Historischer Ortsteil Beul

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bad Neuenahr-Ahrweiler
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Beethovenhaus in Bad Neuenahr (2016)

    Beethovenhaus in Bad Neuenahr (2016)

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    Bindarra, Vanessa
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    Vanessa Bindarra
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  • Alte Pfarrkirche St. Willibrord auf dem Neuenahrer Friedhof (2015)

    Alte Pfarrkirche St. Willibrord auf dem Neuenahrer Friedhof (2015)

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Der Ortsteil Beul existiert nachweislich seit 1374, in diesem Jahr wird er zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Im 18. Jahrhundert galt der Ortsteil Beul als heimliche „Hauptstadt“ der Grafschaft Neuenahr, da hier im Beethovenhaus (der ehemaligen Vogtei) der Vogt Stockhaus wohnte. Zudem befand sich bis zur Auflösung der Grafschaft 1797 durch französische Revolutionstruppen hier in Beul noch die Rentmeisterei. Darüber hinaus gelang es dem Kaufmann Georg Kreuzberg in den Jahren 1852-1856 in Zusammenarbeit mit Professor Gustav Bischof die ersten Thermalquellen in Beul zu erbohren. Hiermit begann der Aufstieg des Heilbades Neuenahr.
Am 9. Juni 1875 kam es zum Zusammenschluss von Beul mit den beiden angrenzenden Ortsteilen Wadenheim und Hemmessen zu Neuenahr. Grund hierfür war der zunehmende Badebetrieb des seit 1858 bestehenden Mineralbades. Heute stellt der ehemalige eigenständige Ortsteil den südlichen Teil der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler dar (Eifelverein und Geschichtsfreunde Bad Neuenahr 2004, S. 32).

Die drei historischen Ortsteile von (Bad) Neunahr und ihr Bild in den Altkarten
Die heutigen Ortsteile Beul, Hemmessen und Wadenheim gelten als die „Drei historischen Ortsteile“ von Bad Neuenahr. Die auf die mittelalterliche Grafschaft Neuenahr sowie zahlreiche Orte und Dörfer zurückgehende Stadt Neuenahr wurde formell erst am 9. Juni 1875 begründet und entwickelte sich in der Folge zur Kurstadt (ab 1927 Bad Neuenahr). Seit der zum 7. Juli 1969 erfolgten Fusion mit der Nachbarstadt Ahrweiler ist Bad Neuenahr heute zugleich Stadtteil und Ortsbezirk der verbandsfreien Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Die Lage der drei historischen Ortsteile lässt sich gut auf den historischen Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (Tranchot / von Müffling 1801-1828), der zwischen 1836 und 1878 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme und den Karten der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) erkennen. In dem letztgenannten Werk wird das vormalige Wadenheim bereits als Neuenahr ausgewiesen (vgl. die historischen Karten in der Kartenansicht). Die hiesige Objektgeometrie orientiert sich am Umfang des Orts in der Preußischen Uraufnahme.
Nach der Tranchotkarte von 1810 und der preußischen Uraufnahme (Blatt 5408) ist Beul ursprünglich als Straßendorf zu bezeichnen. Das Dorf Beul entstand als jüngster der drei historischen Ortsteile am rechten Ahrufer.

Erklärung des Ortsnamen
Der Ortsteil Beul erhielt seinen Namen, weil er am Fuße der St. Willibrordus Kirche auf dem Hügel „Buyl“ lag. Natürlich fragt man sich, warum die Kirche, die eigentlich zu Wadenheim gehörte soweit, rund 750 Meter Luftlinie vom Ort entfernt, auf der rechten Ahruferseite erbaut wurde. Der Grund hierfür war, dass die Kirche hochwasserfrei liegen sollte. Bei Beul handelt es sich um einen höher gelegenen Standort und vermutlich befand sich früher dort ein heidnisch fränkisches Gräberfeld.
Beul war lange Zeit ein kleines Dorf, dessen Zentrum beim sogenannten Beethovenhaus und der Rentmeisterei, also der heutigen Stadtbibliothek lag (Eifelverein und Geschichtsfreunde Bad Neuenahr 2004, S. 32).

Bürgerverein „St. Willibrord“ Beul e.V.
Am 3. Mai 1982 kam es (nachdem die Hemmesser bereits 1964 einen Bürgerverein gegründet hatten) auch im Ortsteil Beul zu einer Gründungsversammlung mit 70 Mitgliedern, die als Ziel ihres Zusammenschlusses neben der Nachbarschaftspflege, die Bewahrung alter Brauchtümer und die Erhaltung von Kulturgütern im historischen Ortsteil Beul formulierten. Dieser neu gegründete Verein nannte sich „Bürgerverein Beul-St. Willibrord“ und sah sich als Ersatz des ehemaligen Junggesellenvereins „St. Willibrordus“ Beul (nach bv-beul.de). Die Bürgergesellschaft stiftete 2013 ein Wegkreuz im Neuenahrer Wald (Ecke Alte Königsfelder Straße / Wilhelm-Bloser-Schutzhütte Beul) mit zugehörigem Hinweisschild.
Zusätzlich ist der Bürgerverein Veranstalter von „Beul rockt“, ein seit 2011 veranstaltetes Open-Air-Festival. Hier zeigen mehrere primär einheimische Bands ihr Können auf der „Beuler Festwiese“ oberhalb des Friedhofes. Hiermit soll auch die Jugend in Beul gefördert und eingebunden werden. Unterstützt wird dieses Event von vielen ortsansässigen Firmen und Banken, wie auch der Stadt selbst (beul-rockt.jimdo.com).
Der Bürgerverein bietet zudem im Sommer den sogenannten „Beuler Treff“ an, bei dem nach dem Gottesdienst in der Katholischen Pfarrkirche St. Willibrordus auf der oberhalb liegenden Festwiese gemeinsam zu Musik getanzt werden kann oder auch ein paar schöne Stunden bei Getränken und Essen verbracht werden können. Im Januar 2012 hatte der Bürgerverein 503 Mitglieder.

(Vanessa Bindarra, Universität Koblenz-Landau, 2016)

Internet
beul-rockt.jimdo.com (abgerufen 09.02.2016, nicht mehr verfügbar 03.08.2018)
bv-beul.de: Gründungsmitglieder (abgerufen 08.02.2016)
aw-wiki.de: Bürgerverein St. Willibord Beul e.V. (abgerufen 13.01.2016)

Literatur

Eifelverein Ortsgruppe Bad Neuenahr e.V.; Geschichtsfreunde Bad Neuenahr (Hrsg.) (2004)
Die Straßen von Neuenahr. Häuser und Menschen in Gegenwart und Vergangenheit. Bad Neuenahr.

Historischer Ortsteil Beul

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
WIllibrordusstraße
Ort
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1374
Koordinate WGS84
50° 32′ 25,5″ N, 7° 08′ 11,14″ O / 50.54042°, 7.13643°
Koordinate UTM
32U 367950.73 5600377.64
Koordinate Gauss/Krüger
2580602.83 5601138.07

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Historischer Ortsteil Beul”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-247134 (Abgerufen: 18. November 2018)
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