Rheinpark Köln im Europäischen Gartennetzwerk EGHN

Stadtgartenroute Köln

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die „Schauende“, ein Bronzebildwerk des schweizer Bildhauers Hermann Haller (1880-1950) im Kölner Rheinpark (2011).

    Die „Schauende“, ein Bronzebildwerk des schweizer Bildhauers Hermann Haller (1880-1950) im Kölner Rheinpark (2011).

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    Nechkova-Raven, Paul / CC BY-ND 3.0
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In seiner heute noch weitgehend erhaltenen Gestalt spiegelt der zur Bundesgartenschau (BUGA) 1957 entstandene Rheinpark im Kern die Gartenarchitektur der 1950er Jahre wider, die durch die BUGA 1971 weitere prägende Elemente erhalten hat.

Als besonderer Akzent in der Parklandschaft entstand das Parkcafé zur BUGA 1957. Es war, wie das Rosencafé im Norden des Parks, Teil eines Wechselspiels zwischen Architektur und Gartenkunst. Noch heute gehört das Parkcafé mit der jahreszeitlich wechselnden Farbenpracht der vorgelagerten Beete im großen Blumenhof und Tropengarten zu den Höhepunkten der Gartenanlage.
Der Tropengarten mit den streng gegliederten rechteckigen Beeten, eingegrenzt durch Grauwackeplatten, hat seinen Namen von der früher vornehmlich subtropischen Bepflanzung. Dagegen sind die Beete des Blumenhofs als Kontrast dazu wie Malerpaletten geschwungen und in gelb-orange farbige Klinkerflächen eingebettet.
Der Wassergarten mit seinen Wasserspielen in Form der als „Wasserkanone“ bezeichneten Fontäne und des Speiers an der Travertin-Fassade zur Terrasse des Parkcafés, umfasst den westlichen Rand des großen Blumenhofs. Das belebende Wasser, die Ausblicke auf die prächtigen Pflanzungen zur einen Seite und den im Hintergrund liegenden Dom zur anderen Seite laden zum Verweilen ein.
Nördlich des Parkcafés befindet sich eine kleine Anhöhe. Von dort ist über die großen zentralen Wiesenflächen hinweg ein weiter Blick in den Park möglich.

Auf der östlichen Seite verbindet ein 1957 entstandenes Geflecht aus filigranen weißen Stahlpergolen vier terrassenartig angeordnete, trapezförmige Wasserbecken, die von hohen Bäumen und Bambusgruppen gesäumt werden. 1971 kam die Wassertreppe aus spitzen dreieckigen und in Stufen angeordneten Schalen hinzu, die sich auch ohne Wasser wie eine Skulptur in die Landschaft der Pergolen einpassen.
Direkt hinter der Hochwasserschutzmauer liegt der zur BUGA 1971 nach einem Entwurf des Kölner Gartenarchitekten Franz Josef Maubach angelegte Heidegarten mit für diese Landschaft typischen Gewächsen. Wacholdersträucher und dekorativ gesetzte Steine unterschiedlicher Herkunft unterstreichen den Heidecharakter der Anlage.

Vor der Rückfront des Staatenhauses liegt der vom Gartenarchitekten Walter Polak aus Israel ebenfalls zur BUGA 1971 entworfene Mittelmeergarten. Dieser mehrteilige, terrassenartige und durch unterschiedlich hohe Mauern abgegrenzte Bereich weicht bewusst von der sonst offenen Konzeption der Gärten im Rheinpark ab. Gestaltung und Bepflanzung vermitteln die mediterrane Atmosphäre. Die im Sommer dort aufgestellten Palmen und tropischen Pflanzen tragen ebenso zum südlichen Ambiente bei wie die stattlichen Exemplare von Blauen Atlantischen Zedern im Hintergrund des Gartenhofs. Die Bepflanzung der Staudenrabatten mit silberblättrigen Stauden und Gräsern hat die Parkverwaltung im Mai 2006 vollständig erneuert.
Der gegenüber dem Mittelmeergarten gelegene flache Flamingoteich entstand nach Plänen von Günther Schulze und Joachim Winkler. Der kleine Japanische Garten am Rand des Parks neben dem Weiher ist ein Geschenk der Partnerstadt Kyoto zur BUGA 1971.

Im Staudengarten erwartet den Besucher eine vom Frühjahr bis in den Spätsommer andauernde, wechselnde und farblich abgestimmte Blühfolge der Stauden. Die Wirkung der unterschiedlich großen Blätter und Gräser wurde ebenfalls einbezogen. So erzeugen die Staudenbeete kraftvolle Bilder mit einer in den Sommermonaten beeindruckenden Fernwirkung. Sie bilden einen wunderbaren Kontrast zu den üppig in verschiedenen Ebenen und kräftigen Farben blühenden Stauden wie zum Beispiel Knöterich, Sonnenhut, Fackellilien und Schafgarben.

