die offizielle Schreibweise variierte mit und ohne Bindestrich bzw. auch als „Cola“.
Im Jahr 1953 verließen täglich rund 15.000 Flaschen die Firma Matussek, die in ihren Hallen über verschiedene Abfüllapparaturen, eine vollautomatische Flaschenrollbahn sowie diverse Reinigungs- und Spülanlagen verfügte. Die lokale Presse berichtete dazu begeistert: „Überall das Personal in strahlend weißen Anzügen - Sauberkeit in der letzten Vollendung!“
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Matu-Kola - das Erfrischungsgetränk von Kanzler Adenauer
Über eine dortige Zweigniederlassung des Essener Unternehmens kam das Erfrischungsgetränk auch in die damalige Bundeshauptstadt Bonn, wo sich nahe des Alten Friedhofs an der Bornheimer Straße der Sinalco-Vertrieb Oberrhein befand.
Matu-Kola wurde nicht nur im Bonner Bundestag getrunken, sondern sogar von niemand geringerem als Konrad Adenauer höchstpersönlich. Dem Bundeskanzler wurde die Matu-Kola eigens an seinen Rhöndorfer Wohnsitz geliefert. Der Sohn des Firmengründers berichtet hierzu von einer über Erzählungen seiner Mutter überlieferten Anekdote:
„Mein Vater hat mir als 8-jähriger einen Sinalco-Anzug bei der Schneiderei in Detmold anfertigen lassen, wie ihn die ‚Großen Fahrer' trugen. Mit dem Sinalco-Punkt, dem Gürtel und den Taschen auf der Hose. Bei der Belieferung (ich durfte manchmal mitfahren) in Rhöndorf bei Konrad Adenauer war dieser gerade in seinem Garten und schnitt die Rosen. Als er mich sah, kam er zu mir und sagte: ‚Das ist ja schön, du trägst ja den gleichen Anzug wie die Großen!'.“

Beworben wurde Matu-Kola über Beschriftungen auf den Lieferfahrzeugen, Anzeigen und mit Kinowerbung (vgl. Abb.). Anfang der 1950er wurde dann sogar „Das Lied der Matu Kola“ mit einem Text von Leo Peters verfasst. Das Loblied pries das Getränk als hilfreich für alle Lebenslagen an (und sogar als förderlich in Liebesdingen ...).
Stets gilt: „hast Du von Bier und Schnäpsen mehr schon als genug, trink Dir 'ne Matu Kola!“ Nicht zuletzt wurde das Getränk auch als alkoholfreie Alternative für Autofahrer empfohlen, die von „Strafmandätchen der weißen Mäuse“ (der Verkehrspolizei) geplagt wurden.
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Da die Geschäftsleitung der Sinalco AG die Produktion von Matu-Kola als Konkurrenz im eigenen Haus empfand, wurde Heinz Matussek vor die Wahl gestellt, sich für Sinalco oder seine Matu-Kola zu entscheiden. Da Sinalco das umfangreichere Sortiment hatte, entschied er sich, die Produktion von Matu-Kola 1958 zu beenden.

Im Jahr 1960 verstarb Heinz Matussek und seine Gattin führte das Geschäft noch bis 1963 weiter. Hannelore Matussek war zuvor Meisterschülerin in Klavier und Gesang bei einem Professor Stieglitz an der Essener Folkwangschule und somit nicht mit der Materie der Getränkeherstellung vertraut.
Nach der Geschäftsaufgabe wurden die Räumlichkeiten zunächst an einen Getränkegroßhändler verpachtet, bevor 1979 ein Reifenhandel und eine Tierarztpraxis in die ehemaligen Fabrikräume einzogen. Seit 1985 ist die Firma Reifenhandel Disch GmbH in allen Räumlichkeiten ansässig.

Erinnerungstafel
In Anlehnung an den Denkmalpfad der Bürgerschaft Essen-Kupferdreh wurde 2009 zur Erinnerung an die einstige Getränkefabrik eine Tafel rechts der Grundstückseinfahrt zum früheren Betriebsgelände angebracht.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2026)

Quelle
Unterlagen und persönliche Erinnerungen von Herrn Robert Matussek (Sohn des Firmengründers Heinz Matussek), Essen-Kupferdreh 2026.

Internet
de.wikipedia.org: Cola (abgerufen 23.07.2026)
de.wikipedia.org: Sinalco (abgerufen 23.07.2026)
buergerschaft-kupferdreh.de: Der Kupferdreher Denkmalpfad (ohne Eintrag zur Firma Matussek, abgerufen 29.07.2026)
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Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Kupferdreh

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kupferdreher Straße 107
Ort
45257 Essen - Kupferdreh
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1949, Ende 1963

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Empfohlene Zitierweise
„Getränkefabrik Matussek & Co. GmbH in Kupferdreh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360355 (Abgerufen: 5. August 2026)
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