Wasserflugzeughafen auf dem Kölner Rhein, Höhe Machabäerstraße

Wasserflughafen Köln Machabäerstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 43,03″ N: 6° 57′ 50″ O 50,94529°N: 6,96389°O
Koordinate UTM 32.356.965,03 m: 5.645.714,58 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.567.785,05 m: 5.646.002,56 m
  • Blick auf die Kölner Zoobrücke über den Rhein vom Dach des Doms aus (2014).

    Blick auf die Kölner Zoobrücke über den Rhein vom Dach des Doms aus (2014).

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    Knöchel, Franz-Josef
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  • Diorama-Modell "Wasserflugzeughafen an St. Kunibert" mit einer zu einem Wasserflugzeug umgerüsteten Junkers F 13 mit der Kennung D-217 (2018).

    Diorama-Modell "Wasserflugzeughafen an St. Kunibert" mit einer zu einem Wasserflugzeug umgerüsteten Junkers F 13 mit der Kennung D-217 (2018).

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    Müller, Werner
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    Werner Müller
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Neben den „großen“ Kölner Flughäfen – dem vornehmlich zivil genutzten Verkehrsflughafen Butzweiler Hof (der ab 1911 genutzte „Butz“) und den beiden rechtsrheinischen Militärflugplätzen Ostheim (ab 1936) und Wahn (ab 1938) – gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Domstadt offenbar auch mehrere Standorte von Wasserflugzeughäfen (auch Wasserflughäfen), die auf dem Rhein angelegt wurden.

Auch wenn sich heute keine sichtbaren Spuren mehr von ihnen finden, sind zumindest zwei Landeplätze auf dem Wasser recht sicher durch Zeugnisse belegt:

  • einer auf dem Kölner Rhein bei Sankt Kunibert, die so genannte „Kunibertsrampe“ (dort allgemeinere Ausführungen zur Kölner Wasser-Luftfahrt), sowie
  • einer im Becken des 1922-1925 erbauten Niehler Hafens.

Ein dritter Wasserflughafen auf dem Rhein?
Dieser vermeintlich dritte Landeplatz in Höhe der Machabäerstraße wird nur unsicher genannt und ist wahrscheinlich mit dem vorab erstgenannten, nur 150 Meter rheinabwärts gelegenen Landeplatz bei Sankt Kunibert identisch:
Das Historische Luftfahrtarchiv Köln berichtet für das Jahr 1935 über einen Kölner Zeitzeugen namens Welsch, dass dieser als „Ballast“ für den sicheren Flugbetrieb von einer Flugzeug-Anlegestelle der Deutschen Lufthansa AG „in Höhe der Machabäerstraße“ bei Postflügen nach Frankfurt/Main mitgeflogen sei. Im Falle von zu geringem Passagieraufkommen oder nicht genügend Fracht habe man Mitarbeiter der Reichsbahn von der nahe gelegenen Reichsbahndirektion angefordert, die dann mitflogen und anschließend mit der Eisenbahn wieder zurückfuhren: „Dies erfolgte kostenlos, da die ausgesuchten Eisenbahnmitarbeiter im Besitz von Dienstfahrkarten waren. Die Flüge fanden nachmittags statt.“ (koelner-luftfahrt.de)
Die dem Bericht nach eingesetzten Junkers W 33 bzw. W 34 (Weiterentwicklungen des um 1925/26 üblicherweise auf der Wasserfluglinie Altona – Dresden eingesetzten Typs Junkers F 13) hatten eine Reichweite von rund 1.000 (W 33) bzw. 2.000 Kilometer (W 34) und konnten bis zu sechs Passagiere befördern (de.wikipedia.org).

Lage und Objektgeometrie
Über den genauen Standort sowie die Form und Art der vorab genannten Anlegestelle liegen keine Angaben vor, auch gibt es keine Fotos einer W 33 oder W 34 auf dem Rhein. Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt daher eine Verwechslung mit der „Kunibertsrampe“ vor (koelner-luftfahrt.de).
Auf den historischen topographischen Karten TK 1936-1945 findet sich auf dem Rhein kein Wasserflughafen verzeichnet (vgl. Kartenansicht) und auch ein von einem Kölner Kaufhaus Peters vertriebener und ansonsten recht detaillierter „Plan von Köln“ aus dem Jahr 1938 zeigt keinen Wasserflughafen am damaligen Kaiser-Friedrich-Ufer (landkartenarchiv.de).
Die Objektgeometrie ist hier daher lediglich symbolisch auf dem Rhein in Höhe der Machabäerstraße angelegt.

Hinweis
Die Wasserflugzeughäfen auf dem Kölner Rhein wurden unter „Schon gewusst, ...“ in Heft 3/2022 des Stadtmagazins KölnerLeben vorgestellt (koelnerleben-magazin.de).

(Uli Kievernagel, Köln, 2019 / Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2019/2022)

Internet
www.koeln-lotse.de: Wasserflugzeughafen auf dem Rhein (Uli, der Köln-Lotse vom 12.10.2019, abgerufen 14.11.2019)
koelner-luftfahrt.de: Die Wasserflugzeughäfen von Köln (abgerufen 15.11.2019 und 05.04.2022)
landkartenarchiv.de: Plan von Köln 1938, Werbebeigabe des Kaufhauses Carl Peters in Köln, Verlag Ernst Moißl sen., Köln (abgerufen 30.04.2021)
koelnerleben-magazin.de: KölnerLeben, Heft Juni/Juli 2022, S. 29 (abgerufen 03.06.2022)
de.wikipedia.org: Junkers F 13 (abgerufen 15.11.2019)
de.wikipedia.org: Junkers W 33 (abgerufen 19.11.2019)
de.wikipedia.org: Junkers W 34 (abgerufen 19.11.2019)
de.wikipedia.org: Wasserflugzeug (abgerufen 15.11.2019)

Literatur

Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 145-146, Köln.

Wasserflugzeughafen auf dem Kölner Rhein, Höhe Machabäerstraße

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Konrad-Adenauer-Ufer
Ort
50667 Köln - Altstadt-Nord
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Übernahme aus externer Fachdatenbank, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1926, Ende 1935 bis 1945

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Wasserflugzeughafen auf dem Kölner Rhein, Höhe Machabäerstraße”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-301143 (Abgerufen: 4. Juli 2022)
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