Lage Der Troistorffer Weiher, auch als „Schlotesse Wejer“ oder „Konzer Wejer“ bezeichnet, befindet sich im Laufenbachtal südwestlich von Konzen oberhalb der Rochusmühle. Östlich an ihm vorbei führt der sogenannte „Leichenweg“, eine alte Wegverbindung von Mützenich zur Mutterkirche nach Konzen, wo die Toten begraben wurden. Der Weiher ist ca. 1,5 Hektar groß und liegt heute in einem Naturschutzgebiet.
Alter und Nutzung des Weihers Der Troistorffer Weiher hat ursprünglich zum Zehnthof Staffelbusch gehört, der 1782 mitten im Hochmoorgebiet des Hohen Venns (Hatzevenn) nordöstlich von Mützenich vom Monschauer Schultheißen de Berghes errichtet worden ist. Vermutlich ist der Weiher in der gleichen Zeit oder nur wenig später entstanden, um den stattlichen Hof mit seinen Bewohnern inklusive Knechten und Mägden vor allem in der Fastenzeit mit Fischen zu versorgen.
Als die Firma M.P.W. Troistorff in Monschau am Laufenbach den Tuchfabrikkomplex Wiesenthal errichten ließ, dessen Maschinen zunächst über Wasserkraft angetrieben wurden, verpachtete die Familie de Berghes den Weiher für 30 Jahre an die Familie Troistorff. Danach erwarb die Fima den Weiher. 1812/13 wurde der Weiher durch die Troistorffs ausgebaut und mit einer Mauer mit Wehr am Südende ausgestattet. So konnte die Wassermenge des Baches besser reguliert werden.
Der nahe Konzen gelegene Weiher wurde auch immer wieder als Badeplatz genutzt. Dabei haben sich zwei tödliche Unfälle ereignet. 1871 ertrank dort der Rekrut Mathias Hermann Fischer beim Baden, 1888 kam der Weber Paul Kirch aus Monschau beim Baden ums Leben. 1932 wurde Hermann Hilgers aus Imgenbroich in letzter Minute vor Ort vor dem Ertrinken bewahrt.
Die Frau am „Welde Wiffjesloch“ Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnte in einem Fichtenwald zwischen dem „Leichenweg“ und dem Weiher eine Frau in einer Bretterhütte, die von einem Zaun umgeben war. Es handelte sich um Hedwig Fast, die 1903 als Tochter des Forstaufsehers Max Fast und seiner Frau Anna Maria Luise Auguste in Alt-Hattlich geboren wurde. Ihr Bruder Heinrich Fast hatte die Idee gehabt, am Troistorffer Weiher zu siedeln und hatte zu diesem Zweck etwas Land am Ufer erworben. Seinen Lebensunterhalt bestritt Fast mit Schmuggeln und richtete am Weiher, den er gepachtet hatte, eine kleine Badestelle ein, für die er Eintrittsgeld kassierte und Getränke verkaufte. Heinrich Fast verließ die Behausung allerdings noch Ende der 1940er Jahre. Kurze Zeit später, um 1950, richtete sich seine Schwester Hedwig in der Holzbude ein. Sie war vorher in Anstellung als Hausdame in Lüttich gewesen und bezog nun eine kleine belgische Rente. Hier wohnte sie ohne Strom- und Wasserversorgung einsam am Troistorffer Weiher. Sie wurde bald als Außenseiterin angesehen, und viele hatten sogar Angst, an ihrer Behausung, die von einem Schäferhund bewacht wurde, vorbei zu gehen. Hinzu kam noch eine Dorferzählung, die von einer „bösen Hexe“ berichtete, die Kindern und Tieren übel mitgespielt haben soll. Diese „Hexe“ soll vor langer Zeit im „Welde Wiffjesloch“ eingesperrt gewesen sein. Es handelt sich um eine Stelle im Laufenbachtal unmittelbar oberhalb des Weihers, wo Felsen an der östlichen Talflanke steil abfallen. Auch nach ihrer Freilassung hätte man im Tal ihr Jammern und Wimmern gehört. Diese Erzählung wurde nun mit der Außenseiterin Hedwig Fast in Verbindung gebracht.
Hedwig Fast wurde im Laufe der Zeit immer kränklicher und schwächer. Sie ist 1966 im Alter von 63 Jahren in ihrer Behausung verstorben. Auf Veranlassung des Amtes Imgenbroich sollte die Hütte 1972/73 abgerissen werden. Dazu ist es nicht mehr gekommen, da die Behausung kurze Zeit vorher - wahrscheinlich durch Brandstiftung - abbrannte. Heute erinnert nichts mehr an die ehemalige Hütte.
(Gabriele Harzheim, 2024)
Literatur
Huppertz, Manfred (2010)
Die Frau am Welde Wiffjesloch. In: Das Monschauer Land Jahrbuch 2010, S. 129-133. Monschau.
Steinröx, Hans (1988)
Teil 1. Von den Römern bis zur Neuzeit. In: Teil 1. Von den Römern bis zur Neuzeit. In: 1100 Jahre Konzen - 888 bis 1988, S. 44ff. Monschau.
Steinröx, Hans / Neuss, Elmar (Hrsg.) / Geschichtsverein des Monschauer Landes (Hrsg.) (1994)
Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes. Festschrift zum 80. Geburtstag des Verfassers. (Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes, 3.) Monschau.
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1782
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