Belgisches Haus

Kulturinstitut Maison Belge

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Belgische Haus (französisch "Maison Belge") in der Kölner Cäcilienstraße (2009)

    Das Belgische Haus (französisch "Maison Belge") in der Kölner Cäcilienstraße (2009)

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  • Der Festsaal im Belgischen Haus (französisch "Maison Belge") in der Kölner Cäcilienstraße (2015)

    Der Festsaal im Belgischen Haus (französisch "Maison Belge") in der Kölner Cäcilienstraße (2015)

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  • Treppenhaus im Kulturinstitut Belgisches Haus in der Kölner Cäcilienstraße (2015)

    Treppenhaus im Kulturinstitut Belgisches Haus in der Kölner Cäcilienstraße (2015)

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Baugeschichte und Nutzung
Im Februar 1950 eröffnete mit dem Belgischen Haus (französisch Maison Belge) in der Cäcilienstraße das erste ausländische Kulturinstitut nach dem Zweiten Weltkrieg in Köln.
Die US-Amerikaner setzten mit diesem Haus ein „Zeichen der neuen engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen mit dem Nachbarland Belgien“ (de.wikipedia.org), im gleichen Jahr wurde auch das Britische Kulturinstitut an der Hahnenstraße eröffnet.
Das fünfstöckige Gebäude mit seiner markanten Tuffsteinfassade entstand nach Plänen des Kölner Architekten Johannes „Hans“ Schüller (1884-?), verantwortlicher Innenarchitekt war Hans Hansen (1889-1969). Neben Büros für die Verwaltung verfügt das Haus über Räumlichkeiten für Ausstellungen und einen Vortrags- und Kammermusiksaal, in dem Konzerte und kulturelle Veranstaltungen stattfanden.

Neben dem Kulturinstitut mit angeschlossenem Tourismusbüro saßen im Belgischen Haus ferner
  • die Wirtschafts- und Handelsvertetungen der belgischen Regionen Wallonien, Flandern und Brüssel,
  • die flämische Regierungsagentur zur Unterstützung der Geschäftsaktivitäten in und mit der belgischen Region Flandern Flanders Investment & Trade (seit 2015 in der Stolkgasse 25-45),
  • der Verein Belgian Business Association (B.B.A.),
  • eine Verkaufsniederlassung des französischen Automobilherstellers Citroën (ab 1950),
  • die 1952 gegründete Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer (DeBeLux, seit 2015 in der Friedrichstraße 42/44), sowie
  • als Einrichtungen des belgischen Generalkonsulats die Informations- und Kulturabteilung, die Konsularabteilung sowie die Handelsabteilung der Botschaft (seit den 1950er Jahren, zum 31. Mai 2015 geschlossen).
Neben den Einrichtungen im Belgischen Haus befand sich die Residenz der Belgischen Botschaft von 1951 bis 1954 in einer Bonner Villa in der Friedrich-Wilhelm-Straße und die Kanzlei der Belgischen Botschaft von 1971/1972 bis zum Umzug nach Berlin 1999 ebenfalls im früheren Bonner Regierungsviertel.

Schließung der belgischen Einrichtungen
Der belgische Staat gab im Januar 2015 bekannt, dass man zahlreiche Botschaften, Konsulate und diplomatische Niederlassungen im Ausland zum Jahreswechsel 2015/2016 zu schließen beabsichtige, darunter auch das belgische Generalkonsulat in Köln. In der Folge zogen die im Belgischen Haus niedergelassenen Vertretungen aus (vgl. Liste vorab) und der Deutsche Kulturrat setzte das Belgische Haus im September 2015 unter der Kategorie 2 „gefährdet“ auf die Rote Liste Kultur der bedrohten oder geschlossenen Kulturstätten und Einrichtungen. Die Begründung lautete: „Das Belgische Haus in Köln wurde als gefährdet eingestuft. Seit dem Wegzug des belgischen Generalkonsulats aus dem Gebäude ist die Zukunft des Hauses als interkulturelle Begegnungsstätte ungewiss.“ (nach fbh.koeln)
Zum 1. Januar 2016 wurde das Belgische Haus geschlossen.

Bereits zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der beabsichtigten Schließung des Generalkonsulats gründete sich im Januar 2015 der Verein der Freunde des Belgischen Hauses e.V., der sich der Pflege und Förderung des Austauschs zwischen den belgischen und deutschen Sprach-und Kulturgemeinschaften in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaften verschrieben hat.
Man möchte das Belgische Haus belgisch-deutschen Treffpunkt erhalten und es auch künftig „als Kulturbotschaft der verschiedenen Sprach-und Kulturgemeinschaften weiter repräsentativ wirken (…) lassen.“ (fbh.koeln)

Baudenkmal
Das „Geschäfts- und Verwaltungsgebäude, Cäcilienstraße 46“ steht seit dem 7. September 1990 unter Denkmalschutz (Kölner Denkmalliste, Nr. 5662).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Internet
fbh.koeln: Freunde des Belgischen Hauses e.V. (abgerufen 16.01.2017)
www.kulturrat.de: Rote Liste Kultur, dort: 20. Rote Liste 5/15 (abgerufen 16.01.2017)
de.wikipedia.org: Neumarkt (Köln), Belgisches Haus (abgerufen 16.01.2017)
www.stadt-koeln.de: Kölner Denkmalliste (abgerufen 16.01.2017)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 590, Stuttgart.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 53, Köln.

Belgisches Haus

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Cäcilienstraße 46
Ort
50667 Köln - Altstadt-Süd
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1950
Koordinate WGS84
50° 56′ 8,23″ N, 6° 57′ 1,2″ O / 50.93562°, 6.95033°
Koordinate UTM
32U 355983 5644666.19
Koordinate Gauss/Krüger
2566846.27 5644914.9

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„Belgisches Haus”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-264165 (Abgerufen: 20. November 2018)
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