Durch seine erhöhte Lage mitten in weitläufigen Rasenflächen bildet der Große Rosengarten ein weiteres Kernstück des Rheinparks. Bastionsartige Brüstungsmauern, von denen ein weiter Blick in den Park möglich ist, heben ihn hervor. Große asymmetrische Beete und filigrane Lauben aus Stahlkonstruktionen formen den fast in sich geschlossenen zur BUGA 1957 entstandenen zentralen Garten im Park. Die sanierten baulichen Elemente wie die Pergola, die fünf ehemals mit Glaswänden versehenen Pavillons und die dazugehörigen Rankelemente tragen wesentlich dazu bei, den einzigartigen Gesamtcharakter des Rheinparks als Gartendenkmal der 1950er Jahre zu erhalten.
Bei der Bepflanzung stand im Vordergrund, das Thema „Rose“ neu zu präsentieren. Man kombinierte robuste Beetrosen mit Stauden und Gräsern. Den Rahmen für den östlichen Rand des Rosengartens bildet ein Gräserband, das sich Raum bildend um die Pavillons schmiegt und dort zum Aufenthalt einlädt. In den Beeten wechseln sich streifenartig angepflanzte Rosen in warmen Farben mit kühlen, blau blühenden Staudenbändern ab. Die Blütezeit der Stauden ist auf die der Rosen abgestimmt.
Flache Stufen führen vom Rosengarten in Richtung Rhein hinab zum sogenannten Adenauerweiher. Der Teich zeichnet sich ähnlich wie der Flamingoweiher durch eine für die 1950er Jahre typische Nierenform aus. Hinzu kamen 1971 Mühlsteine als Brunnenobjekte, ergänzt durch zwei „Kronenbrunnen“.

Das sanft abfallende natürliche Rheinufer mit den typischen Gehölzen der Niederrheinischen Auenlandschaft wie Pappeln, Weiden und prachtvollen Baumindividuen prägen den mittleren und nördlichen Parkbereich. Der am Ufer entlang führende „ Rheinparkboulevard“ hat als Fuß- und Radwegverbindung überregionale Bedeutung.
Das sich anschließende zentrale Band der großen Wiesenflächen dient als „Erlebnisachse“ für vielerlei Aktivitäten. Eine umfangreiche Gruppe von Zierkirschen bildet einen stufigen Übergang von den Baumriesen zur Freifläche und markiert besonders im Frühjahr mit ihrer weißen und rosafarbenen Blütenpracht den Wiesensaum.
Mit der Neugestaltung des Tanzbrunnens zur BUGA 1957 entstand das „Sternwellenzelt“ über der mit Wasserspielen umgebenen Plattform des Tanzbrunnens als heute noch weithin sichtbares Markenzeichen. Die großen Schirme kamen als Schutz vor Sonne und Regen 1971 hinzu. Im abendlichen Schein der untergehenden Sonne oder der Beleuchtung des durch die Fontänen quirlenden Wassers gehört der Tanzbrunnen zu den idealen Orten, um den Ausklang des Tages auf musikalisch anregende oder auch ruhige Weise zu genießen.

Vom „Höhenweg“ aus bietet sich ein herrlicher Blick über den Park bis hin zum Dom. Noch schöner ist die Rundsicht bei einer Fahrt mit den Gondeln der Kölner Seilbahn über den Rhein zur Flora, zum Botanischen Garten und zum Zoo.

(Roswitha Arnold, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018)

Internet
www.stadt-koeln.de: Rheinpark (abgerufen 18.12.2018)
wp.eghn.org: Europäisches Gartennetzwerk – EGHN (abgerufen 18.12.2018)

Literatur

Walter, Kerstin / Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Gärten und Parks im Rheinland. Köln.

Rheinpark Köln im Europäischen Gartennetzwerk EGHN

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rheinparkweg 10
Ort
50679 Köln - Mülheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 1950
Koordinate WGS84
50° 56′ 49,2″ N, 6° 58′ 23,73″ O / 50.947°, 6.97326°
Koordinate UTM
32U 357628.44 5645886.93
Koordinate Gauss/Krüger
2568441.03 5646201.79

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„Rheinpark Köln im Europäischen Gartennetzwerk EGHN”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290132 (Abgerufen: 23. März 2019)
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