Basilika Sankt Kastor in Koblenz

Kastorstift

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 21′ 44″ N: 7° 36′ 15,46″ O 50,36222°N: 7,60429°O
Koordinate UTM 32.400.729,16 m: 5.579.836,78 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.400.764,55 m: 5.581.629,01 m
  • St. Kastor in Koblenz (2019)

    St. Kastor in Koblenz (2019)

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  • Türme der Basilika St. Kastor in Koblenz vom Kastorhof aus gesehen (2014)

    Türme der Basilika St. Kastor in Koblenz vom Kastorhof aus gesehen (2014)

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    Knieps, Elmar
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  • Im unmittelbaren Umfeld der Basilika Sankt Kastor in Koblenz wurden Spuren eines frührömischen Kastells archäologisch untersucht (2008).

    Im unmittelbaren Umfeld der Basilika Sankt Kastor in Koblenz wurden Spuren eines frührömischen Kastells archäologisch untersucht (2008).

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In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde am Zusammenfluss von Mosel und Rhein die Kirche gegründet. Erzbischof Hetti von Trier (814-847) weihte dort am 9. November im Jahr 836 den karolingischen Bau ein. Der Westbau wurde um 1050 bis auf die beiden unteren Geschosse abgetragen. Probst Buvo (1147-1158 urkundlich bekannt) ließ den Ostbau mit den Schatzkammern, Türmen und der Apsis errichten. Anschließend wurde umgehend mit dem Bau neuer Türme begonnen. Im Jahr 1208 konnte die Kirche neu geweiht werden. Dechant Richard (1225-1230 bezeugt) veranlasste anschließend den Bau der Pyramidendächer. Im Jahre 1422 wurde wieder damit begonnen, an den Türmen der Kirche zu bauen. Von 1496-1499 wurde innerhalb von drei Jahren das Mittelschiff eingewölbt.

Die Gestaltungs des Pfarrhofs (1827-1829) und die Restaurierung der Pfarrkirche (1848-49) leitete jeweils der Koblenzer Bauinspektor Johann Claudius von Lassaulx (1781-1848). Im Jahre 1859 erhielt Sankt Kastor ein neues Portal, das Tympanon fertigte der Bildhauer Peter Fuchs (1829-1898) aus Köln. Fuchs hatte u.a. auch verschiedene Skulpturen im neugotischen Stil für den Kölner Dom geschaffen.

Beim Luftangriff auf Koblenz im Jahre 1944 und durch Artillerietreffer amerikanischer Truppen im Jahre 1945 wurde die Kastorkirche erheblich beschädigt, doch blieben Außenmauern und Gewölbe erhalten. Dem bereits 1945 begonnenen Wiederaufbau folgten 1980-1983 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Westtürmen und 1998-2003 an der Choranlage. Dabei konnte durch dendrochronologische Untersuchungen die Errichtung der Chorflankentürme auf die Zeit um 1260 bestimmt werden.

Der Kirchenbau ist insgesamt 58,25 Meter lang und 25,30 Meter breit. Bei der dreigeschossigen Apsis fallen dem Betrachter zunächst die großen Rundbogenfenster im zweiten und die Zwerggalerie im dritten Geschoss auf. Diese wird von fünfgeschossigen, schlanken Osttürmen flankiert. Heute präsentiert sich die Basilika Sankt Kastor als dreischiffiger, typisch romanischer Kirchenbau.

Seit dem Jahr 1991 trägt Sankt Kastor den Ehrentitel einer Basilica minor („kleinere Basilika“). Diese an die vier „großen“ Basilicae maiores in Rom angelehnte Auszeichnung wird seit dem 18. Jahrhundert vom Papst der römisch-katholischen Kirche als besonderer Ehrentitel an bedeutende Kirchengebäude verliehen. In Deutschland gibt es 78 Basilicae minores (Stand 2023).

(Simon Künzel und Miriam Lux, Universität Koblenz-Landau, 2014 / Paul-Georg Custodis, 2018 / freundlicher Hinweis von Herrn Karl-Josef Ziegler, 2022)

Internet
www.deutsche-biographie.de Hetti (abgerufen 25.11.2022)
de.wikipedia.org: Peter Fuchs (Bildhauer) (abgerufen 25.11.2022)
www.deutsche-biographie.de: Fuchs, Peter (abgerufen 25.11.2022)
www.deutsche-biographie.de: Las(s)aulx, Johann Claudius (abgerufen 25.11.2022)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2018)
Rheinland-Kalender 2019. Landschaft, Denkmal, Natur. Köln.
Weiss, Erhard (1992)
Ein Führer zur Baugeschichte in Koblenz. Neuwied.

Basilika Sankt Kastor in Koblenz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kastorhof
Ort
56068 Koblenz - Altstadt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 800 bis 836

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„Basilika Sankt Kastor in Koblenz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-95091-20140625-2 (Abgerufen: 3. März 2024)
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