Müllenbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Marienheide
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Blick über eine Ziegenherde auf das Dorf Müllenbach (2008)

    Blick über eine Ziegenherde auf das Dorf Müllenbach (2008)

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  • Kirchhofmauer und Grabsteine der evangelischen Kirche zu Müllenbach (2008)

    Kirchhofmauer und Grabsteine der evangelischen Kirche zu Müllenbach (2008)

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  • Weiß verputzte evangelische Kirche zu Müllenbach (2008)

    Weiß verputzte evangelische Kirche zu Müllenbach (2008)

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  • Denkmalgeschützter historischer Grabstein an der Kirchhofmauer der evangelischen Kirche Müllenbach (2008)

    Denkmalgeschützter historischer Grabstein an der Kirchhofmauer der evangelischen Kirche Müllenbach (2008)

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  • Historisches verputztes Wohngebäude mit Hausbaum  in Müllenbach (2008)

    Historisches verputztes Wohngebäude mit Hausbaum in Müllenbach (2008)

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  • Fuhrmannskneipe in der Graf-Albert-Straße in Müllenbach (2008)

    Fuhrmannskneipe in der Graf-Albert-Straße in Müllenbach (2008)

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Die Ersterwähnung als „Mulenbeke“ datiert auf 1174. Archäologische Grabungsfunde belegen jedoch eine erste Besiedlung im 9. Jahrhundert im Südwesten des heutigen Ortskernes. Im Jahr 1097 wurde der Turm der Wehrkirche laut einer Inschrift aus Müllenbacher Grauwacke fertiggestellt, seine Glocke wurde 1050 angefertigt.

Ab Anfang des 12. Jahrhunderts stellte Müllenbach den Kirchspielort für die Bauernschaften Ober- und Niedermüllenbach sowie dem Rittersgut Gervershagen dar. In Müllenbach befand sich das Burghaus der von Möllenbick, aus dem die Junker, Ritter, Vögte und Amtmänner des Märkischen Amtes Neustadt stammten. Laut einer Legende versank das einst neben der Kirche stehende Gebäude eines Tages im Erdboden.

1806 wurde das Kirchspiel Müllenbach unter französischer Herrschaft der Bürgermeisterei Marienheide zugeordnet. Mit einer Einwohnerzahl von 190 Menschen und 22 Häusern war Müllenbach damals größer als Marienheide. Im 19. Jahrhundert war Müllenbach zudem Standort einer evangelischen Elementarschule.

1832 war Müllenbach ein großer Weiler, dessen Bebauung sich im Bereich um die Kirche, insbesondere im Südosten, konzentrierte. Im nordwestlichen Bereich war die Bebauung lockerer, durchsetzt mit Obstwiesenbeständen. Müllenbach war umgeben von Gartenland, Obstwiesen im Nordwesten, Acker- und Grünland sowie Waldparzellen im Süden. Östlich Müllenbachs befand sich der Standort einer Ölmühle.

Heute ist Müllenbach ein Dorf, das sich insbesondere ab den 1950iger Jahren in nördliche und westliche Richtung vergrößert hat. Innerhalb des markierten historischen Ortskernes ist historische Bausubstanz aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert erhalten, die sich z. T. in den denkmalgeschützten Bruchsteingebäuden widerspiegelt. Weiterhin ist der historische Ortskern gekennzeichnet durch ein erhaltenes Wegesystem, große Hausgärten sowie Hecken- und Gehölzstrukturen.

Religionsgeschichtliche Bedeutung hat die evangelische Kirche zu Müllenbach, die erstmals 1174 im Heberegister des Kölner Stiftes St. Severin genannt wurde. Die romanische Pfeilerbasilika aus geschlämmtem Bruchstein wurde Ende des 12. Jahrhundert gebaut, hat vermutlich jedoch ältere Vorgänger und wurde vermutlich bereits vor 1580 reformiert. Sie ist eine von insgesamt fünf „Bunten Kirchen“ oder „Bonten Kerken“, die ihren Namen den mittelalterlichen bunten Wand- und Deckenmalereien verdanken. Die Themen der Malereien in Müllenbach sind Franz von Assisi und die zwölf Apostel. Auf dem Kirchhof, der von einer Bruchsteinmauer umgeben ist, finden sich Grabsteine aus Sandstein, die in das 17.-19. Jahrhundert datieren.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2014)

Internet
oberwipper.de (abgerufen am 12.12.2008)

Quellen
Denkmalliste der Gemeinde Marienheide, laufende Nr. 6, 7, 8, 13, 14, 77, 78, 79, 80, 81

Literatur

Berges, Manfred (2007)
Zur Industriegeschichte der "Oberen Wipper". In: Romerike Berge, Jahrgang 57, S. 19 ff.. Essen.
Buhr, Hermann de / Wittenberg, Martin / Wittmütz, Volkmar (1986)
Chronik Marienheide. Gummersbach.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. Stuttgart.
Pampus, Klaus / Oberbergische Abteilung 1924 e.V. des Bergischen Geschichtsvereins (Hrsg.) (1998)
Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte. (Beiträge zur Oberbergischen Geschichte, Sonderband.) Gummersbach.

Müllenbach

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 800 bis 1174
Koordinate WGS84
51° 04′ 4,47″ N, 7° 34′ 41,68″ O / 51.06791°, 7.57825°
Koordinate UTM
32U 400383.88 5658338.21
Koordinate Gauss/Krüger
3400418.62 5660161.44

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Empfohlene Zitierweise
„Müllenbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080625-0081 (Abgerufen: 21. August 2018)
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