Blick auf die Hofwüstung des Brühler Hofes mit altem Buchenbestand (2021)
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Die Buchenreihe ist der Rest einer ehemaligen Hecke an der Straße vor der Hofwüstung Brühl (2021)
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Bereich der Hofwüstung des Brühler Hofes mit Buchenbeständen, Blick hangabwärts in Richtung Brühler Bach bzw. Schwalm (2021)
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Blick auf die Hofwüstung des Brühler Hofes mit altem Buchenbestand (2021).
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Die Buchenreihe ist der Rest einer ehemaligen Hecke an der Straße vor der Hofwüstung Brühl (2021).
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Bereich der Hofwüstung des Brühler Hofes mit Buchenbeständen, Blick hangabwärts in Richtung Brühler Bach bzw. Schwalm (2021).
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Der Brühler Hof befand sich im Tüschenbroicher Wald an der natürlichen Hangkante des Brühler Bachs, auf der rechten Seite der alten Wegeverbindung von Tüschenbroich nach Uevekoven.
„Ein Hof “ten Breul„ ist bereits für 1397 in der Steuerliste der Pfarre Wegberg verzeichnet und in einem Einwohnerverzeichnis von 1506 wird ein “Geil in dem Bruel„ genannt. Der Hof oder ein Vorgängerbau hat demnach im späten Mittelalter bereits bestanden und gehörte zum Hause Tüschenbroich, einer Wassenberger Unterherrschaft“ (Tutlies 2003, S. 16), die zum Herzogtum Jülich gehörte. Der Hof lag allerdings auf Geldernschem Gebiet. Der Brühler Bach (bzw. die Schwalm) bildete hier die natürliche Grenze zwischen den Herzogtümern Geldern und Jülich. Ähnlich wie im Falle der Stadt Brühl, Rhein-Erft-Kreis, könnte sich der Name des Hofes „Brühl“ von „brogil“/„broil“/„brûle“ ableiten, was im übertragenen Sinne so viel bedeutet wie sumpfige Niederung, also auf die hiesigen naturräumlichen Voraussetzungen im Quellgebiet der Schwalm mit seinen Bruchwaldbereichen zutrifft.
Auf der Tranchotkarte von 1806 (Blatt Wegberg, Nr. 48) ist der Hof als dreiflügelige Anlage dargestellt. Die Preußische Uraufnahme (Blatt 4803 Wegberg von 1844/1846) zeigt zwei parallel zueinander stehende, langgestreckte, zur Straße hin giebelständige Gebäude, während die Preußische Neuaufnahme (Blatt 4803 Wegberg von 1893) einen Vierkanthof darstellt. 1852 gehörten zum Hof 7 Einwohner (Tutlies 2003, S. 16). Das Grundstück erstreckte sich langrechteckig in südwestliche Richtung bis zur Aue.
Im Jahr 2002 wurden seine Fundamente bei Forstarbeiten gefunden. Bis auf einige zugehörige Flachsrösten südlich der ehemaligen Hofstelle im Bruchwaldbereich in der Aue des Brühler Baches sind keine obertägigen Reste mehr vorhanden.
Eventuell bestanden räumlich-funktionale Zusammenhänge zwischen dem Brühler Hof und der etwa 300 Meter in südöstliche Richtung entfernten Niederungsmotte im Kummerter Busch. Tutlies (2003, S. 17) vermutet, „dass die Bewohner des Wirtschaftshofes an der Motte im Kummerter Busch nach dem Aufgeben dieser Befestigung einen neuen Hof gründeten – den Brühler Hof schwalmabwärts“. Der Brühler Hof ist einer von mehreren Hofanlagen (Holterhof, Schanzerhof), die sich entlang des Brühler Baches und somit dem Grenzgebiet zwischen den Herzogtümern Jülich und Geldern reihten. Voss (1972, S. 16f) und Schmitz (o.J.) vermuten hierin in Zusammenschau mit den Mottenanlagen, dem Schloss sowie der Landwehr ein systematisches Grenzsicherungssystem der Wassenberger Unterherrschaft Tüschenbroich.
Kulturhistorische Bedeutung „Dieses kleinräumliche Ensemble aus Brühler Hof und Niederungsmotte ist Beleg für eine Besiedlungskontinuität ab dem Hochmittelalter und Zeugnis für die mittelalterliche Lebensweise dieses Raumes“ (Tutlies 2003, S. 17). Zwar sind obertägig kaum Reste erhalten, jedoch gehört dieser Hof räumlich-funktional zu den kulturhistorischen Elementen im Umfeld des Schlosses Tüschenbroich. Er gehörte zum „Umgang des Schlosses Tüschenbroich“ (Jungbluth 1954) und spiegelt somit die grundherrschaftlichen Verhältnisse wider.
Hinweis Das Objekt „Hofwüstung Brühl bei Schloss Tüschenbroich“ ist ein eingetragenes Bodendenkmal (Gemeinde Wegberg, UDB-Nummer 25, Bodendenkmalnummer HS 167) und ein Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Tal der Schwalm (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 018).
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Empfohlene Zitierweise
Nicole Schmitz (2021): „Hofwüstung Brühl bei Schloss Tüschenbroich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-331579 (Abgerufen: 17. März 2025)
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