Schacht 4/5/11 der Zeche Zollverein in Katernberg

Schacht IV/V/XI der Zeche Zollverein

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen), Gelsenkirchen
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen), Gelsenkirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Lageplan der Schächte 4-5-11 der Zeche Zollverein in Essen, 1934

    Lageplan der Schächte 4-5-11 der Zeche Zollverein in Essen, 1934

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  • Zeche Zollverein 4, 5, 11 in Essen, Schacht 11

    Zeche Zollverein 4, 5, 11 in Essen, Schacht 11

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  • Lageplan der Zeche Zollverein 4, 5, 11 in Essen

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Wie bereits der Schacht 3 der Zeche Zollverein (Schachtanlage 3/7/11) wurde etwa 10 Jahre später auch die Schachtanlage 4/5 nach Entwurf des Ingenieurs Dreyer seit 1891 ausgeführt. Die Gesamtdisposition galt als mustergültig und wurde vorbildhaft für eine Reihe weiterer großer Anlagen: Constantin 4/5, Neumühl, Hugo, Sterkrade und andere.

Charakteristisch war der große freie Zechenplatz, der flankiert wurde durch zwei Gebäudereihen, die parallel zur vorbeiführenden Katernberger/Nienhauser Straße orientiert waren. Der Platz wurde von der westlichen Schmalseite aus erschlossen. An seiner Südseite standen an einer Fluchtlinie aufgereiht: Kesselhaus, Fördermaschinenhaus, Magazin/Büro, Schreinerei/Schmiede. An der Nordseite waren der Schacht 4 (Fördergerüst Bauart Prommitz) und die Kaue als lang gestreckte Backsteinanlage angeordnet. Der Wetterschacht 5 (1894-96) musste aus der schon fertigen Anlage herausgerückt werden, entstand südlich der Südseite mit Lüftergebäude und wurde 1911 mit einem kleinen Fördergerüst ausgestattet. Direkt daneben war schon 1907/08 das Maschinenhaus entstanden.

1922 bis 1926 wurde Schacht 11 abgeteuft und 1928 in Betrieb genommen. Der mit einem Strebengerüst in Fachwerkbauweise (Seilscheibenträger in Vollwandkonstruktion), Schachthalle und Separation ausgestattete Schacht wurde anstelle der Kaue auf gleicher Linie mit Schacht 4 angeordnet, so dass der Eindruck des lang gestreckten, breiten Zechenplatzes erhalten blieb. Als Ersatz für die alte Kaue wurde um 1925 ein neues Kauen- und Verwaltungsgebäude direkt an der Katernberger Straße errichtet. Schachtanlage und das Kauen- und Verwaltungsgebäude wurden möglicherweise von dem sonst stärker im östlichen Ruhrgebiet (Kokerei Hansa, Zeche Minister Stein) tätigen Helmuth von Stegemann und Stein entworfen.

Mit Bau und Inbetriebnahme des neuen Zentralschachtes Zollverein 12 (1928 - 32) war auch das Ausbaukonzept der gerade fertig gestellten Schachtanlage 4/5/11 hinfällig. Der Schacht 4 wurde umgebaut und erhielt ein neues Fördergerüst mit Schachthalle. Schacht 5 wurde abgebrochen und verfüllt. Das Fördergerüst von Schacht 11 wurde auf die Schachtanlage Holland 4 in Gelsenkirchen umgesetzt (erhalten).

Die Anlage blieb mit den Schächten 4 und 11 für Seilfahrt, Bewetterung und Materialtransport bis 1986 in Betrieb. Seit 1995 gab es intensive Bemühungen um eine Nutzung der denkmalwerten Gebäude. Nach zwischenzeitlichen Abbrüchen ist noch die Südzeile des Zechenplatzes, Maschinenhaus und das Kauen- und Verwaltungsgebäude erhalten. Unter dem Namen „Triple Z“ wurde eine nur für diesen Bereich tätige Entwicklungsgesellschaft gegründet. Die Gebäude wurden umgebaut und vermietet. Bis 2004 siedelten sich 55 Mieterfirmen mit insgesamt 350 Arbeitsplätzen an. Die Schachtanlage ist ein gesuchter und erfolgreicher Standort neuer Gewerbeentwicklung im Essener Nordwesten.

(Walter Buschmann, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2010)

Literatur

Busch, Wilhelm / Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1980)
Bergbauarchitektur. In: Arbeitshefte des Landeskonservators Rheinland 13, Köln.
Buschmann, Walter (1998)
Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenbergbau. Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet. (Die Bau- und Kunstdenkmäler des Rheinlandes 1.) Berlin.
Geschichtswerkstatt Zollverein (Hrsg.) (1996)
Zeche Zollverein. Einblicke in die Geschichte eines großen Bergwerks. Essen.
Großmann, Joachim (1999)
Wanderungen durch Zollverein. Das Bergwerk und seine industrielle Landschaft. Essen.
Mainzer, Udo (2006)
Zeche und Kokerei Zollverein. Das Weltkulturerbe. Worms.
Reif, Heinz / Winter, Michael (1986)
Essener Zechen. Zeugnisse der Bergbaugeschichte. Essen.
Verein für die Bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund (Hrsg.) (1905)
Die Entwicklung des niederrheinisch-westfälischen Steinkohlen-Bergbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Bd. VIII Disposition der Tagesanlagen, Dampferzeugung, Centralkondensation, Luftkompression, Elektrische Centralen. Berlin.
Vereinigte Stahlwerke (Hrsg.) (1934)
Die Steinkohlenbergwerke der Vereinigte Stahlwerke. Die Schachtanlage Zollverein in Essen-Katernberg, 2 Bände. Essen.

Schacht 4/5/11 der Zeche Zollverein in Katernberg

Schlagwörter
Ort
45327 Essen - Katernberg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1891
Koordinate WGS84
51° 30′ 14,67″ N, 7° 03′ 11,5″ O / 51.50408°, 7.0532°
Koordinate UTM
32U 364884.87 5707679.28
Koordinate Gauss/Krüger
2573169.99 5708252.42

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„Schacht 4/5/11 der Zeche Zollverein in Katernberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-WBuschmann-20091116-0022 (Abgerufen: 22. Oktober 2017)
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