Schloss Tüschenbroich

vormalige Niederungsmotte und Wasserburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Wegberg
Kreis(e): Heinsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Schloss Tüschenbroich  bei Wegberg (2011)

    Schloss Tüschenbroich bei Wegberg (2011)

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  • Schloss Tüschenbroich bei Wegberg mit der Tüschenbroicher Mühle im Vordergrund (2011)

    Schloss Tüschenbroich bei Wegberg mit der Tüschenbroicher Mühle im Vordergrund (2011)

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  • Ölmühle Tüschenbroich, heute Kunstatelier, am Tüschenbroicher Schloss bei Wegberg (2011).

    Ölmühle Tüschenbroich, heute Kunstatelier, am Tüschenbroicher Schloss bei Wegberg (2011).

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Das neue Schloss Tüschenbroich im gleichnamigen Ortsteil der Stadt Wegberg entstand 1630 aus der ehemaligen Vorburg einer Wasserburg vor Ort. Diese entstand offenbar durch die Neubebauung eines vormaligen Mottenhügels.
In unmittelbarer räumlicher Nähe befinden sich eine Korn- und eine Ölmühle.

Niederungsmotte
Mitten im Weiher des Tüschenbroicher Schlosses, dem Kahnweiher, liegt die Niederungsmotte mit Resten der alten Burggemäuer. Sie hat einen Durchmesser von 70 Metern und ist 10 Meter hoch. 1172 wird ein Alard von Tüschenbroich erwähnt als Gladbacher Ministeriale. Ob er in Zusammenhang mit unserem Tüschenbroich steht, ist bis heute unklar. Tüschenbroich war früher eine Unterherrschaft von Wassenberg und gehörte zum Herzogtum Jülich. 1624 brannte die alte Burg auf der Motte ab.

Im Spiegel der Schriftzeugnisse erscheint Tüschenbroich wie folgt (nach Frankewitz 2007):
1190 Tuschenbroich (Archiv Niederrhein 4, S. 357; REK 2, Nr. 1386/31).
1416 „lieferbar nach Neuss oder nach Tüschenbroich“ (Urkundenbuch Harff 1, Nr. 232).
1533 „Haus“ (Urkundenbuch Mörs 3, Nr. 5162).

Friedrich / Päffgen (2007) lokaliseren vor Ort zwei Standorte von Motten, aus der ersten entwickelte sich später die Wasserburg:
Tüschenbroich I
Anlage (Beschreibung, Datierung): Motte (später Wasserburg Schloss Tüschenbroich), hochmittelalterlich.
Bausubstanz: Mächtiger Burghügel in Teich, 1624 nach einem Brand als Standort der Hauptburg aufgegeben und die bisherige Vorburg schlossartig ausgebaut.
Historische Überlieferung: Das Geschlecht von Tuschenbroich 1172 erstmalig erwähnt. 1278 Wilhelm von Tuschenbroich als Gefolgsmann des Herzogs Walram von Limburg (REK 3, Nr. 2734). 1288 wird Tüschenbroich Offenhaus des Herzogs von Brabant als Herzog von Limburg.

Tüschenbroich II
Anlage (Beschreibung, Datierung): Motte? (Spieker?), hochmittelalterlich (archöologische Funde).
Bausubstanz: Kleiner, grabenumgebener Hügel.

Tüschenbroicher Schloss
Auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg entstand das neue Schloss, vom dem heute nur noch ein Flügel steht. Der Nordturm ist vollständig erhalten, der Südturm als Ruine. Erbaut wurde das Schloss 1630 vom Grafen Franz von Spiering. Seine Nachfahren verkauften das gesamte Gelände an den Erkelenzer Notar Hermann Josef Gormanns. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude wurde zum Wohnhausflügel umfunktioniert, nachdem das Haupthaus eingefallen war (1876). Der Herr von Tüschenbroich hatte die Holzgewalt op Meynweyde mit 1 voeder Holz (1633).

(Peter Niehoff, NABU Naturschutzstation Haus Wildenrath e.V., 2013 / Ergänzungen durch LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Internet
www.npr-meinweg.eu: Geschichte Wegberg (abgerufen 27.06.2013)
www.ms-visucom.de: EBIDAT-Datenbank des Europäischen Burgeninstitutes, Tüschenbroich, Motte (abgerufen 30.01.2017)
www.ms-visucom.de: EBIDAT-Datenbank des Europäischen Burgeninstitutes, Tüschenbroich, Wasserburg (abgerufen 30.01.2017)
www.ms-visucom.de: EBIDAT-Datenbank des Europäischen Burgeninstitutes, Tüschenbroich, Kummerter Busch (abgerufen 30.01.2017)
de.wikipedia.org: Tüschenbroich (abgerufen 30.01.2017)

Literatur

Frankewitz, Stefan (2007)
Landesburgen, Burgen, Schlösser und Feste Häuser bis 1500 im Spiegel der Schriftzeugnisse. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.12.) S. 66, Bonn.
Friedrich, Reinhard; Päffgen, Bernd (2007)
Mittelalterliche Burganlagen in Kölner Bucht und Nordeifel bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.11.) S. 90, Bonn.
Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde (Hrsg.) (o.J.)
Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter (REK). (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 21.) Köln u.a..

Schloss Tüschenbroich

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Zur Ulrichskapelle
Ort
41844 Wegberg - Tüschenbroich
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1630
Koordinate WGS84
51° 07′ 18,14″ N, 6° 15′ 53,82″ O / 51.1217°, 6.26495°
Koordinate UTM
32U 308600.6 5666916.6
Koordinate Gauss/Krüger
2518593.98 5665219.26

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„Schloss Tüschenbroich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-68434-20130626-6 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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