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Haus Wiesenthal von der Laufenstraße aus gesehen (2024)
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Südgiebel von Haus Wiesenthal (2024)
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Historische Dachgauben mit ehemaligem Aufzug zum Wolllager (2024)
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Die ehemalige Fabrik Wiesenthal, heute Teil eines Hotels
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Haus Wiesenthal von der Laufenstraße aus gesehen
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Südgiebel von Haus Wiesenthal
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Historische Dachgauben mit ehemaligem Aufzug zum Wolllager
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Lage Haus Wiesenthal, wie es heute noch in Monschau und Umgebung genannt wird, befindet sich oberhalb der Altstadt von Monschau im Laufenbachtal. Es handelt sich um ein aus Bruchstein errichtetes großes, mehrstöckiges Gebäude. Später ist noch im Rahmen der Umgestaltung zu einem Hotel ein großes Nebengebäude angebaut worden.
Geschichte Haus Wiesenthal ist eine ehemalige Tuchfabrik der Firma M. P. W. Troistorff. Die Familie Troistorff war bereits im 17. Jahrhundert nach Monschau gekommen und erscheint hier spätestens 1775 in den Produktionslisten für Wolltuche. Wie die Familie Scheibler gehörte die Familie Troistorff zur protestantischen Oberschicht der Stadt und war mit weiteren Feintuchmacherfamilien, so auch mit der Familie Scheibler, mehrfach verwandt und verschwägert. Die Troistorffs ließen nicht nur in der Nähe des Roten Hauses das prachtvolle Wohn- und Kontorgebäude Haus Troistorff errichten, sondern auch eine der größten Tuchfabriken der damaligen Zeit in Monschau, Haus Wiesenthal.
Bei dem mächtigen Bruchsteinbau handelt es sich um einen Gebäude der zweiten Generation von Fabrikanlagen. Sie wurden bereits außerhalb der Stadt gebaut. Die Maueranker lassen das Baudatum 1809 erkennen. Das Gebäude besitzt vier Geschosse mit dichten Fensterreihen nach Südwesten sowie ein Dachgeschoss mit zahlreichen Fenstergauben und einen großen Dachvorbau, an dem ein Flaschenzug zum Hochziehen von Rohstoffen ins Dachlager angebracht war. Die früher vorhandenen kleineren Nebengebäude sind 1958 abgerissen worden.
In der Liste der Wolltuchproduzenten Monschaus wird die Firma M.P.W. Troistoff 1813 als vom Produktionsvolumen drittgrößte genannt. Im Gebäudekomplex Wiesenthal waren zu dieser Zeit die Arbeitsschritte Spinnen, Rauen und Scheren untergebracht. Als Antrieb diente ein großes Wasserrad von neun Metern Durchmesser, das auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes befestigt war. Angetrieben wurde es mit dem Wasser des Laufenbachs, das man oberhalb der Fabrik über einen Wassergraben ableitete und unterhalb wieder in den Bach einführte. Um Wasserschwankungen vor allem im Sommerhalbjahr auszugleichen, erwarb die Firma einen zwischen Mützenich und Konzen gelegenen Fischweiher und ließen ihn 1812 zu einem Stauweiher ausbauen, um die Wasserabgabe zu kontrollieren. Doch bereits 1819, also zehn Jahre nach Errichtung von Haus Wiesenthal, stellte die Firma die Tuchherstellung ein und betrieb hier nur noch Lohnspinnerei. Der Hauptgrund war die neue politische Situation in Europa und den damit verbundenen Zollvorschriften. Russland und Polen riegelten ihre Märkte ab, sodass ein wichtiger Absatzraum verschlossen war. In Südeuropa wurden die Zölle stark erhöht.
Haus Wiesenthal nach den Troistorffs 1834 übernahm der Unternehmer Ferdinand Detro die Wiesenthal-Anlage und nutzte sie weiter als Spinnerei. Für die sich schnell entwickelnde Spinnmaschinentechnik war ein Antrieb über Wasserkraft jedoch bald nicht mehr ausreichend. Daher ließ Detro 1843 eine Dampfmaschine einbauen, die erste ihrer Art in Monschau. Es folgten im Laufe der Zeit mehrere Besitzerwechsel, wobei die Anlage weiterhin als Spinnerei genutzt wurde. Ende der 1950er Jahre übernahm die Stadt Monschau das Grundstück. Sie ließ die Nebengebäude abreißen sowie das Haupthaus komplett entkernen und zu einem städtischen Festhaus mit Festsaal und Restaurant umbauen. Kurzzeitig war von 1985 bis 1988 hier ein Museum für mechanische Musikautomaten untergebracht. Seit 1990 wird das Gebäude als Hotel genutzt.
Baudenkmal Das Objekt „Haus Wiesenthal“ in Monschau ist ein eingetragenes Baudenkmal der Stadt Monschau (Denkmalnummer 20).
Hinweis Das Objekt „Haus Wiesenthal“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Monschau, Oberes Rurtal (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 215).
(Gabriele Harzheim, 2025)
Internet de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Monschau-Stadt (abgerufen 29.05.2026)
Literatur
Barkhausen, Ernst (1925)
Die Tuchindustrie in Montjoie, ihr Aufstieg und Niedergang. Aachen.
Hermanns, Franz Wilhelm (1993)
Montjoie - Monschau Von Häusern und Menschen. Von Häusern und Menschen. Monschau.
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1809
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