Spuren des Bildhauers Jacob Weber in Maikammer

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Fachsicht(en): Landeskunde
  • Flurkreuz auf dem Weyhergässel in Maikammer (2017)

    Flurkreuz auf dem Weyhergässel in Maikammer (2017)

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  • Steinkreuz bei der katholischen Kirche (2020)

    Steinkreuz bei der katholischen Kirche (2020)

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Jacob Weber gilt als ein regional bedeutender Künstler des Barocks. Er stammte aus dem Elsaß und führte eine Werkstatt in Herxheim bei Landau in der Pfalz. Von dort wirkte der Bildhauer in zahlreichen Orten im näheren Umfeld, auch in Maikammer.

Werke in Maikammer
Jacob Weber betrieb seine Werkstatt mit mehreren Angestellten. Nur so konnte er den zahlreichen Anfragen und Kundenwünschen nachkommen. Eine Vielzahl seiner Werke entstand aufgrund privater Aufträge (Stiftungen).

Die Werke in Maikammer zeigen Arbeiten eines bereits in der Blüte seines Könnens stehenden Meisters. Das Steinkreuz vor der katholischen Kirche aus dem Jahre 1727 fasziniert wegen seiner hohen Detailfülle. Die charakteristischen Merkmale von Webers Werken sind prägnant herausgebildet. Der muskulöse „bewegte“ Körper, der Brustkorb, die gesamte Anatomie des Körpers sind „meisterhaft“ (Arnold 1996, S. 42).

Jacob Weber zugeordnete Werke in Maikammer sind:


Jacob Weber fertigte Heiligenfiguren und Mariendarstellungen und ganze Figurengruppen an. Herausragendes Beispiel der Mariendarstellung ist die Immaculata in Hainfeld. Aufmerksamkeit verdient die in Maikammer an der Kurpfalzapotheke stehende Immaculata. Eine Zuweisung ist bisher nicht erfolgt. Ähnlichkeiten zu einer gleichartigen Figur von Jacob Weber in Herxheim (Obere Hauptstraße) sind jedoch nicht zu übersehen.

Lebensdaten
Weber stammte aus Weißenburg (heute Wissembourg in Frankreich). Das Kirchenbuch beginnt mit Einträgen im Jahre 1690. Er ist dort nicht eingetragen und muss also vor diesem Datum geboren worden sein. Er starb am 13. August 1743 ebenda als „civis et sculptor“ (Bürger und Bildhauer).

Als Jacob Weber im Jahre 1722 (27.04.1722) heiratete, hatte er das Bürgerrecht in Herxheim bereits erworben. Seine Braut Anna Clara war eine geborene Trauth (get. 28.09.1704 in Herxheim), Tochter eines „Justitiarius“ (Rechtsbeistand) (Eck 2019). „Weber hatte in die Oberschicht“ (Arnold 1996, S. 6) eingeheiratet. Aus der Ehe gingen 11 Kinder hervor (Eck 2019). Der Bildhauer wirkte vornehmlich im näheren Umkreis seiner Herxheimer Werkstatt. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass die Forschung weitere Werke im Elsaß und in der Südpfalz dem Bildhauer zukünftig noch zuweisen wird.

Stil
Einem Dokument im Landesarchiv Speyer ist es zu verdanken (Landesarchiv Speyer, Bestand D 2 Nr.381), dass Zuordnungen (Stilmerkmale) der Werke von Jacob Weber möglich geworden sind. Demnach erhielt Weber den Auftrag zur Kreuzigungsgruppe in Hambach (Arnold 1996, S. 6). Der typische Stil Webers ist eine elegant-lockere Bewegtheit. „An seinen Marien ordnen sich die Mantelfalten“ ähnlich, „Gewänder zeigen viele Querfalten“, an den Steinkreuzen wird der Brustkorb - „Große(n)r Brustmuskel hervorgehoben, dessen untere(n)r Rand waagrecht verlaufend“ - betont (alle Angaben Arnold 1996, S. 8). Die Hausfiguren stehen – sofern noch im Original erhalten – in Nischen, die an den Ecken ausgeschmückt sind (Engelsköpfe und sechszackige Sterne). Die Beschriftungen folgen unterschiedlichen Stilen (Fraktur), „doch mit Vorliebe“ (Arnold 1996) der klassischen Antiqua. Die Inschriften werden mit eigenwilligen Linien umgeben oder eingefasst. „Ziffern hat er weitgehend gleichbleibend geschrieben“. Lediglich zwei Werke sind jedoch urkundlich gesichert, eine Jordantaufe und die Hambacher Kreuzigungsgruppe. Alle weiteren Zuordnungen nahm Hermann Arnold, unter Zuhilfenahme der Angaben von Ernst Weinmann, vor.

Material
Für seine Werke bevorzugt Weber „hart gebackene(r)[n] Sandstein“, möglicherweise aus einem Steinbruch oberhalb von Weyher, der heute nicht mehr existiert (Arnold 1996, S. 8).

Rezeption
Die gesamte, durchaus umfassende „Pfalzliteratur“ des 19. Jahrhunderts hat Jacob Weber nicht erwähnt. Lediglich Ernst Weinmann geht in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auf die künstlerische Bedeutung der Werke ein, ohne eine Zuordnung zu Jacob Weber vornehmen zu können.
Erst mit der zusammenfassenden Darstellung und Einordnung des Werkes Jacob Webers durch den Landauer Hermann Arnold, veröffentlich im Jahre 1996 (Jacob Weber – Bildhauer zu Herxheim), kam die Bedeutung des Künstlers wieder kurz zum Vorschein.

(Matthias C.S. Dreyer, Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler), 2020)

Quellen
Landesarchiv Speyer - LA Sp Bestand D 2 (Hochstift Speyer, Akten) Nr.381

Literatur

Arnold, Hermann (1996)
Kruzifixe des 18. Jahrhunderts in der südlichen Vorderpfalz. Landau.
Arnold, Hermann (1996)
Jacob Weber. Bildhauer zu Herxheim. S. 67. Landau.
Eck, Herbert B. / Herxheimer Heimatverein e.V. (Hrsg.) (2018)
Ortsfamilienbuch Herxheim. Herxheim.
Weinmann, Fred (1973)
Steinkreuze und Bildstöcke in der Pfalz. Nürnberg.

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„Spuren des Bildhauers Jacob Weber in Maikammer”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-318950 (Abgerufen: 19. Oktober 2021)
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